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Venezuela

Wirtschaft

Stand: April 2013

Wirtschaftsordnung

Der von Präsident Chávez proklamierte „Sozialismus des XXI. Jahrhunderts“ funktioniert grundsätzlich marktwirtschaftlich, zeichnet sich aber durch eine dominante Rolle staatlicher Unternehmen und eine hohe Regulierungsdichte aus. Sein Nachfolger, Nicolás Maduro, hat eine Fortsetzung der „chávistischen“ Wirtschaftspolitik angekündigt.

Kernelement der sozialistischen Politik sind die sogenannten Missionen, etwa für sozialen Wohnungsbau, Gesundheitsversorgung oder Bildung zugunsten ärmerer Bevölkerungsschichten. Diese Sozialprogramme werden weitgehend durch die Ölexporte finanziert.

Die Ölproduktion durch den staatlichen Ölkonzern PDVSA macht etwa ein Drittel des gesamten Wirtschaftsleistung und praktisch die gesamten Exporte aus. Ausgehend von den offiziell zertifizierten Ölvorkommen verfügt Venezuela über die größten Reserven der Welt. Über die Fördermenge gibt es unterschiedliche Angaben rund um 3 mbpd (Millionen Fass pro Tag). Das Rohöl wird insbesondere in die USA und nach China exportiert. In den USA betreibt PDVSA über die Tochter Citgo eine Reihe von Raffinerien und eine große Tankstellenkette.

Die venezolanische Landeswährung, der Bolívar Fuerte, ist nicht frei konvertierbar. Sie kann nur über die Devisenkontrollbehörde CADIVI zum festen Wechselkurs von 6,30BSF/USD oder in Spezialfällen für Unternehmen im Rahmen von Devisenauktionen (sog. SICAD) in begrenztem Umfang getausch werden.

Bei seinen Mitgliedschaften in internationalen Wirtschaftsorganisationen orientiert sich Venezuela zunehmend Richtung Süd-Süd-Kooperation. Auch wenn Venezuela technisch gesehen bis heute Mitglied beim Internationalen Währungsfonds und der Weltbank ist, wurde die Zusammenarbeit praktisch eingestellt und alle Schulden vorzeitig getilgt. 2012 ist Venezuela ebenfalls aus dem Internationalen Schiedsgericht für Investitionsstreitigkeiten (ICSID) der Weltbank ausgetreten. Dafür ist Venezuela Mitglied einer Reihe lateinamerikanischer Organisationen (s.u. Außenpolitik).

Wirtschaftliche Entwicklung

Im Jahr 2012 konnte die venezolanische Volkswirtschaft mit 5,5% ein robustes BIP-Wachstum vorweisen. Wesentliche Treiber dahinter waren der anhaltend hohe Ölpreis sowie stark gestiegene öffentliche Ausgaben.

Das seit Jahrzehnten andauernde Inflationsproblem bleibt weitgehend ungelöst – im Jahr 2012 stiegen die Preise nach Angaben der Zentralbank um etwa 20%. Die hohen Preissteigerungen setzen den festen Wechselkurs unter Abwertungsdruck – der Bolivar gilt zum derzeitigen Kurs trotz der Abwertung im Februar 2013 noch als deutlich überbewertet.

Die Arbeitslosigkeit ist mit ca. 8% im regionalen Vergleich eher niedrig. Allerdings sind die Statistiken wegen des hohen Anteils an informeller Beschäftigung nicht mit europäischen Zahlen vergleichbar.

Die Wettbewerbsfähigkeit der Nicht-Ölsektoren leidet unter hohen Lohnstückkosten. Versuche, die venezolanische Wirtschaft zu diversifizieren und so die Abhängigkeit vom Öl zu verringern, waren daher bisher erfolglos.

Wirtschaftsdatenblatt (PDF, 44 KB)



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.