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Haiti

Wirtschaft

Stand: September 2016

Volkswirtschaftliche Situation

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre: Das Bruttoinlandsprodukt (GNI) pro Kopf liegt 2015 bei etwa 820 USD. Etwa 80% der Haitianer müssen allerdings von weniger als 2 USD am Tag leben, die Hälfte der Bevölkerung muss mit weniger als 1 US­D pro Tag auskommen. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft/ Subsistenzwirtschaft. Auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen wird Haiti im Jahr 2014 auf Platz 168 von 187 Ländern geführt. Das Land ist in hohem Maße abhängig von humanitärer, finanzieller und technischer Hilfe aus dem Ausland, sowie von den Überweisungen der Auslandshaitianer an Familienangehörige. Mit einem GINI Index von 0,61 in 2012 gehörte Haiti auch zu einem der  Länder mit der größten Ungleichheit bei der Einkommensverteilung.

Aufgrund der Abholzung des Baumbestands und der resultierenden Erosion ist das Land ausgesprochen anfällig für Naturkatastrophen. Überschwemmungen und Wirbelstürme, von denen das Land regelmäßig heimgesucht wird, sowie das schwere Erdbeben vom Januar 2010 haben dazu beigetragen, dass sich die Lage in Haiti nicht wesentlich verbessert hat.

Seit dem Erdbeben von 2010 erholt sich die Wirtschaft trotz der anhaltend schwierigen nationalen sowie internationalen Rahmenbedingungen allmählich. Aufgrund fortdauernder politischer Instabilität, aber auch einer anhaltenden Dürre in den letzten zwei Jahren bleibt das Wirtschaftswachstum hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück und wird derzeit auf nur 1 % für 2015/2016 und 2,1% für das Folgejahr geschätzt (Economist Intelligence Unit, EIU).

Die Nationalwährung, Gourde wertet daher weiter ab. Lag der Wechselkurs im März 2015 noch bei 47 Gourdes für einen US-Dollar, müssen im September 2016 bereits 65 Gourdes für einen Dollar gezahlt werden. Die haitianische Wirtschaft ist stark 'dollarisiert', über 50% aller Einlagen und Kredite sind in US-Dollar gehalten. Die Geldpolitik der Zentralbank ist daher von begrenztem Einfluss.

Für das Jahr 2015 wird ein BIP von 8,4 Mrd. USD prognostiziert (es betrug 2014 8,6 Mrd USD und 8,5 Mrd. USD für 2013, 7,9 Mrd. USD für 2012). Einen wichtigen Faktor stellen die Transferzahlungen der im Ausland lebenden Haitianer und der internationalen Spenden dar, die zusammen auf 27,5% des BIP für 2016/17 geschätzt werden (ohne Berücksichtigung der informellen Transfers).

Das Haushaltsdefizit Haitis lag zwischen 2012 und 2014 bei durchschnittlich  bei 6,1% des BIP und wird für 2015/2016 auf 3,3% geschätzt.  . Das wesentliche Problem sind die niedrigen Einnahmen des Staats (Steuerquote gering, Zölle können das nicht ausgleichen) sowie die erforderlichen Subventionen des defizitären Energieversorgers EDH, dessen Defizit sich jährlich auf etwa 2% des BIP beläuft (Quelle: EIU). Die Inflation betrug 4,6% in 2014 und wird auf 9% für 2015/16 geschätzt.


Mitgliedschaft in internationalen Wirtschaftsabkommen

Haiti ist Mitglied unter Anderen folgender internationaler Wirtschaftsorganisationen und –abkommen:

  • IWF
  • Weltbank
  • WTO
  • GATT
  • ACS (Verbund karibischer Staaten)
  • Cotonou
  • CARIFORUM

Außenhandel

Die Handelsbilanz Haitis ist stark defizitär: Importen im Wert von 3,3 Mrd. USD standen 2012/2013 Exporte im Wert von 874 Mio. USD gegenüber.

Hauptausfuhrgüter sind vor allem  Textilien, in geringerem Maße Agrarerzeugnisse wie Öle, Kakao, Mangos und Kaffee. Wichtige Importgüter sind Nahrungsmittel, Ölprodukte, Fertigwaren und Maschinen.

Die USA bleiben Haitis wichtigster Handelspartner: Etwa ein Drittel seiner Importe bezieht das Land aus den USA und etwa 70% seiner Exporte (vor allem in Haiti verarbeitete Textilien) gingen in der Vergangenheit in die USA. Inzwischen ist die Dominikanische Republik der zweitwichtigste Handelspartner mit einem Handelsvolumen von über 1 Mrd. USD. Venezuela liefert über das Petrocaribe-Abkommen kreditvergünstigte Erdölprodukte. 


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