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Somalia

Somalia: Reisewarnung

Stand 31.08.2014
(Unverändert gültig seit: 08.05.2014)

Letzte Änderung: Medizinischer Hinweis im letzten Absatz

Reisewarnung

Vor Reisen nach Somalia und in die Gewässer vor Somalia wird eindringlich gewarnt.

Deutschen Staatsangehörigen wird dringend geraten, das Land zu verlassen. In ganz Somalia besteht für westliche Staatsangehörige ein sehr hohes Entführungsrisiko.

Vor den Küsten Somalias und seiner Nachbarstaaten sowie in den angrenzenden Gewässern besteht weiterhin ein sehr großes Risiko von Piratenangriffen und Kaperungen. Nach wie vor sind auch Schiffe tief im Indischen Ozean (um die Seychellen und Madagaskar) sowie vor Kenia, Tansania, Mosambik, Jemen und Oman gefährdet, angegriffen und gekapert zu werden. Schiffsführern in den vorgenannten Gebieten wird dringend empfohlen, höchste Vorsicht walten zu lassen.

Trotz der internationalen Bemühungen zur Eindämmung der Piraterie bleibt die Zahl der Piratenangriffe unverändert hoch; ein wirksamer Schutz kann nicht garantiert werden. Schiffsführern in den gefährdeten Gewässern wird eine Registrierung beim Maritime Security Centre unter www.mschoa.org dringend empfohlen.

Die von der Europäischen Union durchgeführte Marineoperation ATALANTA ist in einem Einsatzgebiet vor den Küsten Somalias und der Nachbarländer tätig. Ziel ist die Abschreckung, Verhütung und Bekämpfung von seeräuberischen Handlungen und bewaffneten Raubüberfällen vor der Küste Somalias. ATALANTA gilt primär dem Schutz der Nahrungsmittelhilfsschiffe des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen für Somalia und von zivilen Schiffen.

Langsame Schiffe mit niedriger Bordwand sind für Piratenangriffe generell stärker gefährdet als schnelle Schiffe mit hoher Bordwand. Die EU-Mission ATALANTA bietet zivilen Schiffen eine Registrierung und einen durch Kriegsschiffe begleiteten ‚Gruppentransit’ durch gefährdete Gewässer an, siehe www.mschoa.org
Seit Beginn der Mission ATALANTA hat es keine Angriffe auf Schiffe im begleiteten Transit gegeben. Allerdings bietet auch die Anwesenheit von Kriegsschiffen keine Garantie dafür, dass Schiffe nicht von Piraten angegriffen, beschossen oder gekapert werden.

Aktuelle Informationen zur Piraterielage gewährt das IMB Piracy Reporting Centre www.icc-ccs.org

Reisende nach Somalia gehen ein sehr hohes Sicherheitsrisiko ein. Im Falle einer (sei es gesundheitlichen, sei es kriminalitätsbedingten) Notlage fehlen weitgehend funktionierende staatliche Stellen, die Hilfe leisten könnten.

Derzeit gibt es keine deutsche Auslandsvertretung in Somalia, die Gewährung konsularischen Schutzes ist nicht möglich. Zuständig ist die deutsche Botschaft in Nairobi/Kenia (Tel. 00254-20-4262100, Fax: 00254-20-4262129, E-Mail: info@nairobi.diplo.de).

Die Sicherheitslage in Somalia ist unverändert instabil. Ausländische Staatsangehörige werden immer wieder Opfer von Entführungen und Mordanschlägen.

Die Zahl der Selbstmordattentate hat in den letzten Jahren zugenommen. Hiervon ist nicht nur der Süden (v. a. Großraum Mogadischu) betroffen. Eine Wiederholung von Anschlägen wie die verheerenden Attentate von 2008 in Hargeisa (Region Somaliland) und Bossasso (Region Puntland) kann nicht ausgeschlossen werden.

Besonders kritisch ist die Lage in Zentral- und Südsomalia, einschließlich der Hauptstadt Mogadischu. Dort kam es in den letzten Jahren immer wieder zu größeren Terroranschlägen (inklusive Selbstmordattentaten) mit zahlreichen Opfern. In und um Mogadischu haben Zahl und Intensität der Anschläge zuletzt zugenommen. Neben solchen breit angelegten Anschlägen ist auch mit gezielten Mordanschlägen auf Ausländer und Entführungen zu rechnen. Zudem finden in weiten Teilen Süd-/Zentralsomalias Kampfhandlungen zwischen den somalischen Bürgerkriegsparteien statt, in die auch dort operierende Einheiten von AMISOM, der Friedensmission der Afrikanischen Union involviert sind.

Auch in der Region Puntland (im Nordosten Somalias) sowie im umstrittenen Grenzgebiet zwischen Puntland und der Region Somaliland (im Nordwesten Somalias) muss mit extremer Unsicherheit und Anschlägen sowie mit Kampfhandlungen gerechnet werden. So ist es in bzw. von Puntland aus mehrfach zu Entführungen westlicher Staatsangehöriger und zu zahlreichen Schiffskaperungen gekommen.

Reisen nach Somaliland sind ebenfalls gefährlich, insbesondere in den weiter östlich gelegenen Teilen dieser Region. Größere Anschläge gab es dort zuletzt 2008. Seither ist es in Ost-Somaliland bzw. in den zwischen Somaliland und Puntland umstrittenen Gebieten immer wieder zu Zusammenstößen bewaffneter Milizen gekommen. Erneute Anschläge können auch in Somaliland zu keinem Zeitpunkt ausgeschlossen werden

Die Sicherheitslage in ganz Somalia ist zudem durch eine sehr hohe Allgemeinkriminalität gekennzeichnet (dies gilt eingeschränkt auch für Somaliland!). Die Sicherheitskräfte sind nicht in der Lage, dagegen etwas zu tun.

Zudem birgt ein Aufenthalt in Somalia erhebliche gesundheitliche Gefahren. So sind dort (wie auch in umliegenden Ländern) jüngst Fälle von Polio (Kinderlähmung) aufgetreten.

Die WHO hat am 05.05.2014 Somalia aufgefordert, alle Reisenden die das Land verlassen zu ermutigen, sich gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung) vor Ausreise zu impfen und dies in einem Impfausweis dokumentieren zu lassen. Dies betrifft nur Reisende, die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben. Die Impfung sollte gemäß WHO nicht älter als 1 Jahr sein und sollte spätestens 4 Wochen vor Ausreise erfolgt sein. Bei kurzfristiger Ausreise reicht auch der Nachweis einer aktuell  durchgeführten Impfung. Diese kann mit dem Injektionsimpfstoff (IPV) oder mit einem oralen  Impfstoff (OPV) erfolgen. Letzterer ist in Deutschland nicht mehr verfügbar.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.


Weltweite Terrorwarnung

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Deutschen Staats­ange­höri­gen wird empfohlen sich unabhängig vom Land und der Dauer des Auslands­aufenthalts in die Krisen­vor­sorgeliste des Auswärtigen Amts einzutragen.

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