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Bahrain

Wirtschaft

Stand: November 2014

Wirtschaftslage und -struktur

Die innenpolitische Krise in Bahrain hat einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden hinterlassen. Gleichwohl gilt das Land nach wie vor aufgrund seiner  Pläne zur wirtschaftlichen Diversifizierung, der Öffnung und Liberalisierung seines Marktes und der hervorragenden Investitionsbedingungen als eine der modernsten und liberalsten Volkswirtschaften in der Golfregion. Zwar hält der Umfang der Entwicklung mit den Daten einiger Nachbarn nicht mit, dennoch sind die Bedingungen für ausländische Investoren hervorragend. So können Ausländer zu gleichen Bedingungen eine Firma gründen wie Bahrainer.

Ein Hauptziel der Wirtschaftspolitik ist der Ausbau Bahrains zum regionalen Marktführer im Finanz- und Dienstleistungsbereich. Die diesbezüglichen Reformbemühungen der Regierung werden vom IWF und von der Weltbank ausdrücklich gelobt.

Das bahrainische Economic Development Board gibt das Wirtschaftswachstum für 2013 mit 5,3% an und schätzt es für 2014 auf 3,5%. Erdölexporte machten 2013 26% des BIP aus. Seit 2009 ist der Staatshaushalt defizitär. Die offiziellen Zahlen zur Arbeitslosigkeit von Bahrainern sind höher als im Vorjahr (4,2% ggü. 3,75%).

In der Nähe des neuen Seehafens Mina Khalifa Bin Salman ist ein Industrie- und Investitionspark entstanden, in dem sich auch einige deutsche Firmen angesiedelt haben. Der Ausbau Investitionsparks sowie des Flughafens und der Bau einer 90 km langen Eisenbahnverbindung parallel zum bestehenden King Fahd Causeway nach Saudi-Arabien sind geplant. Der Baubeginn der 45 km langen Brücke nach Katar steht nach wie vor aus.


Wichtigste Wirtschaftszweige

Stärkstes und profitabelstes Standbein der bahrainischen Wirtschaft ist der Industriegigant Aluminium Bahrain Alba (Jahresproduktion 2013: 912.700 t), der zu 70% in Staatsbesitz (Staatsfonds Mumtalakat) ist und zu über 10% des BIP beiträgt.

Der Anteil des Handels- und Dienstleistungsbereiches (Banken, Versicherungen, Tourismus) am BIP ist inzwischen größer als der des Öl- und Gassektors, der gleichwohl weiterhin die bedeutendste Einnahmequelle des Staates ist. Die Erdölreserven werden auf 125 Mio. Barrel geschätzt. Die Privatisierungen werden durch Reduzierung der staatlichen Kapitalbeteiligungen weiter fortgesetzt. Die Regierung will trotz andauernder innenpolitischer Krise das touristische Potential des Landes weiter erschließen.

Der Bau- und Immobiliensektor hat während der Krise erheblichen Schaden genommen. Die in jüngster Zeit fertig gestellten Großprojekte „World Trade Center“ und „Bahrain Financial Harbour“ stehen für den wichtigsten Wirtschaftszweig, den Finanzsektor, der Bahrains Wohlstand auch in Zukunft sichern soll.


Außenhandel

Die wichtigsten Handelspartner Bahrains im Exportbereich sind neben den Ländern des Golfkooperationsrates Indien, China und die USA, im Importbereich China, Brasilien, USA, Japan und Deutschland. Wichtigste Ausfuhrgüter sind mineralische Produkte einschließlich Petrochemie, Aluminium und Textilien. Wichtigste Einfuhrgüter sind mineralische Produkte (Öl aus Saudi-Arabien), Maschinen, Elektromaterial und Transportausrüstung (Kraftfahrzeuge).

Deutsche Exporte nach Bahrain betrugen 2013 357 Mio. Euro und lagen damit unter dem Wert vom Vorjahr (399 Mio. Euro, 2011: 473 Mio., 2010: 359 Mio.). Deutschland ist damit zwar immer noch unter den Spitzenreitern innerhalb der EU, aber bei keinem anderen EU-Staat ist die bilaterale Handelsbilanz dermaßen unausgeglichen: Deutschland importierte 2013 Waren für nur 33 Mio. Euro aus Bahrain (60,2 Mio. Euro, wenn man Waren hinzurechnet, die zwar nicht über Deutschland eingeführt werden, aber dort ihre Endnutzung erfahren).

Bei den deutschen Exporten spielen Maschinenbauerzeugnisse die Hauptrolle, gefolgt von Fertigwaren und chemischen Erzeugnissen.

Die EU-Staaten insgesamt haben im Jahr 2013 für 1,42 Mrd. Euro Waren nach Bahrain exportiert und für 1,3 Mrd. Euro Waren aus Bahrain importiert.


Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsgruppierungen

Bahrain ist Mitglied des Golfkooperationsrates (GKR), dessen erklärtes Ziel u.a. die Schaffung einer gemeinsamen Währung ist. Zwischen den Mitgliedern bestehen seit 2003 eine Zollunion und seit 2008 ein Gemeinsamer Markt; sie sind jedoch noch nicht vollständig in die Praxis umgesetzt.

Der Golfkooperationsrat


Umweltpolitik

Das Bewusstsein für die Belange und Erfordernisse zum Schutz der Umwelt ist noch nicht sehr ausgeprägt. Bahrains durchschnittlicher Pro-Kopf-Energieverbrauch liegt über dem der übrigen GKR-Staaten und ist viermal so hoch wie der weltweite Durchschnittsverbrauch. Strom und Trinkwasser werden unter hohem Aufwand nicht erneuerbarer Energien erzeugt und stark subventioniert an die Endverbraucher abgegeben. Schonung natürlicher Ressourcen als Leitprinzip öffentlichen und privaten Handelns gewinnt jedoch mehr und mehr Anerkennung. Bei der Nutzung der Sonnenenergie steht Bahrain noch ganz am Anfang.

Im Januar 2009 ist Bahrain der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien IRENA als Gründungsmitglied beigetreten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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