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Weltweit wir: Für mehr Diversität im Auswärtigen Dienst

18.03.2015 - Artikel

Zusammen mit über 200 jungen Deutschen unterschiedlicher Herkunft diskutierte Außenminister Steinmeier am 17.03. über die Zukunft des Auswärtigen Dienstes.

Zusammen mit über 200 jungen Deutschen unterschiedlicher Herkunft diskutierte Außenminister Frank-Walter Steinmeier am 17.03. über die Zukunft des Auswärtigen Dienstes. Das Auswärtige Amt möchte zukünftig die wachsende Diversität der modernen deutschen Gesellschaft besser abbilden und sich stärker für Bewerber mit einer Einwanderungsgeschichte öffnen. Steinmeier erklärte, das Auswärtige Amt solle in besonderem Maße ein Spiegel unserer Gesellschaft sein.

Staatssekretär Steinlein bei seiner Rede
Staatssekretär Steinlein bei seiner Rede© AA

"Eigentlich dürfte es diese Veranstaltung nicht geben" - mit diesen Worten eröffnete Staatssekretär Stephan Steinlein am Dienstagmorgen (17.03.) den Informationstag zum Thema "Weltweit wir - mehr Diversität für den Auswärtigen Dienst" im Auswärtigen Amt. Denn eigentlich, so Steinlein, sei es eine Selbstverständlichkeit, dass das Auswärtige Amt offen sei für alle, die Interesse an Außenpolitik hätten und sich vorstellen könnten, Deutschland im Ausland zu vertreten.

Und doch: Die Tatsache, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei und "dass das auch Konsequenzen haben muss für so altehrwürdige Institutionen wie das Auswärtige Amt" - das sei laut Steinlein noch immer keine Selbstverständlichkeit. "Deshalb ist diese Veranstaltung, die es eigentlich gar nicht geben müsste, notwendig - ja vielleicht sogar überfällig."

Öffnung für Bewerber mit Einwanderungsgeschichte

Diskussion in Arbeitsgruppen
Diskussion in Arbeitsgruppen© Photothek/Imo

Das fanden auch die über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung, die das Auswärtige Amt gemeinsam mit dem Verein DeutschPlus und mit der Deutschlandstiftung Integration veranstaltete - zwei Institutionen, die sich für Diversität in Deutschland einsetzen. Ziel des Informationstages war es, potentielle Bewerber mit Einwanderungsgeschichte auf berufliche Entwicklungsmöglichkeiten im Auswärtigen Dienst aufmerksam zu machen. Gleichzeitig waren die Gäste eingeladen, in Arbeitsgruppen über Ansätze für mehr Vielfalt im diplomatischen Dienst und über das Image des Auswärtigen Amtes zu diskutieren.

In einer abschließenden Paneldiskussion hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppen vorzustellen und gemeinsam mit Außenminister Steinmeier darüber zu diskutieren. Mina Baghai, Moderatorin der Arbeitsgruppe zum Image des Auswärtigen Amtes, nannte eine der zentralen Herausforderungen: Das Auswärtige Amt gelte vielfach noch als elitärer, vorwiegend deutscher "closed shop" - man komme gar nicht erst auf die Idee, sich zu bewerben. Außerdem mangele es an Vorbildern: Junge Diplomatinnen und Diplomaten mit Migrationshintergrund, die aus ihrem Arbeitsalltag berichten können.

Außenminister Steinmeier bei der Paneldiskussion
Außenminister Steinmeier bei der Paneldiskussion© Photothek/Imo

Das Auswärtige Amt als Spiegel der Gesellschaft

Solche Vorbilder gibt es bereits - aber sie repräsentieren noch nicht angemessen die wachsende Diversität der modernen deutschen Gesellschaft. "Gerade das Auswärtige Amt sollte aber in besonderem Maße Spiegel unserer Gesellschaft sein", erklärte Außenminister Steinmeier und unterstrich: "Dabei geht es nicht nur um Fremdsprachenkenntnisse. Wir brauchen neugierige Menschen, die sich in andere Länder und Kulturen einfühlen können." Das Auswärtige Amt müsse hier aktiv Zugang zu denjenigen potentiellen Bewerbern suchen, die sich bisher nicht angesprochen gefühlt hätten.

Interkulturelle Kompetenz und weltweite Einsatzbereitschaft

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung zur Diversität im Auswärtigen Dienst
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung zur Diversität im Auswärtigen Dienst© Photothek/Imo

Die Voraussetzungen hierfür seien gar nicht so schlecht, bekräftigte auch Staatssekretär Steinlein: Allein durch die Rotation herrsche im Auswärtigen Amt ein steter Wechsel der Beschäftigten zwischen In- und Ausland. Viele Beschäftigte lebten selbst in binationalen Ehen, ihre Kinder wüchsen mehrsprachig und teilweise im Ausland auf. Gemischte Identitäten spielten daher in vielen Familien eine Rolle. Voraussetzung für die Bewerber sei jedoch gleichzeitig, dass auch sie bereit seien für einen weltweiten Einsatz - also nicht nur in dem Land, aus dem ihre eigenen Wurzeln stammten.

Er hoffe, so Steinlein, dass die Veranstaltung erfolgreich sei und dazu beitrage, den Zugang zum Auswärtigen Amt auch für Menschen mit Migrationshintergrund stärker zu öffnen. "Dann wird eine Veranstaltung dieser Art in ein paar Jahren hoffentlich wirklich überflüssig sein."

Weitere Informationen

Rede von Staatssekretär Steinlein bei der Veranstaltung "Weltweit wir - mehr Diversität für den Auswärtigen Dienst" (17.03.15)

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