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Über den Tellerrand hinaus: Nachhaltige Entwicklung in Europa

2001 riefen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union die EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung ins Leben. 2006 wurde sie überprüft und modifiziert. Auf europäischer Ebene hat das Auswärtige Amt die Federführung in der Nachhaltigkeitspolitik der Bundesregierung inne.

Nicht auf Kosten künftiger Generationen handeln

Heute gießen, was wir morgen ernten wollen

Heute gießen, was wir morgen ernten wollen
© picture-alliance / dpa

"Nachhaltige Entwicklung bedeutet, dass den Bedürfnissen der heutigen Generation dergestalt Rechnung getragen werden sollte, dass die Fähigkeit künftiger Generationen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, nicht gefährdet wird."
Diese Definition aus der EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung von 2006 macht deutlich, dass es im Kern um zwei Dinge geht:

  • Wir dürfen bei unserem Handeln die künftigen Generationen nicht aus den Augen verlieren
  • Nachhaltigkeit ist eine Querschnittsaufgabe, die auf eine ganze Reihe von Politikbereichen Auswirkungen hat.

Daraus ergeben sich folgende Anforderungen:

  • Langfristig denken
    Der Zeithorizont der EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung reicht bis 2050. Dieser langfristige Zielhorizont ist beispielsweise im Energiebereich aufgrund der hohen Investitionskosten notwendig.
  • Global denken
    Durch die Berücksichtigung globaler Zusammenhänge in der EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung soll ein positives Signal an unsere Partner in der Welt gesendet werden. Angesichts der globalen Herausforderungen, Konflikte und sicherheitspolitischen Risiken müssen wir internationale Zuverlässigkeit beweisen und einfordern.
  • Ganzheitlich denken
    Die EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung soll eine ganzheitliche Betrachtung der einzelnen Sektorstrategien der EU ermöglichen und die Kohärenz der verschiedenen Strategien sicherstellen.
  • Synergien fördern
    Sie soll Synergien auf europäischer und nationaler Ebene erleichtern. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung sowie die Nachhaltigkeitsstrategien der anderen europäischen Mitgliedstaaten bauen auf der EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung auf. Denn nachhaltige Lösungen auf nationaler Ebene können heutzutage nur im europäischen und internationalen Rahmen erfolgreich sein.

Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität sichern

Damit unterstützt die EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung die globale Wettbewerbsfähigkeit der EU, denn nachhaltige Entwicklung befördert Innovationen. Beispielhaft sind hier die Zukunftstechnologien im Umweltbereich.

Außerdem sollen die Ergebnisse der EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung den Bürgerinnen und Bürgern zeigen, dass die Europäische Union einen wesentlichen Beitrag für die Sicherung unserer Lebensqualität leistet.

Genutzt wird die EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung regelmäßig im Rahmen der Folgenabschätzungen (Impact Assessments) durch die EU-Kommission zu jedem ihrer Vorhaben. Die EU-Kommission ist der Auffassung, dass es u.a. durch die EU-Strategie gelungen ist, das Thema Nachhaltigkeit in alle Politikbereiche zu integrieren. Ein Beispiel dafür ist die Europa-2020-Strategie.

Um welche Politikbereiche geht es?

Die EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung besteht aus folgenden strategischen Handlungsfeldern, den so genannten zentralen Herausforderungen:

  1. Klimawandel und erneuerbare Energien
  2. Nachhaltiger Verkehr
  3. Nachhaltiger Verbrauch und Produktion
  4. Natürliche Ressourcen
  5. Öffentliches Gesundheitswesen
  6. Soziale Integration, Bevölkerungsentwicklung und Migration
  7. Globale Herausforderungen in Bezug auf Armut und nachhaltige Entwicklung
  8. Bereichsübergreifende Maßnahmen als Beitrag zur Wissensgesellschaft
    (Allgemeine und berufliche Bildung, Forschung und Entwicklung, Finanzierungs- und Wirtschaftsinstrumente)

Erfolgskontrolle: der Eurostat Monitoring Bericht

Das statistische Amt der EU, Eurostat, hat die Aufgabe, alle zwei Jahre einen Fortschrittsbericht auf der Grundlage von festgelegten Indikatoren für nachhaltige Entwicklung zu erstellen. In der EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung sind Ziele und Vorgaben festgelegt, die die Europäische Union auf den Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung bringen sollen. 

Eurostat-Fortschrittsbericht zur Nachhaltigen Entwicklung 2011 (PDF, 18 MB)

Elf der über 100 in diesem Bericht behandelten Indikatoren wurden als Leitindikatoren ausgewählt. Diese Leitindikatoren sollen Aufschluss darüber geben, ob die EU in Bezug auf die in der EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung festgelegten Ziele und Vorgaben Fortschritte in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung erzielt hat. 

Leitindikatoren der nachhaltigen Entwicklung

Was tut Deutschland?

Deutschland hat seit 2002 eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Titel "Perspektiven für Deutschland". Anfang 2012 wurde ein Fortschrittsbericht veröffentlicht. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite der Bundesregierung zur Nachhaltigkeitsstrategie.

Auf europäischer Ebene hat das Auswärtige Amt die Federführung in der Nachhaltigkeitspolitik der Bundesregierung inne. Deutschland engagiert sich aktiv im europäischen Rahmen; zum letzten Fortschrittsbericht aus dem Jahr 2009 hat es seine Position in einem Eckpunktepapier dokumentiert:


Stand 06.02.2013

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