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Bahrain

Wirtschaft

Stand: September 2016

Wirtschaftslage und -struktur

Bahrain gilt aufgrund seiner Pläne zur wirtschaftlichen Diversifizierung, der Öffnung und Liberalisierung seines Marktes, der guten Investitionsbedingungen, der gut ausgebauten Infrastruktur und nicht zuletzt der Nähe zu wichtigen Regionalmärkten als eine der modernsten und liberalsten Volkswirtschaften und attraktiver Wirtschaftsstandort in der Golfregion. So ist Bahrain eines der wenigen Länder in der Region, in denen Ausländer i.d.R. unter den gleichen rechtlichen Bedingungen wie Bahrainer Firmen gründen können und 100% der Unternehmensanteile halten können.

Ein Hauptziel der Wirtschaftspolitik ist der Ausbau Bahrains zum regionalen Marktführer im Finanz- und Dienstleistungsbereich. Die diesbezüglichen Reformbemühungen der Regierung werden vom IWF und von der Weltbank ausdrücklich gelobt.

Der anhaltende Verfall der Erdölpreise trifft Bahrain empfindlich – denn der Öl- und Gassektor ist mit 86% Haushaltsanteil Bahrains bedeutendste Einnahmequelle. So wird für das laufende Jahr ein Rückgang des Wirtschaftswachstums auf 1,4% (nach 2,9% im Jahr 2015) prognostiziert. Die offiziellen Zahlen zur Arbeitslosigkeit von Bahrainern werden mit 3,4% (2014) angegeben. Seit 2009 ist der Staatshaushalt defizitär und lag 2015 bei 13,5% des BIP. 2016 wird mit einem weiteren Anstieg auf dann 14,4% gerechnet. Vor diesem Hintergrund wurden in den vergangenen Monaten diverse öffentliche Subventionen, die bisher rund 22% der Staatsausgaben ausmachen, gekürzt. Zur Ankurbelung der Wirtschaft sollen zudem in den nächsten Jahren Infrastrukturprojekte mit einem Gesamtvolumen von 32 Mrd. USD beschleu­nigt durchgeführt werden. Schwerpunktbereiche sind Industrie, Transport und Logistik, Tou­rismus, Finanzdienstleistungen und Informations- und Kommunikationstechnologie. 

In der Nähe des neuen Seehafens Mina Khalifa Bin Salman ist ein Industrie- und Investitionspark entstanden, in dem sich auch einige deutsche Firmen angesiedelt haben. Bis 2020 sind im Bereich Infrastruktur Investitionen bis zu 22 Mrd. USD vorgesehen. Der Ausbau des Investitionsparks und des Flughafens, ein Nahverkehrsnetz und der Bau einer 90 km langen Eisenbahnverbindung parallel zum bestehenden King Fahd Causeway nach Saudi-Arabien sind geplant. Darüber hinaus sollen die Raffineriekapazitäten, Petrochemie und Metallindustrie weiter ausgebaut werden. Bis Ende 2017 ist zudem der Bau eines LNG-Terminals für den Import von Flüssiggas geplant. Der Baubeginn der 45 km langen Brücke nach Katar steht nach wie vor aus.


Wichtigste Wirtschaftszweige

Stärkstes und profitabelstes Standbein der bahrainischen Wirtschaft ist der Industriegigant Aluminium Bahrain Alba (Jahresproduktion 2015: 960.000 t), der zu 70% in Staatsbesitz (Staatsfonds Mumtalakat) ist und 13% zum BIP beiträgt.

Der Anteil des Handels- und Dienstleistungsbereiches (Banken, Versicherungen, Tourismus) am BIP übertrifft inzwischen mit über 75% bei weitem den Öl- und Gassektor, der gleichwohl weiterhin die bedeutendste Einnahmequelle des Staates ist. Die Erdölreserven werden auf 125 Mio. Barrel, die Gasreserven auf 90 Mrd. m3 geschätzt. Die Privatisierungen werden durch Reduzierung der staatlichen Kapitalbeteiligungen weiter fortgesetzt. Die Regierung will zudem das touristische Potential des Landes weiter erschließen.


Außenhandel

Die wichtigsten Handelspartner Bahrains im Exportbereich sind neben den Ländern des Golfkooperationsrates die USA, Mosambik und Südkorea, im Importbereich China, USA, Japan und Deutschland. Wichtigste Ausfuhrgüter sind mineralische Produkte einschließlich Petrochemie, Aluminium und Textilien. Wichtigste Einfuhrgüter sind mineralische Produkte (Öl aus Saudi-Arabien), Maschinen, Elektromaterial und Transportausrüstung (Kraftfahrzeuge).

Deutsche Exporte nach Bahrain betrugen 2015 392,7 Mio. Euro und lagen damit über dem Wert vom Vorjahr (374 Mio. Euro). Deutschland ist damit unter den Spitzenreitern innerhalb der EU. Die bilaterale Handelsbilanz ist dabei extrem unausgeglichen: Deutschland importierte 2015 Waren für nur 24,8 Mio. Euro aus Bahrain. Deutsche Ausfuhrgüter sind dabei v.a. Kraftfahrzeuge und –teile, Maschinen und chemische Erzeugnisse.

Die EU-Staaten insgesamt haben im Jahr 2015 für 1,75 Mrd. Euro Waren nach Bahrain exportiert und für 0,79 Mrd. Euro Waren aus Bahrain importiert.


Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsgruppierungen

Bahrain ist Mitglied des Golfkooperationsrates (GKR), dessen erklärtes Ziel u.a. die Schaffung einer gemeinsamen Währung ist. Zwischen den Mitgliedern bestehen seit 2003 eine Zollunion und seit 2008 ein Gemeinsamer Markt; sie sind jedoch noch nicht vollständig in die Praxis umgesetzt.


Umweltpolitik

Das Bewusstsein für die Belange und Erfordernisse zum Schutz der Umwelt ist noch nicht sehr ausgeprägt. Bahrains durchschnittlicher Pro-Kopf-Energieverbrauch liegt über dem der übrigen GKR-Staaten und ist viermal so hoch wie der weltweite Durchschnittsverbrauch. Strom und Wasser wurden bisher unter hohem Aufwand nicht erneuerbarer Energien erzeugt und stark subventioniert an die Endverbraucher abgegeben. Der Anfang 2016 eingeleitete stufenweise Abbau der Subventionierung dürfte zu einem umweltbewussteren Umgang mit den natürlichen Ressourcen führen. Schonung natürlicher Ressourcen als Leitprinzip öffentlichen und privaten Handelns gewinnt zudem mehr und mehr Anerkennung. Bei der Nutzung der Sonnenenergie steht Bahrain noch ganz am Anfang. Im Mai 2015 fand auf Initiative der vier EU-Botschaften in Bahrain in Zusammenarbeit mit dem Supreme Council for Environment eine Bahrainisch-Europäische Umweltwoche statt.

Im Januar 2009 ist Bahrain der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien IRENA als Gründungsmitglied beigetreten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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