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VII. Symposium Reise- und Impfmedizin 2002

Artikel

"Globales Gesundheitsmanagement unterwegs" war das Schlagwort auf dem VII. Symposium Reise- und Impfmedizin, das am 26. und 27. April 2002 im Auswärtigen Amt in Berlin stattfand.

Stand: April 2002

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
uns alle führt zusammen das Interesse an moderner und effektiver Reisemedizin.

Das Schlagwort lautet Globales Gesundheitsmanagement unterwegs. Es eröffnet neue Chancen und Risiken, wenigstens für die reichen Reisenden der ersten Welt: die passende Technik ist schon da, ihr jeweiliger Einsatz nur eine Frage des Geldes, und damit ist der Hausarzt im Handy quasi weltweit verfügbar für die gestrandeten Touristen.

Telemedizinübertragungen, globale medizinische Konferenzschaltungen oder die Rettungsflüge um den halben Globus, all das gehört zu den modernen Werkzeugen der Internationalen Medizin.

Nur das transkulturelle Verständnis ist noch nicht mitgewachsen, es scheint eher wohl ein Mauerblümchen zu werden: Viele Reisende, auch reisende Ärzte, verlassen die Heimat gar nicht mehr mental. Der 11. September 2001 hat auch uns Reisemedizinern deutlich gemacht, wie schnell moderne Technik versagen kann: Stillstand im Flugverkehr, mögliche Massenschädigung durch Bioterror, das hat uns praktische Grenzen aufgezeigt, die vergessen waren. Auch deshalb kommt man als Arzt in der Internationalen Medizin nicht vorbei an dem Fanal des 11. September.

Es bedeutet für unser Fachgebiet:
nicht die Hochtechnologie, sondern die ruhige Hand des Erfahrenen hilft in der Nähe der Katastrophe. Dabei sagt die Anzahl der Opfer nichts aus für die Vermeidbarkeit und die Implikationen.

Das gilt auch für die "Langzeit-Katastrophen" wie z.B. die Malaria mit ihren täglich(!) weit über 4000 Todesopfern unter den Kindern. Aber auch diese Zahl taugt nicht, weder zum Gegenrechnen noch zur Orientierung: zu komplex sind die Probleme und Interessen.

Die moderne Reisemedizin wird auch daran zu messen sein, ob sie riskantes Reisen hinein in die Langzeit-Katastrophen eher ermöglicht oder unterbindet. Denn der Arzt, der bremst, abrät, modifiziert oder verhindert, wird immer weniger akzeptiert in einer Umgebung, die zunehmend auf Jugend, auf Impuls, und damit auf Risiko setzt.

Insofern leben wir in schwereren Zeiten. Unser Symposium wird deshalb in Zukunft auch verstärkt die Grundprobleme der überregionalen und transkulturellen Humanmedizin aufgreifen.

Ich wünsche Ihnen und uns allen rege fachliche Diskussionen, aber auch die ruhige Nachdenklichkeit, die gerade in schwereren Zeiten als bewährte ärztliche Grundhaltung weiterhilft.

Ihr KollegeDr. med. Gunther von Laer

Die Beiträge der Konferenzteilnehmer finden Sie rechts.

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