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OSZE-Wirtschaftskonferenz in Berlin: „Connectivity for Commerce and Investment“

Außenminister Steinmeier eröffnete am Mittwoch (18.05) die zweitägige OSZE-Wirtschaftskonferenz „Connectivity for Commerce and Investment“ im Auswärtigen Amt. Ziel der Veranstaltung ist es, Chancen für bessere Handels- und Investitionsbedingungen auszuloten und so die Wirtschaftsbeziehungen im OSZE-Raum zu stärken. Die Konferenz bringt Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus unterschiedlichen Regionen und Wirtschaftssystemen aus rund 70 Ländern zusammen und findet im Rahmen des deutschen OSZE-Vorsitzes statt. 

Konnektivität: digitale und physische Vernetzung

"Sie alle sind nach Berlin gereist, um sich hier mit uns auf ein Experiment einzulassen", sagte Steinmeier zu Beginn der Konferenz. Ein Experiment auch, weil der Begriff Konnektivität noch nicht klar definiert sei, sondern Raum für Gestaltung lasse. Grundsätzlich gehe es um "eine stärkere und bessere physische und virtuelle Vernetzung" der Länder im OSZE-Raum und darüber hinaus: Infrastrukturprojekte, Verkehrskorridore, Handelsabkommen und die digitale Vernetzung der Länder stehen im Zentrum der zweitägigen Veranstaltung, bei der Vertreter aus Unternehmen, Verbänden und Regierungen der 57 OSZE-Länder und 11 Partnerländer zusammentreffen.

Gemeinsame Visionen schaffen

Als positives Beispiel für den Ausbau der physischen Vernetzung nennt Steinmeier die Eisenbahnstrecke zwischen Chongqing in China und Duisburg, die eine Distanz von mehr als 10.300 km überbrückt. Wie diese Verbindung zeige, schreite die Vernetzung der Welt zwar stetig voran, sowohl physisch als auch digital – ein Selbstläufer sei sie allerdings nicht. Die Herausforderungen, die sich im Zuge der Vernetzung  ergeben, sind vielfältig: große geographische Entfernungen, unterschiedliche Interessen und Wirtschaftssysteme treffen aufeinander. Deswegen sei die Konferenz auch ein Experiment, weil sie versuche, in Zeiten schwerer politischer Verwerfungen gemeinsame politische Visionen zu entwerfen.

Ein Gewinn für alle Beteiligten

Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutieren über digitale und physische Vernetzung

Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutieren über digitale und physische Vernetzung

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Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutieren über digitale und physische Vernetzung

Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutieren über digitale und physische Vernetzung

Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutieren über digitale und physische Vernetzung

Gerade in Anbetracht dieser Herausforderungen sei es jetzt umso wichtiger, den internationalen Zusammenhalt zu stärken, denn: "Kluge Vernetzung kann ein Gewinn für alle Beteiligten sein." Dieser Zusammenhalt könne zum einen durch den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen selbst vertieft werden. Gleichzeitig handelt es sich bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, wie bereits in der Schlussakte von Helsinki, dem Gründungsdokument der OSZE, festgehalten, nicht ausschließlich um einen Selbstzweck. Der Minister betont: "Wirtschaftliche Vernetzung kann Wohlstand, Stabilität und Sicherheit fördern in unserem gemeinsamen Raum."

Um dieses Ziel zu erreichen, so der Minister, bedürfe es zunächst einer präzisen Analyse der aktuellen Probleme und Interessen. In einem nächsten Schritt müssen die beteiligten Akteure dann in einen Dialog treten – "und sei er auch kontrovers und strittig." Auch Gespräche mit neuen oder schwierigen Partnern müssten in diesem Zusammenhang gesucht werden, damit gemeinsame Interessen in den Fokus gerückt und konkrete Vernetzungsprojekte erarbeitet werden können.

Die OSZE und die Konferenz zum Thema Konnektivität bieten ein Forum für eben diesen Dialog. In den kommenden zwei Tagen werden deswegen Experten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft getreu dem Motto des deutschen OSZE-Vorsitzes – "Dialog erneuern, Vertrauen neu aufbauen, Sicherheit wiederherstellen" – Formen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beleuchten.


Stand 18.05.2016

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