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Deutsches Engagement in Mali

Das deutsche Engagement im Rahmen der UN-Friedensmission MINUSMA wird auf bis zu 650 Bundeswehrkräfte erhöht. Dies hat der Deutsche Bundestag auf Vorschlag der Bundesregierung am 28.01. mit großer Mehrheit beschlossen. Daneben läuft die deutsche Beteiligung an den europäischen Ausbildungsmissionen EUTM und EUCAP Sahel Mali weiter.

Deutschland ist auf mehreren Ebenen für die Stabilisierung Malis engagiert. Im Rahmen der UN-Friedensmission soll die staatliche Ordnung nach den Turbulenzen der Jahre 2012/13 gewahrt und wiederhergestellt werden. Die europäische Ausbildungsmission EUTM dient der langfristigen Stärkung der malischen Streitkräfte. Und EUCAP Sahel Mali hat die Professionalisierung der zivilen Sicherheitskräfte in Mali zum Ziel. Daneben ist Deutschland schon lange im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit aktiv, derzeit mit Schwerpunkt auf dem nationalen Versöhnungsprozess.

Mali wurde 2012 von einem Militärputsch heimgesucht. Im Zuge des Putsches gelang es islamistischen Gruppen, weite Teile des Nordens Malis unter ihre Kontrolle zu bringen und in Richtung Süden vorzurücken. Anfang 2013 entschied sich Frankreich auf Bitten der malischen Regierung zum militärischen Eingreifen. Seitdem sind weite Teile des Nordens wieder unter der Kontrolle der malischen Streitkräfte. Die staatliche Ordnung wird allerdings weiterhin durch islamistische Terrorgruppen bedroht.

MINUSMA-Einsatz für Stabilisierung Malis seit 2013

Die Bundeswehr trainiert malische Soldaten im Rahmen von EUTM

Die Bundeswehr trainiert malische Soldaten im Rahmen von EUTM
© picture alliance / dpa

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Die Bundeswehr trainiert malische Soldaten im Rahmen von EUTM

Die Bundeswehr trainiert malische Soldaten im Rahmen von EUTM

Die Bundeswehr trainiert malische Soldaten im Rahmen von EUTM

Die UN-Friedensmission MINUSMA geht zurück auf die Resolution 2100 des UN-Sicherheitsrats aus dem Jahr 2013. Deutschland war von Anfang an daran beteiligt - sowohl finanziell als auch mit Personal vor Ort. Mit etwas über 7% ist Deutschland der viertgrößte Beitragszahler. Mit dem neuen Bundestagsmandat kann das personelle Engagement nun auf bis zu 650 Bundeswehrkräfte erhöht werden. Hauptaufgabe der deutschen Soldatinnen und Soldaten ist die Aufklärung, insbesondere von Aktivitäten islamistischer Terrorgruppen und anderer Hindernisse bei der Umsetzung des Friedensabkommens. Zusätzlich enthält MINUSMA auch eine zivile Komponente, an der aktuell bis zu 20 deutsche Polizeikräfte mitwirken. Neben Deutschland sind noch 48 weitere Nationen an MINUSMA beteiligt.

Ausbildungsmission EUTM derzeit mit deutschem Einsatzleiter

Zudem führt die Europäische Union im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) die Ausbildungsmission EUTM durch. Ziel dieser EU-Mission ist es, die malischen Streitkräfte und das Verteidigungsministerium durch Ausbildung und Beratung zu unterstützen, damit sie selbst für Sicherheit und Stabilität im Land sorgen können. Deutschland ist an EUTM mit einem Kontingent von bis zu 350 Bundeswehrkräften beteiligt und stellt mit Brigadegeneral Franz Pfrengle derzeit den Leiter der Mission. Zu den Einsatzbereichen gehören hier etwa die Pionierausbildung, Aufklärung, Logistik, Kampfmittelabwehr und sanitätsdienstliche Versorgung.

EUCAP Sahel Mali stärkt die zivilen Sicherheitskräfte

Seit April 2014 wird die militärische Ausbildungsihilfe im Rahmen der GSVP ergänzt durch die zivile Ausbildungsmission EUCAP Sahel Mali. Dabei geht es um Ausbildung und Beratung von Polizei, Nationalgarde und Gendarmerie. Dadurch sollen die zivilen Sicherheitsdienste nicht nur schlagkräftiger werden, sondern auch in Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Menschenrechte geschult werden. Dies fördert das Vertrauensverhältnis zwischen staatlichen Sicherheitskräften und Bürgern und trägt so zur Stabilisierung der Staatlichkeit bei. Neben zivilen Experten stellt Deutschland derzeit auch bei EUCAP Sahel Mali mit Botschafter Albrecht Conze den Missionsleiter.

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Zusätzlich zu diesen Missionen engagiert sich Deutschland mit humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit, um die Lage der Menschen in Mali und der zahlreichen Flüchtlinge nachhaltig zu verbessern. Seit 2013 wurden hierfür rund 200 Millionen Euro zugesagt. Schwerpunkte der Arbeit sind etwa die Stärkung der Zivilgesellschaft und Förderung des nationalen Aussöhnungsprozesses, sowie Dezentralisierung, Landwirtschaft und Wasserversorgung. Darüber hinaus hat Deutschland im Jahr 2015 über 5 Millionen Euro an humanitärer Hilfe geleistet, insbesondere zur Nahrungsmittelversorgung von Flüchtlingen.

Weitere Informationen

Deutschland unterstützt Versöhnungsprozess in Mali

Deutsche Beteiligung an UN-Friedensmissionen

Länderinformationen Mali

Offizielle Webseite MINUSMA (Englisch)

Offizielle Webseite EUTM Mali (Französisch / Englisch)

Weitere Informationen zu EUCAP Sahel (Englisch)


Stand 06.01.2016

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