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Minen- und Kampfmittelräumung in Afghanistan
Minensuchhund und Hundeführer bei der Arbeit
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Afghanistan gilt als eines der am meisten mit Landminen und mit Blindgänger belasteten Länder der Welt. Die höchste Landminenkonzentration findet sich entlang der ehemaligen Frontlinien in den nördlichen und zentralen Provinzen. Nach Angaben der zuständigen Koordinierungsstelle für Minen- und Kampfmittelräumung (MACCA-Mine Action Coordination Centre of Afghanistan) waren im Jahr 2011 mehr als 800 neue Opfer zu beklagen (2010: 1.211, 2009: 859).
Trotz der immer noch gravierenden Probleme gibt es aber auch Grund zu vorsichtigem Optimismus. Die vorliegenden Daten zur Kontaminierung mit Landminen lassen den begründeten Schluss zu, dass das Problem glücklicherweise geringer ist als ursprünglich angenommen und unter Umständen bis 2020 größtenteils gelöst werden könnte.
Nach Angaben der zuständigen afghanischen Koordinierungsstelle (MACCA) müssen landesweit noch immer etwa 602 km² von Minen und explosiven Kriegsmittelrückständen geräumt werden (2006 betrug die kontaminierte Fläche 1.028 km²). Ende 2011 waren weiterhin ca. 1.980 Gemeinden von Minen und Blindgängern betroffen.
Afghanistan trat dem "Ottawa-Übereinkommen" am 11. September 2002 bei. Damit hat sich die afghanische Regierung unter anderem verpflichtet, keine Anti-Personenminen mehr zu verlegen, die vorhandenen Lagerbestände innerhalb von vier Jahren zu vernichten (bereits erfolgt) sowie alle auf dem Territorium des Landes verlegten Minen innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren zu räumen. Um diese völkerrechtlich verbindlichen Ziele zu realisieren, ist das Land auf anhaltende finanzielle Unterstützung angewiesen. Afghanistan ist ebenso Mitgliedsstaat des "Streumunition-Übereinkommens".
Minensuchen bedeutet oft zeitraubende Handarbeit
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Durch eines der durch das Auswärtige Amt in Afghanistan geförderten Projekte wird unter anderem die Arbeit des Mine Detection and Dog Center (MDC) unterstützt. Das MDC ist eine afghanische Nichtregierungsorganisation (NRO), die seit 1989 mit speziell trainierten Minensuchhunden maßgeblich zur Reduzierung der Minengefahr beigetragen hat. Derzeit befinden sich rund 165 Hunde im Feldeinsatz. Die deutsche NRO Medico International steht dem MDC als Partner des Auswärtigen Amts beratend zur Seite.
Zudem unterstützt das Auswärtige Amt Projekte in Nordafghanistan, die in einem Ausschreibungsverfahren an nationale oder internationale Firmen oder NROen vergeben werden. Als Implementierungspartner fördert das AA dazu den "United Nations Mine Action Service" aktuell mit 1,5 Millionen Euro.und mit weiteren 410.000 Euro ein Projekt des Qualitätsmanagement.
Seit 1995 hat das Auswärtige Amt rund 67,7 Millionen Euro für Minen- und Kampfmittelräumprojekte in Afghanistan bereitgestellt.
Stand 14.04.2013
