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Bahrain

Wirtschaft

Stand: Oktober 2014

Wirtschaftslage und -struktur

Die innenpolitische Krise in Bahrain hat einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden hinterlassen. Gleichwohl gilt das Land nach wie vor aufgrund seiner konsequenten Politik der wirtschaftlichen Diversifizierung, der Öffnung und Liberalisierung seines Marktes und der hervorragenden Investitionsbedingungen als eine der modernsten und liberalsten Volkswirtschaften in der Golfregion. Zwar hält der Umfang der Entwicklung mit den Daten einiger Nachbarn nicht mit, dennoch sind die Bedingungen für ausländische Investoren hervorragend. So können Ausländer zu gleichen Bedingungen eine Firma gründen wie Bahrainer.

Ein Hauptziel der Wirtschaftspolitik ist der Ausbau Bahrains zum regionalen Marktführer im Finanz- und Dienstleistungsbereich. Die diesbezüglichen Reformbemühungen der Regierung werden vom IWF und von der Weltbank ausdrücklich gelobt.

Das bahrainische Economic Development Board gibt das Wirtschaftswachstum für 2012 mit 3,4% an und schätzt es für 2013 auf 5,6%. Vermuteter Grund für den Zuwachs ist eine Steigerung der Menge des aus Saudi-Arabien geliefert und in Bahrain raffinierten Öls. Erdölexporte machten 2013 26% des BIP aus. 2009/2010 war der Staatshaushalt in Bahrain erstmals defizitär. Der Haushalt 2013/2014 wurde um 11% erhöht und sieht eine Erhöhung der Staatsverschuldung auf etwa 12 Mrd. Euro vor; das Haushaltsdefizit wird etwa 1,8 Mrd. Euro betragen. Die offiziellen Zahlen zur Arbeitslosigkeit von Bahrainern sind höher als im Vorjahr (4,2% ggü. 3,75%). In der Nähe des neuen Seehafens Mina Khalifa Bin Salman entsteht ein neuer Industrie- und Investitionspark, in dem sich auch einige deutsche Firmen angesiedelt haben. Der Baubeginn der 45 km langen Brücke nach Katar (längste Brücke der Welt) steht nach wie vor aus.


Wichtigste Wirtschaftszweige

Stärkstes und profitabelstes Standbein der bahrainischen Wirtschaft ist der Industriegigant Aluminium Bahrain Alba (Jahresproduktion 2013: 912.700 t), der zu 70% in Staatsbesitz (Staatsfonds Mumtalakat) ist und zu über 10% des BIP beiträgt.

Der Anteil des Handels- und Dienstleistungsbereiches (Banken, Versicherungen, Tourismus) am BIP ist inzwischen größer als der des Öl- und Gassektors, der gleichwohl weiterhin die bedeutendste Einnahmequelle des Staates ist. Die Erdölreserven werden auf 125 Mio. Barrel geschätzt. Die Privatisierungen werden durch Reduzierung der staatlichen Kapitalbeteiligungen weiter fortgesetzt. Die Regierung will trotz innenpolitischer Krise das touristische Potential des Landes weiter erschließen.

Der Bau- und Immobiliensektor hat während der Krise erheblichen Schaden genommen. Die in jüngster Zeit fertig gestellten Großprojekte „World Trade Center“ und „Bahrain Financial Harbour“ stehen für den wichtigsten Wirtschaftszweig, den Finanzsektor, der Bahrains Wohlstand auch in Zukunft sichern soll.


Außenhandel

Die wichtigsten Handelspartner Bahrains im Exportbereich sind neben den Ländern des Golfkooperationsrates v.a. Indien, China und die USA, im Importbereich China, USA und Japan. Wichtigste Ausfuhrgüter sind mineralische Produkte einschließlich Petrochemie, Aluminium und Textilien. Wichtigste Einfuhrgüter sind mineralische Produkte (Öl aus Saudi-Arabien), Maschinen, Elektromaterial und Transportausrüstung (Kraftfahrzeuge).

Deutsche Exporte nach Bahrain betrugen 2013 354 Mio. Euro und lagen damit unter dem Wert vom Vorjahr (399 Mio. Euro, 2011: 473 Mio., 2010: 359 Mio.). Deutschland ist damit zwar immer noch Spitzenreiter unter den EU28, aber bei keinem anderen EU-Staat ist die bilaterale Handelsbilanz dermaßen unausgeglichen: Deutschland importierte 2013 Waren für nur 33 Mio. Euro aus Bahrain (60,2 Mio., wenn man Waren hinzurechnet, die zwar nicht über Deutschland eingeführt werden, aber dort ihre Endnutzung erfahren).

Bei den deutschen Exporten spielen Maschinenbauerzeugnisse die Hauptrolle, gefolgt von Fertigwaren und chemischen Erzeugnissen.

Die EU-Staaten insgesamt haben im Jahr 2012 für 1,42 Mrd. Euro Waren nach Bahrain exportiert und für 1,3 Mrd. Euro Waren aus Bahrain importiert.


Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsgruppierungen

Bahrain ist Mitglied des Golfkooperationsrates (GKR), dessen erklärtes Ziel u.a. die Schaffung einer gemeinsamen Währung ist. Zwischen den Mitgliedern bestehen seit 2003 eine Zollunion und seit 2008 ein Gemeinsamer Markt; sie sind jedoch noch nicht vollständig in die Praxis umgesetzt.

Der Golfkooperationsrat


Umweltpolitik

Das Bewusstsein für die Belange und Erfordernisse zum Schutz der Umwelt ist noch nicht sehr ausgeprägt. Bahrains durchschnittlicher Pro-Kopf-Energieverbrauch liegt über dem der übrigen GKR-Staaten und ist viermal so hoch wie der weltweite Durchschnittsverbrauch. Strom und Trinkwasser werden unter hohem Aufwand nicht erneuerbarer Energien erzeugt und stark subventioniert an die Endverbraucher abgegeben. Schonung natürlicher Ressourcen als Leitprinzip öffentlichen und privaten Handelns gewinnt jedoch mehr und mehr Anerkennung. Bei der Nutzung der Sonnenenergie steht Bahrain noch ganz am Anfang.

Im Januar 2009 ist Bahrain der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien IRENA als Gründungsmitglied beigetreten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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