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Marokko

Außenpolitik

Stand: Juni 2014

Grundlinien der Außenpolitik

Die marokkanische Außenpolitik ist bestimmt von der Pflege und dem Ausbau bestehender Beziehungen (Golfstaaten, frankophones Westafrika, EU als Institution und bilateral mit Mitgliedstaaten, USA), regionalem Engagement (Arabische Liga, Mali/Sahel) und einem Ausgreifen nach Lateinamerika (seit 2012 hat das Königreich Beobachterstatus beim EU-Lateinamerika-Gipfel). König Mohamed VI. besuchte zuletzt Ende Mai 2014 Tunesien. Im Dezember 2013 war er in die USA gereist, es folgten Besuche in den Golfstaaten und Jordanien, Mali, Senegal und einigen westafrikanischen Ländern. Politische Motive (Stabilität in Nah- und Mittelost, im Sahel/Mali, sicherheitspolitischer Austausch mit den USA) und wirtschaftliche Interessen (Investitionen der Golfmonarchien in Marokko, Stärkung der marokkanischen Wirtschaft in Subsahara-Afrika) fließen ineinander. Für Juni 2014 plant König Mohamed VI. eine Reise nach China.

Gestiegen ist das außenpolitische Gewicht Marokkos durch die nichtständige Mitgliedschaft im VN-Sicherheitsrat 2012/13, wo es als Sachwalter arabischer und afrikanischer Interessen auftrat. 2014 - 2016 ist Marokko Mitglied des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen. Im VN-Kontext, den Friends of Syria und innerhalb der Arabischen Liga bringt sich Marokko bei Lösungsansätzen für die Syrienkrise konstruktiv ein. Mit einem Feldlazarett und Ärzten in jordanischen Lagern für syrische Flüchtlinge ist das Land auch humanitär engagiert. Seit Herbst 2012 hat Marokko die Vizepräsidentschaft bei den Blockfreien inne, wo es einen ausgleichenden Kurs verfolgt.

Die Sicherung der Zugehörigkeit der Westsahara zu Marokko ist zentrales Anliegen der ma­rokkanischen Außen- und Innenpolitik. Im Rahmen der MINURSO-Mission der Vereinten Nationen moderiert ein persönlicher Gesandter des VN-Generalsekretärs Gespräche zwischen Marokko, der Polisario sowie Algerien und Mauretanien über die Zukunft der Westsahara.

Beziehungen zur Europäischen Union

Der Besuch von Kommissionspräsident Barroso im Frühjahr 2013 war eine wichtige Etappe in Richtung einer weiteren Annäherung Marokkos an die EU. Mit dem „statut avancé“ besitzt Marokko seit 2008 eine herausgehobene Partnerschaftsplattform.

Von der Europäischen Nachbarschaftspolitik profitiert das Land auch finanziell. Im Luftverkehr haben Marokko und die EU ein „open skies“ Abkommen geschlossen. Weitere aktuelle Themen sind ein neuer Aktionsplan 2013-17, Mobilitätspartnerschaft sowie Verhandlungen über ein umfassendes Abkommen über Handels- und Dienstleistungsfreiheit. Ein Freihandelsabkommen für landwirtschaftliche Produkte ist seit 2012 in Kraft, das Fischereiprotokoll seit Ende 2013. In der Union für das Mittelmeer arbeitet Marokko aktiv mit. Seit 2011 nimmt das Königreich am Programm „Partnerschaft für Demokratie“ des Europarats teil.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.