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Haiti

Wirtschaft

Stand: Oktober 2014

Allgemeine Informationen

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre: Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei ca. 810 USD. Etwa 80% der Haitianer müssen allerdings von weniger als 2 USD am Tag leben, die Hälfte der Bevölkerung muss mit weniger als 1 US­D pro Tag auskommen. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft/ Subsistenzwirtschaft. Auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen wird Haiti im Jahr 2014 auf Platz 168 von 187 Ländern geführt. Das Land ist in hohem Maße abhängig von humanitärer, finanzieller und technischer Hilfe aus dem Ausland, sowie von den Überweisungen der Auslandshaitianer an Familienangehörige.

Aufgrund der Abholzung des Baumbestands und der resultierenden Erosion ist das Land ausgesprochen anfällig für Naturkatastrophen. Überschwemmungen und Wirbelstürme, von denen das Land regelmäßig heimgesucht wird, sowie das schwere Erdbeben vom Januar 2010 trugen in jüngster Zeit dazu bei, dass sich die Lage in Haiti nicht wesentlich verbessert hat.

Seit dem Erdbeben von 2010 erholt sich die Wirtschaft trotz der anhaltend schwierigen nationalen sowie internationalen Rahmenbedingungen allmählich. Für 2014 wird ein Wirtschaftswachstum von etwa 4 % erwartet.

Die Nationalwährung, Gourde, ist relativ stabil. Im September 2014 liegt der Wechselkurs bei ca. 45 Gourdes pro USD. Die haitianische Wirtschaft ist stark dollarisiert, über 50% aller Einlagen und Kredite sind in USD gehalten. Die Geldpolitik der Zentralbank ist daher von begrenztem Einfluß.

Für das Jahr 2013 wurde ein BIP von 8,4 Mrd. USD prognostiziert (7,4 Mrd. USD für 2011, 7,9 Mrd. USD für 2012). Einen wichtigen Faktor stellen die Transferzahlungen der im Ausland lebenden Haitianer dar, die sich 2013 auf mehr als 1,5 Mrd. USD beliefen und etwa 18% des BIP ausmachen (ohne Berücksichtigung der informellen Transfers). Der IWF gibt an, daß das reale BIP Haitis 2011 zu 25% unter dem des Jahres 1991 lag.

Das Haushaltsdefizit Haitis lag 2013 bei 6,4 % des BIP, 2012 bei 5,3%. Das wesentliche Problem sind die niedrigen Einnahmen des Staats (Steuerquote gering, Zölle können das nicht ausgleichen) sowie die erforderlichen Subventionen des defizitären Energieversorgers. Die Inflation betrug 6,3% im Jahr 2012 und 5,9 % in 2013, was wesentlich an gestiegenen Preisen für Lebensmittel- und Rohöl-Importe liegt.

Haiti ist u. a. Mitglied folgender internationaler Wirtschaftsorganisationen und –abkommen:

IAEB, IWF, Weltbank, WTO, GATT, ACS (Verbund karibischer Staaten), Cotonou und CARIFORUM


Außenhandel

Die Handelsbilanz Haitis ist stark defizitär: Importen im Wert von 3,3 Mrd. USD standen 2012/2013 Exporte im Wert von 874  Mio. USD gegenüber.

Hauptausfuhrgüter sind vor allem  Textilien, in geringerem Maße Agrarerzeugnisse wie Öle, Kakao, Mangos und Kaffee. Wichtige Importgüter sind Nahrungsmittel, Ölprodukte, Fertigwaren und Maschinen.

Die USA bleiben Haitis wichtigster Handelspartner: Etwa ein Drittel seiner Importe bezieht das Land aus den USA und ca. 70% seiner Exporte ( vor allem in Haiti verarbeitete Textilien) gingen in der Vergangenheit in die USA. Inzwischen ist die Dominikanische Republik der zweitwichtigste Handelspartner mit einem Handelsvolumen von über 1 Mrd. USD. Venezula liefert über das „Petrocaribe“-Abkommen kreditvergünstigte Erdölprodukte.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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