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Hilfe und Rat durch die Auslandsvertretungen

28.06.2018 - Artikel
Schild der Deutschen Botschaft im Libanon
Schild der Deutschen Botschaft im Libanon© www.colourbox.com

Deutschland unterhält in mehr als 200 Ländern Auslandsvertretungen, konkret über 200 Botschaften und Generalkonsulate sowie rund 330 Honorarkonsuln. Die Konsularbeamten der Auslandsvertretungen gewähren Deutschen im Ausland nach pflichtgemäßem Ermessen Rat und Beistand. Diese Verpflichtung ergibt sich aus dem Konsulargesetz. Die Hilfsmöglichkeiten müssen sich allerdings am internationalen Recht und an den Gesetzen des jeweiligen ausländischen Staates orientieren. Sie enden dort, wo eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Gastlandes beginnt. Daher können die Konsularbeamten in manchen Fällen nicht in dem Maße helfen, wie man es von einer Behörde innerhalb Deutschlands erwarten könnte.

Auch die rund 330 Honorarkonsuln stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Honorarkonsuln erhalten kein Honorar für ihre Arbeit, sondern sie arbeiten ehrenhalber für die Bundesrepublik Deutschland. Viele dieser Honorarkonsuln sind keine deutschen Staatsbürger. Sie haben nur eingeschränkte konsularische Befugnisse und daher auch nur begrenzte amtliche Hilfsmöglichkeiten. Weil sie ihr konsularisches Amt meistens neben einem Hauptberuf ausüben, kann von ihnen auch nicht erwartet werden, dass sie ständig anwesend oder telefonisch erreichbar sind. Sollte es an Ihrem Urlaubsort einen Honorarkonsul geben, so sollten Sie sich gleichwohl zunächst an ihn wenden, da er die örtlichen Verhältnisse am besten kennt.

Jedem Bürger werden vom Auswärtigen Amt auf Anfrage Reisehinweise über die Situation in gefährdeten Ländern erteilt. Diese Hinweise finden Sie auf dieser Website unter „Reise- und Sicherheitshinweise“. In den einzelnen Ländern stehen Botschaften und Generalkonsulate ebenfalls für Information zur Verfügung.

Erreichbarkeit

In den Hauptreiseländern ist auch außerhalb der normalen Dienstzeiten durch einen Bereitschaftsdienst sichergestellt, dass Konsularbeamte in Notfällen erreichbar sind. Falls ein Konsularbeamter nicht persönlich erreichbar ist, gibt es unter der jeweiligen Telefonnummer der Auslandsvertretung (Anrufbeantworter und anschließender Rückruf) oder am Gebäude der Auslandsvertretung Hinweise, wie Sie ihn erreichen können.

Sollte es an Ihrem Urlaubsort keine deutsche Auslandsvertretung und keinen deutschen Honorarkonsul geben, so können Sie sich auch jederzeit an eine Auslandsvertretung eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union wenden.

In welchen Fällen kann eine deutsche Auslandsvertretung helfen?

Wegen der großen Zahl deutscher Auslandsurlauber haben unsere Auslandsvertretungen bei der konsularischen Betreuung von Hilfesuchenden ein enormes Arbeitspensum zu bewältigen. Die deutschen Botschaften, Generalkonsulate und Honorarkonsuln helfen Deutschen, die im Ausland in Not geraten, jedes Jahr in 60-70.000 Fällen. Die Unterstützung reicht dabei von Hinweisen zur Geldbeschaffung nach Verlust oder Diebstahl bis hin zur Mitwirkung bei der Organisation von aufwändigen Ambulanzflügen.

Kein Ersatz für innerdeutsche Behörden, Reisebüros oder Banken

Gerade in touristischen Zentren kommt es häufig zu Hilfeersuchen, die unsere Auslandsvertretungen mit zum Teil hohen Ansprüchen konfrontieren. Die Vertretungen können und dürfen die innerdeutschen Behörden nicht ersetzen; sie sind auch keine Filialen deutscher Reisebüros oder deutscher Banken.

Hilfe zur Selbsthilfe

Sie können aber in Notfällen aufgrund ihrer ausgeprägten Orts- und Situationskenntnis Informationen und Ratschläge erteilen und auch selbst tätige Hilfe leisten, damit die Hilfesuchenden möglichst rasch in die Lage versetzt werden, sich aus ihrer Notlage zu befreien. Dank der Verbesserung des internationalen Bankensystems sind heute Geldüberweisungen und Benutzung der Kreditkarten in den entferntesten Winkeln der Erde kaum noch ein Problem, so dass ein großer Teil der täglich anfallenden Hilfefälle mittels einer fundierten Beratung durch Konsularbeamte geregelt werden kann.

Die Ausnahme: Finanzielle Hilfe

In streng definierten Einzelfällen darf eine deutsche Auslandsvertretung auf der Grundlage des Konsulargesetzes auch finanzielle Hilfestellung leisten. Die in Anspruch genommenen Leistungen sind in jedem Falle zurückzuzahlen. Unbezahlte Hotelrechnungen, Bußgelder oder offene Krankenhausrechnungen darf ein Konsularbeamter grundsätzlich nicht begleichen.

Evakuierung im Katastrophenfall

Naturkatastrophen, Großschadensereignisse oder Unruhen machen in einzelnen Fällen auch die Evakuierung deutscher Staatsangehöriger oder die Unterstützung bei der Ausreise aus den betroffenen Gebieten notwendig. Die Teilnahme an einer Evakuierung ist freiwillig und kostenpflichtig.

Wie kann eine Auslandsvertretung helfen?

Was kann / darf eine Auslandsvertretung tun?

  • Ihnen bei Passverlust einen Reiseausweis zur Rückkehr in das Bundesgebiet ausstellen,
  • Ihnen bei Geldverlust Kontaktmöglichkeiten mit Verwandten oder Freunden zu Hause vermitteln,
  • Ihnen schnelle Überweisungswege aufzeigen (Blitzgiro, telegrafische Postüberweisung, Western Union Money Transfer) bzw. in Ländern, in denen diese Überweisungswege nicht vorhanden sind, auch eine Überweisung über die Auslandsvertretung ermöglichen,
  • Ihnen bei Bedarf einen Anwalt, Arzt/Facharzt, Dolmetscher/Übersetzer vor Ort benennen,
  • im Falle einer Festnahme auf Wunsch die anwaltliche Vertretung vermitteln und Ihre Angehörigen unterrichten,
  • beim Tod eines deutschen Staatsangehörigen die Benachrichtigung der Hinterbliebenen veranlassen und Ihnen vor Ort Bestattungsinstitute bei der Erledigung der Formalitäten vermitteln.

Was eine Auslandsvertretung nicht tun kann / darf:

  • Führerscheinersatzpapiere ausstellen,
  • Ihre offenen Hotelschulden, Bußgelder, Krankenhauskosten bezahlen,
  • Ihnen bei Geldverlust die Fortsetzung des Urlaubs finanzieren,
  • in laufende Gerichtsverfahren für Sie eingreifen oder örtlichen Behörden Weisungen erteilen,
  • für Sie anwaltliche Tätigkeiten wahrnehmen oder Sie vor Gerichten vertreten,
  • als Filiale von Reisebüros, Krankenkassen oder Banken tätig werden,
  • die extrem hohen Kosten einer Such- und Rettungsaktion übernehmen,
  • Überführungskosten bei Todesfällen verauslagen.

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