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Bangladesch

Wirtschaft

Stand: März 2014

Grundlinien der Wirtschaftspolitik

Seit der Wiederherstellung des parlamentarischen Systems 1991 folgen die jeweiligen Regierungen einem unternehmerfreundlichen Kurs. Der Wechselkurs orientiert sich am US-Dollar und ergibt sich grundsätzlich aus Angebot und Nachfrage. Die Zentralbank interveniert allerdings, um bestimmte Wechselkursziele zu erreichen, falls dies bei der Steuerung makroökonomischer Rahmenbedingungen erforderlich erscheint ("managed floating").


Aktuelle wirtschaftliche Lage

Das Wirtschaftswachstum des vorangegangenen Haushaltsjahres (Juli 2012 bis Juni 2013) blieb mit 6,0 Prozent zwar hinter den eigenen Zielen (7,2 Prozent) und der Vorjahresleistung von 6,3 Prozent zurück, entsprach aber exakt der Wachstumsprognose des IWF. Für das Haushaltsjahr 2014 prognostiziert die Weltbank ein Wachstum von 5,7 Prozent.

Die Landwirtschaft wuchs im Haushaltsjahr 2013 um 2,17 Prozent und lag damit unter dem Wachstum des vergangenen Jahres von 3,11 Prozent. Die verarbeitende Industrie hielt ihr Wachstum mit 9,34 Prozent gegenüber dem Vorjahr konstant. Der Dienstleistungssektor vergrößerte sich um 5,73 Prozent, die Bauwirtschaft um 8,05 Prozent. Die Energiebranche (inklusive Wassersektor) verzeichnete ein Wachstum von 8,57 Prozent gegenüber einem Wachstum von 12,03 Prozent im vergangenen Jahr. Die Exporte wuchsen mit 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (5,9) wieder etwas mehr. Die Binnennachfrage ist nach wie vor stark.

Insgesamt schloss die Handelsbilanz im Haushaltsjahr 2013 mit einem Defizit von etwa 5,3 Mrd. USD (2012 ca. 10,4 Mrd. USD). Der wachsende Energiebedarf führte zu einem rasanten Anstieg der Einfuhr von Erdölerzeugnissen. Die Rücküberweisungen von Gastarbeitern stieg um 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 14,46 Mrd. USD an.

Der aktuelle Staatshaushalt 2013/14 hat ein Volumen von ca. 2,22 Billionen Taka (ungefähr 27,8 Mrd. USD) und sieht ein Defizit von 5,0 Prozent des BIP vor. Die Investitionsausgaben zum Ausbau der Energie- und Verkehrsinfrastruktur wurden weiter erhöht. Priorität haben der Ausbau der Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung sowie Sektoren wie Energie und Infrastruktur. Risiken für den Haushalt liegen in der staatlichen Subventionierung der Kosten von Treibstoff und Dünger sowie in der zwar zunehmenden, aber immer noch geringen Steuerbasis. Das Ziel der Regierung für das Haushaltsjahr 2013, eine Inflationsrate von 7,0 Prozent zu erreichen, wurde verfehlt. Die durchschnittliche jährliche Inflationsrate lag im letzen Jahr bei 7,7 Prozent. Hauptursache sind der starke Anstieg der Strompreise und Transportkosten.

Obwohl die Armutsquote in den letzten zwei Dekaden zurückging, leben weiterhin fast 31,5 Prozent der Bevölkerung (ca. 52 Millionen) unterhalb der Armutsgrenze von 1,25 USD. Unter- sowie Fehlernährung bleiben weit verbreitete Phänomene. Das Bevölkerungswachstum liegt bei 1,34 Prozent, die Geburtenziffer je Frau bei 2,24.


Außenhandel und Direktinvestitionen

Die Exporterlöse sind im Haushaltsjahr 2013 um 11,2 Prozent (Vorjahr: 41,5 Prozent) auf 27,1 Mrd. USD gestiegen und blieben damit hinter dem Ziel von 28 Mrd. USD zurück. Bedeutendste Absatzmärkte sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (53 Prozent) und die USA (21 Prozent). Hauptexportgüter sind mit etwa 82 Prozent Bekleidungsartikel. Es folgen Jutewaren (4 Prozent), tiefgefrorene Nahrungsmittel (2,3 Prozent) und Lederwaren (2,2 Prozent).

Das Importvolumen sank im Haushaltsjahr 2013 um knapp 7 Prozent (Vorjahr: Anstieg um 8,7 Prozent) auf 32,34 Mrd. USD. Insbesondere Luxus- und Konsumgüter wurden weniger nachgefragt.
Hauptlieferländer sind China, Indien und Singapur. Eingeführt werden Nahrungsmittel, Garne, Fasern, Stoffe, Mineralöle und Investitionsgüter.

Private ausländische Direktinvestitionen haben trotz der in den vergangenen Jahren eingeleiteten staatlichen Fördermaßnahmen (steuerliche Vergünstigungen, Errichtung von Exportzonen) ein im regionalen Vergleich geringes Niveau. Etwa die Hälfte der ausländischen Investitionen fließen in den Öl- und Gassektor und die Telekommunikation. Auf den Dienstleistungssektor und auf die verarbeitende Industrie (Textilien, Zement und Düngemittel) entfallen jeweils etwa ein Viertel der Direktinvestitionen.

Den vergleichsweise günstigen gesetzlichen Bedingungen für Auslandsinvestitionen, u.a. geringe Steuern, sowie ein wachsender Binnenmarkt stehen eine schwache Verkehrsinfrastruktur, ein hohes Energiedefizit sowie weit verbreitete Korruption entgegen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Bangladesch ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Die Bundesrepublik unterstützt Bangladesch vor allem im Bereich Good Governance, Menschenrechte und Kommunalentwicklung, in der Entwicklung des Gesundheitssystems, sowie bei der Verbesserung der Energieeffizienz und der Förderung erneuerbarer Energien. Außerdem wird ein Programm unterstützt, dass die Auswirkungen des Klimawandels reduzieren und die Biodiversität des Landes bewahren soll.
Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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