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Vertrag über das umfassende Verbot von Atomtests

Über 2.000 Atomwaffentests wurden bislang weltweit durchgeführt. Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass Atomtests weltweit verboten werden. Die völkerrechtswidrigen Atomtests von Nordkorea - der letzte davon am 6. Januar 2016 - müssen die letzten ihrer Art bleiben. Dies ist das Ziel des Umfassenden Atomteststoppvertrages (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty, CTBT), der allerdings noch nicht in Kraft getreten ist. 

Jeder Atomtest ist einer zu viel, aber seit 1945 hat es weltweit über 2000 davon gegeben. Durch die Vielzahl der Tests schritt die Entwicklung dieser Waffentechnologie in rasantem Ausmaß voran, so dass die Sprengkraft einer einzelnen Bombe im Laufe der Jahrzehnte um ein Vielfaches gesteigert wurde. Die sowjetische "Tsar-Bombe" von 1961 war beispielsweise etwa 4000-mal stärker als die beiden Atombomben, die im August 1945 auf Japan abgeworfen wurden. Diese Atombomben kosteten viele tausend Menschen das Leben und machten ganze Landstriche unbewohnbar. Die Bundesregierung setzt sich deswegen dafür ein, dass Atomtests weltweit verboten werden und die von Nordkorea 2006, 2009, 2013 und zuletzt am 6. Januar 2016 durchgeführten Tests die letzten ihrer Art bleiben. Dies ist auch das Ziel des Umfassenden Atomteststoppvertrages (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty, CTBT).

Der Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBT) verbietet Kernwaffentestexplosionen, sowie andere nukleare Explosionen unter der Erde, unter Wasser und in der Atmosphäre.  Auch Deutschland hat bereits während der Verhandlungen zum CTBT darauf bestanden, dass alle Nuklearexperimente, also auch solche mit sehr geringer Sprengkraft verboten sein müssen. Ein solcher "zero-yield test ban" verbietet auch hydronukleare Tests. Bei hydronuklearen Tests handelt es sich um echte Nuklearexplosionen, allerdings mit sehr geringer Freisetzung von Kernenergie.

Stand der Ratifikationen

Das CTBT-Vertragswerk wurde am 10. September 1996 durch UN-Resolution 50/245 angenommen und am 24. September 1996 für alle Staaten zur Zeichnung aufgelegt. Der CTBT wurde inzwischen von 183 Staaten gezeichnet, 164 haben ihn ratifiziert. Im "Annex 2" legt der Vertrag namentlich 44 wichtige Staaten fest, die ratifiziert haben müssen, bevor der CTBT in Kraft treten kann. Noch fehlen acht dieser sogenannten Annex-2-Staaten, nämlich Iran, Israel, Ägypten, China, USA, Indien, Pakistan und Nordkorea. Die drei letztgenannten Staaten haben den Vertrag bisher auch noch nicht unterzeichnet.

Deutschland gehört zusammen mit Australien, Finnland, Kanada, den Niederlanden und Japan zur "Gruppe der Freunde des CTBT", die sich besonders für das Inkrafttreten des Vertrags einsetzt.

Weltweites Überwachungssystem - mit zivilem Nutzen

Die zur Umsetzung des Vertrages gegründete CTBTO (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization) mit Sitz in Wien arbeitet bis zum Inkrafttreten des Vertrages auf provisorischer Basis. Der CTBT sieht für die Überprüfung des Testverbots ein weltweites internationales Überwachungssystem vor.

Dank eines Netzes von Messstationen und 16 Laboratorien verfügt die CTBTO schon heute über die Fähigkeit, selbst kleine unterirdische Nukleardetonationen weltweit nachzuweisen. Deutschland beteiligt sich am internationalen Überwachungssystem mit insgesamt fünf Messstationen: zwei seismischen und zwei Infraschall-Stationen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sowie einer Radionuklidstation des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS).

Nach dem Tsunami am 26. Dezember 2004 hat die CTBTO begonnen, Daten der Messstationen auch für zivile und wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung zu stellen. Die CTBTO übermittelt daher auch routinemäßig Messdaten an Katastrophen-Frühwarnorganisationen, z.B. während der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan im März 2011.

Ausstellung "Nie wieder Atomtests!" im Auswärtigen Amt


Stand 07.03.2016

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