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Humanitäre Krise in Jemen: Deutsche Hilfe unter schweren Bedingungen

Die humanitäre Krise in Jemen spitzt sich weiter zu. Mehr als 21 Millionen Menschen im Land benötigen dringend Hilfe. Das Auswärtige Amt unterstützt in diesem Jahr mit 28 Millionen Euro die Betroffenen mit humanitären Hilfsprojekten.

Eine der größten humanitären Krisen weltweit

Das Ausmaß der  humanitären Krise in Jemen ist enorm: Von den 27,4 Millionen Bewohnern des Landes an der Südspitze der arabischen Halbinsel sind über 21 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Hunger ist weit verbreitet: Allein 370.000 Kinder und Jugendliche leider an schwerer Mangelernährung. Krankheiten wie die Cholera schwächen die von den anhaltenden Kämpfen im Land betroffene Zivilbevölkerung zusätzlich. Das Gesundheitssystem steht aufgrund der zerstörten Infrastruktur und  des Mangels an Arzneimitteln vor dem Zusammenbruch. Die meisten Menschen haben keinen  Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Fast alle Nahrungsmittel und Medikamente müssen von Hilfsorganisationen in das extrem arme Land gebracht werden.

Schwere Bedingungen für humanitäre Helfer

Dabei sind die Bedingungen für die humanitäre Hilfe denkbar schwer: Die Hilfspläne für Jemen sind chronisch unterfinanziert. Der gewaltsame Konflikt mit bisher über 10.000 Todesopfern erschwert auch humanitären Helfern den Zugang. Immer wieder geraten die Helfenden selbst unter Beschuss und bezahlen ihren Einsatz mit dem Leben. Vereinbarte Waffenruhen – wie zuletzt am 20. Oktober 2016 – werden nicht eingehalten. Die Versorgung wird auch dadurch erschwert, dass Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben wurden und darüber hinaus etwa 280.000 Flüchtlinge aus anderen Ländern (v.a. aus Somalia und Äthiopien) im Jemen leben.

Deutsches Engagement vervierfacht

Handpumpe zur Wasserversorgung

Handpumpe zur Wasserversorgung
© Oxfam

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Handpumpe zur Wasserversorgung

Handpumpe zur Wasserversorgung

Handpumpe zur Wasserversorgung

Das Auswärtige Amt hat die humanitäre Hilfe dort in diesem Jahr deutlich erhöht aufrund 28 Millionen Euro – mehr als vier Mal so viel wie 2015. Bei der Umsetzung der Hilfsleistungen arbeitet das Auswärtige Amt eng mit deutschen und internationalen Nichtregierungsorganisationen, den Mitgliedern der Rotkreuz-/Rothalbmondbewegung und Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen zusammen.

Schwerpunkte der deutschen Hilfsprojekte sind die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Wasser,  medizinischer Betreuung, Hygieneartikeln sowie Schutzmaßnahmen für Flüchtlinge. So setzt Oxfam ein Projekt um, bei dem mehr als 60.000 Menschen in den Gouvernements Hajjah und Al-Hudaydah durch Tankwagen mit Trinkwasser versorgt werden. Das DRK betreibt zusammen mit dem lokalen Partner vom jemenitischen Roten Halbmond in Taiz, Hajjah und Shabwah mobile und stationäre Gesundheitsstationen (mit Entbindungsstationen), die im Monat mehrere Tausend Menschen erreichen. Auch ADRA ist im medizinischen Bereich aktiv und unterstützt unter anderem  Schwangere mit Tetanus-Impfungen, Geburtshilfe und Schulungen zur Familienplanung, bietet aber auch allgemeine ärztliche Konsultationen für bis zu 80.000 Menschen an. Sowohl ADRA als auch das DRK helfen mangelernährten Kindern in Jemen durch  überlebenswichtige therapeutische Nahrungsprogramme. Dabei konzentriert sich die deutsche Hilfe vor allem in Regionen des Jemen, die besonders viele Vertriebene aufgenommen haben.

Zum Weiterlesen

Länderinformationen Jemen

Außenminister Steinmeier zur jüngsten Eskalation in Jemen

Deutsche Humanitäre Hilfe


Stand 01.11.2016

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