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Bangladesch

Wirtschaft

Stand: August 2015

Wirtschaftspolitik

Seit der Wiederherstellung des parlamentarischen Systems 1991 folgen die jeweiligen Regierungen einem unternehmerfreundlichen Kurs. Der Wechselkurs orientiert sich am US-Dollar und ergibt sich grundsätzlich aus Angebot und Nachfrage. Die Zentralbank interveniert allerdings, um bestimmte Wechselkursziele zu erreichen, falls dies bei der Steuerung makroökonomischer Rahmenbedingungen erforderlich erscheint ('managed float').


Aktuelle wirtschaftliche Lage

Das Wirtschaftswachstum des vorangegangenen Haushaltsjahres (Juli 2013 bis Juni 2014) blieb mit 6,1 Prozent zwar hinter den eigenen Zielen (7,3 Prozent) zurück, fiel aber stärker aus als die Wachstumsprognose der Weltbank. Für das Haushaltsjahr 2014/15 prognostiziert die Weltbank ein Wachstum von 6,2 Prozent.

Das Wachstum der Landwirtschaft betrug im Haushaltsjahr 2013/14 um 3,35 Prozent und fiel damit stärker als das Wachstum des vergangenen Jahres von 2,17 Prozent aus. Die verarbeitende Industrie lag mit ihrem Wachstum von 8,39 Prozent unter dem Wachstum des Vorjahrs (9,34 Prozent). Der Dienstleistungssektor vergrößerte sich um 5,83 Prozent, die Bauwirtschaft um 8,56 Prozent. Die Energiebranche (inklusive Wassersektor) verzeichnete ein Wachstum von 7,4 Prozent gegenüber einem Wachstum von 8,57 Prozent im vergangenen Haushaltsjahr. Die Exporte wuchsen mit 11,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (11,2 Prozent) wieder etwas mehr. Die Binnennachfrage ist nach wie vor stark.

Insgesamt schloss die Handelsbilanz im Haushaltsjahr 2014 mit einem Defizit von etwa 6,8 Mrd. USD (2013 ca. 5,3 Mrd. USD). Der wachsende Energiebedarf führte zu einem rasanten Anstieg der Einfuhr von Erdölerzeugnissen. Die Rücküberweisungen von Gastarbeitern sanken um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 14,1 Mrd. USD an.

Der aktuelle Staatshaushalt 2014/15 hat ein Volumen von ca. 2,5 Billionen Taka (ungefähr 32 Mrd. USD) und sieht ein Defizit von 4,6 Prozent des BIP vor. Die Investitionsausgaben zum Ausbau der Energie- und Verkehrsinfrastruktur wurden weiter erhöht. Priorität haben der Ausbau der Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung sowie Sektoren wie Energie und Infrastruktur. Risiken für den Haushalt liegen in der staatlichen Subventionierung der Kosten von Treibstoff und Dünger sowie in der zwar zunehmenden, aber immer noch geringen Steuerbasis. Das Ziel der Regierung für das Haushaltsjahr 2014, eine Inflationsrate von 6,5 Prozent zu erreichen, wurde verfehlt. Die durchschnittliche jährliche Inflationsrate lag im letzen Jahr bei 7,2 Prozent. Hauptursache sind der starke Anstieg der Strompreise und Transportkosten.

Obwohl die Armutsquote in den letzten zwei Dekaden zurückging, leben weiterhin fast 26,5 Prozent der Bevölkerung (ca. 44 Millionen) unterhalb der Armutsgrenze von 1,25 USD. Unter- sowie Fehlernährung bleiben weit verbreitete Phänomene. Das Bevölkerungswachstum liegt bei 1,34 Prozent, die Geburtenziffer je Frau bei 2,24.


Außenhandel und Direktinvestitionen

Die Exporterlöse sind im Haushaltsjahr 2014 um 11,7 Prozent (Vorjahr: 11,2 Prozent) auf 30,18 Mrd. USD gestiegen und haben damit das Ziel von 30 Mrd. USD überschritten. Bedeutendste Absatzmärkte sind die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (53 Prozent) und die USA (20 Prozent). Hauptexportgüter sind mit etwa 82 Prozent Bekleidungsartikel. Es folgen Jutewaren (3,2 Prozent), tiefgefrorene Nahrungsmittel (2,8 Prozent) und Lederwaren (2,5 Prozent).

Das Importvolumen wuchs im Haushaltsjahr 2014 um knapp 9 Prozent (im Vorjahr sank es um 7 Prozent) auf 36,57 Mrd. USD. Hauptlieferländer sind China, Indien und Singapur. Eingeführt werden Nahrungsmittel, Garne, Fasern, Stoffe, Mineralöle und Investitionsgüter.

Private ausländische Direktinvestitionen haben trotz der in den vergangenen Jahren eingeleiteten staatlichen Fördermaßnahmen (steuerliche Vergünstigungen, Errichtung von Exportzonen) ein im regionalen Vergleich geringes Niveau. Etwa die Hälfte der ausländischen Investitionen fließt in den Öl- und Gassektor und die Telekommunikation. Auf den Dienstleistungssektor und auf die verarbeitende Industrie (Textilien, Zement und Düngemittel) entfallen jeweils etwa ein Viertel der Direktinvestitionen.

Den vergleichsweise günstigen gesetzlichen Bedingungen für Auslandsinvestitionen (unter anderem geringe Steuern) sowie dem wachsenden Binnenmarkt stehen eine schwache Verkehrsinfrastruktur, ein hohes Energiedefizit sowie weit verbreitete Korruption entgegen.


Entwicklungs­zusammenarbeit

Bangladesch ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Die Bundesrepublik unterstützt Bangladesch vor allem im Bereich Good Governance, Menschenrechte und Kommunalentwicklung, in der Entwicklung des Gesundheitssystems, sowie bei der Verbesserung der Energieeffizienz und der Förderung erneuerbarer Energien. Außerdem wird ein Programm unterstützt, dass die Auswirkungen des Klimawandels reduzieren und die Biodiversität des Landes bewahren soll.
Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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