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Ressource der Globalisierung: Bildung
Den Zusammenhang von Bildung und Medien haben vom 25. bis zum 27. Juni Medienschaffende und Bildungsexperten aus der ganzen Welt in Bonn diskutiert. Zum fünften Global Media Forum der Deutschen Welle kamen mehr als 2000 Teilnehmer. Die dreitägige Konferenz unter dem Motto "Kultur. Bildung. Medien - Die Zukunft lebenswert gestaltet" wird vom Auswärtigen Amt gefördert.
Zahlreiche Workshops, Diskussionen oder Plenarveranstaltungen legten den Fokus auf verschiedenste Aspekte des Themas Bildung und Medien: Von der Bedeutung von Web 2.0-Anwendungen für Bildung über den Umgang mit Zensur bis zur Rolle von Medien in Konflikten.
Westerwelle beim Deutsche Welle Global Media Forum
© dpa / picture alliance
In einem Redebeitrag widmete sich Außenminister Westerwelle der Bedeutung von Bildung in Zeiten der Globalisierung und nannte sie die "zentrale Ressource der Globalisierung". Der eigentliche Rohstoff liege längst nicht mehr unter unseren Füßen, "sondern zwischen unseren Ohren", so Westerwelle weiter. Dies seien Kreativität und Wissen - beide ein Ergebnis von Bildung. Dabei gehe es auch um eine Globalisierung von Werten - wie Rede- und Meinungsfreiheit, weswegen Deutschland eine wertegeleitete Außenpolitik verfolge.
"Wir wollen dabei helfen, politischen und gesellschaftlichen Wandel in Staaten und Zivilgesellschaften zu verankern. Prozesse der Öffnung und Demokratisierung unterstützen wir tatkräftig", betonte Westerwelle und verwies auf die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) als zentralen Bestandteil der werteorientierten Außenpolitik Deutschlands. Im Rahmen der AKBP werden zum Beispiel auch Medienprojekte und Journalistenfortbildungen in Entwicklungs- und Transformationsländern gefördert.
Diskussionsrunden und Preise für Blogger
Von seinen Erfahrungen in solchen Projekten berichtete etwa Regisseur Tom Tykwer in einer Diskussion, die der Frage nachging, welche Herausforderungen neue Medien für die Ausbildung von Journalisten mit sich bringen. Tykwer veranstaltet - gemeinsam mit der DW-Akademie - Ausbildungsprojekte für afrikanische Filmemacher. Die Technologie sei - auch in Web 2.0-Zeiten - zweitrangig, so Tykwers Meinung. Er hob hervor, dass nach wie vor der Inhalt an erster Stelle stehen müsse. Auch andere Diskussionsteilnehmer waren der Ansicht, dass das Web 2.0 zwar große Möglichkeiten biete, es aber zunächst grundlegender journalistischer Fertigkeiten und Kenntnisse bedürfe, um gute Inhalte für die neuen Medien zu produzieren.
Ein Höhepunkt des Global Media Forums war die Verleihung der BOBs - einer Auszeichnung für die besten Blogs, die in sechs verschiedenen Kategorien vergeben wurde. Der Hauptpreis ging an den iranischen Journalisten und Blogger Arash Sigarchi für sein Blog "Window of Anguish", in dem er auf Persisch und Englisch über soziale und politische Themen in seinem Heimatland Iran berichtet - mit besonderem Fokus auf der Lage der Menschenrechte. Weitere Auszeichnungen gingen etwa an eine syrische Bloggerin für ihre Internet-Kampagne zur Unterstützung und Befreiung inhsftierter Aktivisten und eine Webseite, die auf das Thema sexuelle Belästigung in Ägypten aufmerksam macht.
Das Global Media Forum fand in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Ziel der internationalen Konferenz ist es, Zukunftsthemen mit Bezug zur sich wandelnden Medienwelt zu beleuchten. Außerdem sollen Medienschaffende und Experten aus aller Welt zusammengebracht werden und die Möglichkeit bekommen, sich zu vernetzen. Veranstaltet wird die Tagung von der Deutschen Welle, dem deutschen Auslandsrundfunk; das Auswärtige Amt und andere Institutionen fördern sie. Das nächste Global Media Forum im Juni 2013 wird sich mit dem Thema "The Future of Growth - New Economies and the Media" beschäftigen.
Stand 27.06.2012
