Hauptinhalt
Gedenken an die Opfer des Holocaust
Gedenkstätte im ehemaligen Vernichtungslager Treblinka
© picture alliance / akg
Am 27. Januar, dem Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, wird weltweit an die Opfer des Holocaust erinnert. In einer Gedenkveranstaltung im Deutschen Bundestag schilderte der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, wie er die Deportation der Juden des Warschauer Ghettos miterlebt und überlebt hat. Das Auswärtige Amt unterstützt zahlreiche Projekte der internationalen Holocaust-Erinnerung - eingedenk der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands für die Opfer des Nationalsozialismus. Außenminister Westerwelle bekräftigte das deutsche Bekenntnis zur europäischen und transatlantischen Wertegemeinschaft.
Lehren aus der Vergangenheit
Am Rande eines Treffens der europäischen Außenminister erklärte Bundesaußenminister Guido Westerwelle anlässlich des Gedenktages:
Zusatzinformationen
"Der heutige Jahrestag der Befreiung des nationalsozialistichen Vernichtungslagers in Auschwitz erinnert uns alle an den unvergleichlichen Schrecken des Holocaust.
Er mahnt uns, alles zu tun, damit sich ein derartiges Verbrechen niemals wiederholen kann.
Dass Deutschland wieder ein anerkanntes Mitglied der Völkergemeinschaft geworden ist, empfinde ich als ein großes Glück. Das ist auch das Ergebnis unserer klaren europäischen Ausrichtung. Deutschland ist Teil einer starken europäischen und transatlantischen Wertegemeinschaft."
Gedenkstunde im Bundestag
Marcel Reich-Ranicki im Bundestag
© picture alliance / dpa
Der Deutsche Bundestag beging das Gedenken an die Opfer der Judenverfolgung während des Nationalsozialismus mit einer Gedenkstunde. In einer bewegenden Rede schilderte der heute 91-jährige Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, wie er den Abtransport der Juden aus dem Warschauer Ghetto in das Vernichtungslager Treblinka miterlebte und überleben konnte.
Rede Marcel Reich-Ranickis vor dem Deutschen Bundestag
Holocaust-Denkmal in Berlin
© picture alliance / dpa
Das Auswärtige Amt unterstützt zahlreiche internationale Projekte, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die Erinnerung an den Holocaust lebendig zu halten.
Neben der Holocaust-Erinnerung befasst sich das Auswärtige Amt auch mit den Beziehungen zu jüdischen Organisationen und mit Antisemitismusfragen. Für alle drei Bereiche ist seit 2006 die Stelle eines Sonderbeauftragten geschaffen worden, die zur Zeit von Botschafterin Victoria Zimmermann von Siefart wahrgenommen wird.
Beziehungen zu Jüdischen Organisationen und Antisemitismus-Fragen
Jüdische Organisationen sind für die deutsche Außenpolitik wichtige Gesprächs- und Projektpartner. Neben den großen Organisationen wie den US-amerikanischen, werden auch Beziehungen zu solchen Institutionen gepflegt, die es in ihren Ländern nicht immer leicht haben. Nebe Projektförderungen unterstützt das Auswärtige Amt den Dialog durch Deutschland-Besuche von Vertretern der jüdischen Organisationen.
Deutschland fühlt sich aufgrund seiner Geschichte in besonderer Weise verpflichtet, allen antisemitischen Tendenzen im Ansatz entgegenzutreten. Wesentlich bei der Bekämpfung von Antisemitismus ist die frühe Förderung von Faktoren des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Dazu gehören etwa die Stärkung von Demokratiebewusstseinund freiwilligem Engagement.
Der "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" wurde 1996 von Bundespräsident Herzog eingeführt und auf den 27. Januar - den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz - festgelegt. 2005 wurde der 27. Januar auch von der VN-Generalversammlung zum Internationalen Holocaust-Gedenktag erklärt.
Stand 27.01.2012
