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Jemen

Wirtschaft

Stand: Februar 2015

Aktuelle Wirtschaftslage

Jemen gehört zu den ärmsten Ländern der Erde und verzeichnet ein starkes Bevölkerungswachstum (2,7 Prozent/Jahr). Die jemenitische Regierung ist darum bemüht, die Abhängigkeit des Landes vom Öl zu verringern und wirbt um ausländische Investitionen. Ohne Hilfe von außen kann die Regierung den hohen Erwartungen der Bevölkerung nicht gerecht werden. Die vont November 2014 bis Februar 2015 amtierende Regierung unter Premierminister Bahah hatte die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu einer Priorität erklärt. Größtes Hemmnis für ausländische Investitionen ist die schwierige Sicherheitslage.

Der IWF prognostiziert für 2014 ein geringes Wachstum von 0,3 Prozent des BIP. Grund sind die schwierige politische und Sicherheitslage, die den Ölexport belasten. Die Inflationsrate liegt um die zehn Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt nach inoffiziellen Schätzungen bei 17 Prozent. Angesichts des rückläufigen Pro-Kopf-Einkommens, das besonders die sozial schwachen Schichten hart trifft, herrscht in vielen Landesteilen eine humanitäre Krise. Im Jahr 2013 standen Ausgaben in Höhe von ca. 12,3 Mrd. USD Einnahmen in Höhe von 7,8 Mrd. USD gegenüber. Für das Defizit sind v.a. geringere Erdöleinnahmen, der aufgeblähte öffentliche Sektor und hohe Ausgaben für Treibstoffsubventionen verantwortlich.

Vor dem Hintergrund einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage entschied sich die Regierung im Juli 2014, um ein IWF-Beistandsprogramm mit einem Volumen von 560 Mio. USD im Rahmen der Extended Credit Facility anzusuchen. Im Gegenzug ist die Regierung zur Umsetzung eines wirksamen Reformprogramms, das Voraussetzung für die Auszahlung von Mitteln des IWF ist, bereit.


Struktur der Wirtschaft

Die jemenitische Wirtschaftspolitik hat mit einer Reihe von strukturellen Herausforderungen zu kämpfen, darunter das hohe Bevölkerungswachstum und die starke Abhängigkeit vom Ölexport. Rund 90 Prozent der Exporterlöse und rund 60 Prozent der Staatseinnahmen stammen aus dem Öl- bzw. Gassektor, doch Ressourcen schwinden und sind daher keine nachhaltige Einkommensquelle des Staates. Anschläge auf Erdöl- und Gaspipelines haben zusätzliche negative Auswirkungen auf die Produktion; darüber hinaus führt die aktuelle Sicherheitslage zu Verzögerungen bei der Exploration neuer Vorkommen.

Das Investitionsklima ist aufgrund der politischen Krise, der problematischen Sicherheitslage, Rechtsunsicherheit, Korruption, schwacher Infrastruktur und niedrigem Bildungsniveau der Bevölkerung nach wie vor schlecht.

Die Landwirtschaft beschäftigt einen Großteil der erwerbstätigen Bevölkerung, trägt jedoch lediglich fünf Prozent zum Gesamtexport bei. Die Landwirtschaft verbraucht 90 Prozent der jemenitischen Wasserressourcen. Wichtigste Einnahmequelle der Landwirtschaft ist der Anbau der Droge Khat für den heimischen Markt. Da immer weniger landwirtschaftliche Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln genutzt werden, muss Jemen rund 75 Prozent seiner Grundnahrungsmittel einführen und ist damit besonders anfällig für Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln auf dem Weltmarkt.


Handelspolitik

Die Importe beliefen sich 2013 auf rd. 12 Mrd. USD. Die Hälfte der Importe stammt aus der EU, danach folgen die Vereinigten Arabischen Emirate, die Schweiz, China und Indien. Der Export - im Wesentlichen Ölprodukte und Flüssiggas - umfasste 2013 Waren im Wert von ca. 7 Mrd. USD und ging hauptsächlich nach China, Thailand, Indien und Südkorea. Landwirtschaftsgüter blieben mit 5 Prozent des Exports der zweitwichtigste Exportartikel, rund 2 Prozent entfielen auf die Fischerei. Diese sehr einseitige Zusammensetzung macht den Staatshaushalt in höchstem Maße anfällig für Ölpreisbewegungen.

Als Erfolg für die Übergangsregierung unter Präsident Hadi kann gewertet werden, dass Jemen seit Juni 2014 Vollmitglied der WTO (Welthandelsorganisation) ist.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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