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Marokko

Außenpolitik

Stand: November 2015

Bilaterale und multilaterale Beziehungen 

Die marokkanische Außenpolitik ist bestimmt von der Pflege und dem Ausbau bestehender Beziehungen (Golfstaaten, frankophones Westafrika, EU als Institution und bilateral mit Mitgliedstaaten, insbesondere Frankreich und Spanien, USA) und von regionalem Engagement (Arabische Liga, Mali/Sahel). Politische Motive (Stabilität in Nah- und Mittelost, im Sahel/Mali, sicherheitspolitische Partnerschaft mit den USA) und wirtschaftliche Interessen (Investitionen der Golfmonarchien in Marokko, Stärkung der marokkanischen Wirtschaft in Subsahara-Afrika) fließen hierbei ineinander.

Mit dem "statut avancé" besitzt Marokko seit 2008 eine herausgehobene Partnerschaftsplattform mit der EU. Im Luftverkehr haben Marokko und die EU ein "open skies" Abkommen geschlossen. Weitere aktuelle Themen sind ein neuer Aktionsplan 2013-17, die Mobilitätspartnerschaft sowie Verhandlungen über ein Abkommen über Handels- und Dienstleistungsfreiheit. Das Freihandelsabkommen für landwirtschaftliche Produkte trat 2012 in Kraft, das Fischereiprotokoll Mitte 2014. In der Union für das Mittelmeer arbeitet Marokko aktiv mit. Seit 2011 nimmt das Königreich am Programm "Partnerschaft für Demokratie" des Europarats teil. Gestiegen ist das außenpolitische Gewicht Marokkos durch die nichtständige Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen 2012/13, wo es als Sachwalter arabischer und afrikanischer Interessen auftrat. 2014 bis 2016 ist Marokko Mitglied des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen. Seit Herbst 2012 hat Marokko die Vizepräsidentschaft bei den Blockfreien inne, wo es einen ausgleichenden Kurs verfolgt.

Die Sicherung der Zugehörigkeit der Westsahara zu Marokko ist zentrales Anliegen der marokkanischen Außen- und Innenpolitik. Im Rahmen der MINURSO-Mission der Vereinten Nationen moderiert ein persönlicher Gesandter des VN-Generalsekretärs Gespräche zwischen Marokko, der Polisario sowie Algerien und Mauretanien über die Zukunft der Westsahara. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat am 28.04.2015 mit der Resolution 2218 (2015) das Mandat der Friedensmission MINURSO einstimmig bis zum 30.04.2016 verlängert.

Regionale Zusammenarbeit 

Der Maghreb und Nordafrika gehören zu den politisch und wirtschaftlich am wenigsten integrierten Regionen weltweit. Der Westsahara-Konflikt belastet insbesondere eine Zusammenarbeit Marokkos mit Algerien in allen Themenfeldern.

Neben der Union für das Mittelmeer engagiert sich Marokko in allen regionalen Foren. Im Handelsbereich besteht das Agadir-Abkommen mit Tunesien, Ägypten und Jordanien. Im Bereich Migration engagiert sich Marokko im Rahmen des Rabat-Prozesses für verstärkten Dialog mit den westafrikanischen Ländern.    

Marokko konzentriert seine außenpolitischen Aktivitäten insbesondere auf die Golfmonarchien, auf Subsahara-Afrika und den Maghreb. Die Reisen von König Mohammed VI.pflegen Sicherheits- und Stabilitätsinteressen, werben für die marokkanische Westsahara-Politik und verfolgen wirtschaftliche Ziele. Weitere Schwerpunkte der regionalen Außenpolitik sind die Arabische Liga und Afrika.

Marokko bekennt sich als Teil der internationalen Allianz gegen den sogenannten Islamischen Staat..

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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