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Wirtschaft
Stand: März 2013
Allgemeines
Saudi-Arabien ist die größte Volkswirtschaft im arabischen Raum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2012 knapp 600 Milliarden USD (in laufenden Preisen). Für 2013 wird mit einem Wachstum zwischen 3 und 4 Prozent gerechnet.
Das Land ist als weltgrößter Erdölproduzent und auch -exporteur einerseits von der Entwicklung auf dem Erdölmarkt stark abhängig, beeinflusst diesen Markt aber als einziger „swing“-Produzent entscheidend. Die Tagesproduktion beträgt z. Zt. knapp 10 Mio. Barrel, mit einer Produktionsreserve von weiteren 2,5 Mio. Barrel/Tag. Damit ist es Saudi-Arabien möglich, Ausschläge des Ölpreises durch Erhöhung oder Verminderung seiner aktuellen Fördermenge zu dämpfen oder – wie im Falle Iraks oder Libyens – Produktionsausfälle anderer Lieferanten aufzufangen.
Staatshaushalt, Verschuldung
Saudi-Arabien erwirtschaftete in den letzten Jahren regelmäßig Überschüsse. Die Devisenreserven haben im Sommer 2012 die Marke von 630 Mrd. USD überschritten. Für 2013 budgetierte die saudische Regierung einen leichten Überschuss (9 Mrd. USD), der bei gleichbleibendem Ölpreisniveau voraussichtlich höher ausfallen wird. Die Staatsverschuldung betrug Ende 2012 etwa 5 Prozent des BIP.
Inflation
Die Inflationsrate beträgt zurzeit ca. 4%. Inflationsängste angesichts der hohen Öleinnahmen erwiesen sich in den beiden letzten Jahren als weitgehend unbegründet.
Arbeitsmarkt
Die offizielle Arbeitslosenquote von rund 15 Prozent ist nicht aussagekräftig, da sie potentiell arbeitssuchende Frauen nicht einschließt und nicht berücksichtigt, dass ein extrem aufgeblähter öffentlicher Sektor zahlreiche Personen beschäftigt, für die eigentlich keine Arbeitsplätze vorhanden sind. 2011 wurde erstmals offiziell eine Jugendarbeitslosigkeit (unter 26-Jährige) von 30% eingeräumt. Dies erklärt auch die hohen staatlichen Investitionen im Bildungsbereich.
Die Regierung bemüht sich, mehr Staatsbürger in Beschäftigung zu bringen und gleichzeitig die Zahl der ca. 8 Millionen ausländischen Arbeitnehmer zu verringern. Allerdings ist der größte Teil dieser Arbeitnehmer (insbesondere aus Pakistan, Bangladesch und den Philippinen) in Niedriglohnsegmenten des privaten Sektors beschäftigt, die von der einheimischen Bevölkerung bisher gemieden wurden. Das im April 2006 in Kraft getretene neue Arbeitsgesetz strebt eine „Saudisierungsquote“ für Unternehmen von bis zu 75 Prozent an (gestaffelt nach Sparte).
Handels- und Leistungsbilanz
Im Jahr 2012 führte Saudi-Arabien Waren im Wert von 280 Milliarden US-Dollar (88% davon Öl und petrochemische Produkte) aus und rangierte damit auf Platz 7 der Exportnationen. Die größten Abnehmer waren Japan, die USA und China. Die Importe beliefen sich auf 106 Milliarden US-Dollar, in erster Linie Maschinenbau-Erzeugnisse, an zweiter Stelle Nahrungsmittel. Deutschland lag 2012 an dritter Stelle der Lieferstaaten (nach USA und China, aber dicht gefolgt von Japan, Südkorea, Frankreich und Italien).
Allgemeine Wirtschaftsaussichten
Das reale Wirtschaftswachstum dürfte 2012 bei über 6% gelegen haben. Für 2013 wird mit einem Wachstum von zwischen 3 und 4% gerechnet. Die Privatwirtschaft spielt im Verhältnis zum staatlichen Öl- und Petrochemiesektor eine kleine Rolle, wächst aber stetig.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
