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Niger

Wirtschaftspolitik

Stand: Februar 2013

Wirtschaftsstruktur

Der Niger ist eines der ärmsten Länder der Welt. Auf dem Human Development Index des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen UNDP liegt es 2011 auf dem vorletzten Platz (186. von 187 Staaten). Bei zahlreichen Sozialindikatoren liegt der Niger auf einem der letzten Plätze. Das Pro-Kopf Einkommen ist mit 399 US-Dollar pro Kopf eines der weltweit niedrigsten. Nach Angaben von UNICEF sind 71 Prozent der Erwachsenen Analphabeten.  Das Land weist eine weitgehend agrarisch geprägte Wirtschaftsstruktur auf. Die Landwirtschaft trägt mit konstant 40 Prozent zum Bruttonationaleinkommen (BNE) bei. Der Lebenserwerb der überwiegend ländlichen Bevölkerung hängt maßgeblich von den schwankenden klimatischen Bedingungen (Regen) ab, die sich direkt auf die Ernteerträge, aber auch die Qualität der Viehzucht auswirken.

Eine wichtige Aufgabe der nigrischen Regierung ist es, künftig eine höhere Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten. Präsident Issoufou hat dies zu einer Priorität seiner Politik erklärt. Das hohe Bevölkerungswachstum von rund 3,3 Prozent) erschwert jedoch die Fortschritte auf diesem Gebiet sehr. Außerdem ist nur ein kleiner Teil des Landes landwirtschaftlich nutzbar.

Der Niger leidet permanent an einem Energiedefizit. Durch Importe aus Nigeria und eigener Stromerzeugung (auf der Basis von Dieselgeneratoren) ist Energie sehr teuer. In diesem Bereich werden zukünftig größere Investitionen erforderlich sein.

Aktuelle Wirtschaftslage

Das Wirtschaftswachstum betrug im Jahr 2011 nur 2,1 Prozent. Für 2012 geht die Weltbank jedoch von 13,4 Prozent aus, dank erheblicher Investitionen in den Rohstoffbereich und dem Beginn der Erdölproduktion. Der Energie- und Rohstoffsektor nimmt in seiner Bedeutung zu. Er trägt über 40 Prozent zum Bruttosozialprodukt bei und erzielt den größten Teil der Exporterlöse. Wichtig ist vor allem der Abbau von Uran.

Die Inflationsraten sind moderat. Der Internationale Währungsfonds geht für 2011 von 3,8 Prozent aus und schätzt die Inflation für 2012 auf lediglich 2 Prozent.

Von besonderer Bedeutung ist der Energie- und Rohstoffsektor, der über 40 Prozent zum Bruttosozialprodukt beiträgt und den größten Teil der Exporterlöse erzielt. Wichtig ist vor allem der Abbau von Uran. Der Niger hat 2010 knapp 4.200 Tonnen Uran exportiert. Auf Grund geplanter bedeutender Investitionen aus Frankreich und China soll die Produktion bis 2014 auf über 10.000 Tonnen gesteigert werden. Die von dem französischen Konzern AREVA entwickelte Mine in Imouraren soll 2013 oder 2014 die Produktion aufnehmen.

Seit Ende 2011 wird im Niger erstmals Erdöl in dem östlich gelegenen Agadem Ölfeld gefördert und eine Raffinerie in Zinder wurde in Betrieb genommen. Die Reserven in Agadem  werden auf ca. 650 Millionen Fass geschätzt. Auch in anderen Regionen des Landes werden Erdöl- und Gasvorkommen vermutet.

Niger hat in der Vergangenheit wichtige Gesetze zur Transparenz der Verwendung von Einkünften aus dem Verkauf von Rohstoffen verabschiedet. Im März 2011 wurde der Niger deshalb als "compliant" mit der "Extractive Industries Transparency Iniative (EITI)" erklärt.

Außenhandel

Der nigrische Außenhandel wird dominiert durch Uranexporte (knapp 50 Prozent des Gesamtexports) überwiegend nach Frankreich, landwirtschaftliche Produkte/Vieh vorwiegend nach Nigeria und die westafrikanische Subregion sowie Gold. Nach wie vor ist die nigrische Handelsbilanz negativ. Das Handelsbilanzdefizit betrug 2011 781 Millionen US-Dollar. Es wird aber davon ausgegangen, dass es auf Grund zunehmender Rohstoffexporte zurückgehen wird. Für 2012 wird das Handelsbilanzdefizit auf 335 Millionen US-Dollar geschätzt. China hat seine Ausfuhren in den Niger erheblich ausgeweitet und nimmt jetzt die Spitzenstellung ein (16,6 Prozent aller Importe). Wichtigstes Exportland für den Niger ist weiterhin Frankreich (51,8 Prozent der gesamten Ausfuhren).

Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsorganisationen

Niger ist Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten ECOWAS, der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA , der Afrikanischen Entwicklungsbank AfDB, der Westafrikanischen Entwicklungsbank BOAD und des Comité Inter-états de lutte contre la sécheresse du Sahel (Interstaatliches Komitee zur Bekämpfung von Trockenheit und der Desertifikation im Sahel CILSS).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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