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Wie helfen wir?

Humanitäre Hilfe unterstützt bedarfsorientiert Menschen, die durch Naturkatastrophen, Epidemien, kriegerische Auseinandersetzungen oder innere Unruhen in akute Not geraten sind oder bei denen ein Risiko darauf besteht.

Innerhalb der Bundesregierung ist das Auswärtige Amt für die humanitäre Hilfe im Ausland federführend und reagiert schnell, flexibel und unbürokratisch. Nach dem Grundsatz der Subsidiarität leistet die Bundesregierung dort humanitäre Hilfe, wo die Regierung des betroffenen Staates dies selbst nicht ausreichend kann oder will. 

Die Bundesregierung leistet diese Hilfe nicht direkt, sondern fördert geeignete Projekte und Programme der humanitären Organisationen der Vereinten Nationen, deutscher Nichtregierungsorganisationen und der Organisationen der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Diese ermöglichen den betroffenen Menschen ein Überleben in Würde und Sicherheit und lindern das Leid derer, die ihre akute Notlage nicht aus eigener Kraft überwinden können.

Politische Grundlagen das Handeln der Bundesregierung in diesem Bereich sind der Europäische Konsens zur Humanitären Hilfe sowie die "Prinzipien und Gute Praxis Humanitärer Geberschaft". Wesentliche Leitgedanken dabei sind die Orientierung am humanitären Bedarf der Betroffenen sowie die Einhaltung der humanitären Prinzipien der Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit.

Menschlich, neutral, unparteilich und unabhängig

Der Grundsatz der Menschlichkeit besagt, dass menschliches Leid allerorts gelindert werden muss. Das gilt sowohl für die, die Hilfe leisten können, als auch für diejenigen, die den Zugang zu den Betroffenen ermöglichen müssen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Die Würde aller Opfer muss gewahrt und geschützt werden.

Neutralität besagt, dass humanitäre Hilfe geleistet wird, ohne dass in bewaffneten Konflikten oder anderen Kontroversen einer der Konfliktparteien der Vorzug gegeben wird.

Unparteilichkeit bedeutet, dass humanitäre Hilfe ausschließlich aufgrund der Bedürftigkeit geleistet wird – ohne Diskriminierung zwischen betroffenen Bevölkerungsgruppen.

Der Grundsatz der Wahrung der Unabhängigkeit bedeutet, dass humanitäre Ziele nicht politischen, wirtschaftlichen, militärischen oder sonstigen Zielen untergeordnet werden dürfen. Einziger Zweck der humanitären Hilfe ist, das Leiden der Opfer humanitärer Krisen zu vermeiden oder zu lindern.

Humanitäre Hilfe und Katastrophenvorsorge

Das Auswärtige Amt ist innerhalb der Bundesregierung für die humanitäre Hilfe im Ausland verantwortlich. Das Auswärtige Amt unterstützt Maßnahmen der humanitären Sofort- und Not- sowie der Übergangs- inkl. Ernährungshilfe insbesondere für Flüchtlinge und Binnenvertriebene.

Darüber hinaus fördert das Auswärtige Amt integrierte Maßnahmen der humanitären Katastrophenvorsorge. Durch Aktivitäten der sogenannten "Preparedness" können die Folgen von Naturkatastrophen bereits im Vorfeld abgemildert, die Selbsthilfekräfte von  Bevölkerungen, die von Katastrophen und Krisen bedroht sind, gestärkt und menschliches Leid sowie materielle Schäden vermindert werden.

Auch humanitäre Minen- und Kampfmittelräumung gehört zu diesem Tätigkeitsfeld. Ziel dabei ist, die humanitären, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen von Minen und explosiven Kampfmittelrückständen zu verringern.

Humanitäre Hilfe: International, qualitativ und diplomatisch

Humanitäre Hilfe bewegt sich in einem interdependenten internationalen Umfeld. Globale Herausforderungen wie z.B. Klimawandel, Bevölkerungswachstum, zunehmende Armut, langandauernde und bewaffnete Krisen spielen hier eine wichtige Rolle, da sie zu einem steigenden humanitären Bedarf führen (werden).

Die Bundesregierung unterstützt daher ausdrücklich die internationalen Koordinierungsmechanismen der humanitären Hilfe durch die Vereinten Nationen (UN-OCHA) und stärkt diese nachhaltig. Zudem nutzt die Bundesregierung humanitäre Diplomatie, um neue Partner für die Hilfsleistungen zu gewinnen und in das bestehende international koordinierte System zu integrieren.

Das Auswärtige Amt setzt sich nachdrücklich für Innovation und Qualitätssicherung der humanitären Hilfe ein und bestärkt auch seine Partner in dieser Hinsicht.

Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit

Die Bundesregierung orientiert sich an international anerkannten Konzepten wie dem "Linking Relief, Rehabilitation and Development" ("LRRD")-Ansatz. Ziel hierbei ist es, in Abhängigkeit der lokalen Krisen- und Katastrophengegebenheiten eine optimale Verknüpfung von humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit herzustellen. Die Bundesregierung verfügt über das dafür notwendige Instrumentarium: Die humanitäre Hilfe wird vom AA abgedeckt; das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung BMZ ist – neben der klassischen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) – für die entwicklungsfördernde und strukturbildende Übergangshilfe (ESÜH) zuständig. Sie hat zum Ziel, die Widerstandsfähigkeit von Menschen und Gesellschaften in Entwicklungsländern, insbesondere in fragilen Staaten und Kontexten, zu stärken. Der vom AA und BMZ gemeinsam entwickelte Leitfaden erläutert diese Zuständigkeitsbereiche transparent.

Leitfaden zur Humanitären Hilfe (AA) und Entwicklungsfördernden strukturbildenden Übergangshilfe (BMZ) (PDF, 299 KB)

Schnelle, unbürokratische Hilfe in aktuellen Krisen

Zur Bewältigung humanitärer Krisen weltweit hat das Auswärtige Amt 2014 mehr als 437 Millionen Euro eingesetzt. Dabei standen vor allem die humanitäre Notlage in Syrien und den syrischen Nachbarländern, die Krisen in Nordirak, in der Ukraine, der Zentralafrikanischen Republik und im Südsudan sowie die von der Ebola-Epidemie betroffenen Länder Westafrikas im Fokus. Durch schnelle und unbürokratische Förderung internationaler und zivilgesellschaftlicher Organisationen der humanitären Hilfe konnten wichtige Vorhaben in diesem Bereich ermöglicht werden.

Wichtige Partner der Bundesregierung sind der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR), das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), sowie das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA). Dort engagiert sie sich neben der umfangreichen Projektzusammenarbeit auch mit jährlich insgesamt 17,5 Millionen Euro als sogenannte "freiwillige Beiträge" für deren Kernbudgets.


Stand 27.03.2015

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