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Bahrain

Wirtschaft

Stand: Juni 2015

Wirtschaftslage und -struktur

Die innenpolitische Krise in Bahrain hat erheblichen wirtschaftlichen Schaden hinterlassen. Gleichwohl gilt das Land nach wie vor aufgrund seiner Pläne zur wirtschaftlichen Diversifizierung, der Öffnung und Liberalisierung seines Marktes und der hervorragenden Investitionsbedingungen als eine der modernsten und liberalsten Volkswirtschaften in der Golfregion. Zwar hält der Umfang der Entwicklung mit den Daten einiger Nachbarn nicht mit, dennoch sind die Bedingungen für ausländische Investoren hervorragend. So können Ausländer zu gleichen Bedingungen eine Firma gründen wie Bahrainer.

Ein Hauptziel der Wirtschaftspolitik ist der Ausbau Bahrains zum regionalen Marktführer im Finanz- und Dienstleistungsbereich. Die diesbezüglichen Reformbemühungen der Regierung werden vom IWF und von der Weltbank ausdrücklich gelobt.

Das Bahrain Economic Development Board gibt das Wirtschaftswachstum für 2013 mit 5,0% und für 2014 mit 4,5% an. Erdölexporte machten 2013 26% des BIP aus. Seit 2009 ist der Staatshaushalt defizitär. Die offiziellen Zahlen zur Arbeitslosigkeit von Bahrainern werden mit 3,7% (2014) angegeben. .

In der Nähe des neuen Seehafens Mina Khalifa Bin Salman ist ein Industrie- und Investitionspark entstanden, in dem sich auch einige deutsche Firmen angesiedelt haben. Bis 2020 sind im Bereich Infrastruktur Investitionen bis zu 22 Mrd. USD vorgesehen. Der Ausbau des Investitionsparks und des Flughafens, ein Nahverkehrsnetz und der Bau einer 90 km langen Eisenbahnverbindung parallel zum bestehenden King Fahd Causeway nach Saudi-Arabien sind geplant. Darüber hinaus sollen die Raffineriekapazitäten, Petrochemie und Metallindustrie weiter ausgebaut werden. Bis Ende 2017 ist zudem der Bau eines LNG-Terminals für den Import von Flüssiggas geplant. Der Baubeginn der 45 km langen Brücke nach Katar steht nach wie vor aus.


Wichtigste Wirtschaftszweige

Stärkstes und profitabelstes Standbein der bahrainischen Wirtschaft ist der Industriegigant Aluminium Bahrain Alba (Jahresproduktion 2014: 913.000 t), der zu 70% in Staatsbesitz (Staatsfonds Mumtalakat) ist und 13% zum BIP beiträgt.

Der Anteil des Handels- und Dienstleistungsbereiches (Banken, Versicherungen, Tourismus) am BIP ist inzwischen größer als der des Öl- und Gassektors, der gleichwohl weiterhin die bedeutendste Einnahmequelle des Staates ist. Die Erdölreserven werden auf 125 Mio. Barrel geschätzt. Die Privatisierungen werden durch Reduzierung der staatlichen Kapitalbeteiligungen weiter fortgesetzt. Die Regierung will zudem das touristische Potential des Landes weiter erschließen.


Außenhandel

Die wichtigsten Handelspartner Bahrains im Exportbereich sind neben den Ländern des Golfkooperationsrates Indien, China und die USA, im Importbereich China,, USA, Japan und Deutschland. Wichtigste Ausfuhrgüter sind mineralische Produkte einschließlich Petrochemie, Aluminium und Textilien. Wichtigste Einfuhrgüter sind mineralische Produkte (Öl aus Saudi-Arabien), Maschinen, Elektromaterial und Transportausrüstung (Kraftfahrzeuge).

Deutsche Exporte nach Bahrain betrugen 2014 372,3 Mio. Euro und lagen damit über dem Wert vom Vorjahr (354 Mio. Euro). Deutschland ist damit zwar unter den Spitzenreitern innerhalb der EU, aber bei keinem anderen EU-Staat ist die bilaterale Handelsbilanz dermaßen unausgeglichen: Deutschland importierte 2014 Waren für nur 32,5 Mio. Euro aus Bahrain. Bei den deutschen Exporten spielen Maschinenbauerzeugnisse die Hauptrolle, gefolgt von Fertigwaren und chemischen Erzeugnissen.

Die EU-Staaten insgesamt haben im Jahr 2014 für 1,75 Mrd. Euro Waren nach Bahrain exportiert und für 0,86 Mrd. Euro Waren aus Bahrain importiert.


Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsgruppierungen

Bahrain ist Mitglied des Golfkooperationsrates (GKR), dessen erklärtes Ziel u.a. die Schaffung einer gemeinsamen Währung ist. Zwischen den Mitgliedern bestehen seit 2003 eine Zollunion und seit 2008 ein Gemeinsamer Markt; sie sind jedoch noch nicht vollständig in die Praxis umgesetzt.


Umweltpolitik

Das Bewusstsein für die Belange und Erfordernisse zum Schutz der Umwelt ist noch nicht sehr ausgeprägt. Bahrains durchschnittlicher Pro-Kopf-Energieverbrauch liegt über dem der übrigen GKR-Staaten und ist viermal so hoch wie der weltweite Durchschnittsverbrauch. Strom und Trinkwasser werden unter hohem Aufwand nicht erneuerbarer Energien erzeugt und stark subventioniert an die Endverbraucher abgegeben. Schonung natürlicher Ressourcen als Leitprinzip öffentlichen und privaten Handelns gewinnt jedoch mehr und mehr Anerkennung. Bei der Nutzung der Sonnenenergie steht Bahrain noch ganz am Anfang. Im Mai 2015 fand auf Initiative der vier EU-Botschaften in Bahrain in Zusammenarbeit mit dem Supreme Council for Environment eine Bahrainisch-Europäische Umweltwoche statt.

Im Januar 2009 ist Bahrain der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien IRENA als Gründungsmitglied beigetreten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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