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Katar

Wirtschaftspolitik

Stand: Dezember  2015

Struktur der Wirtschaft

Gegen 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) werden vom Öl- und Gassektor erwirtschaftet. Hiervon werden auch weiterhin starke Impulse ausgehen, allerdings ging die rasante Expansion der Gasproduktion 2011 mit dem Erreichen der maximalen Förderkapazität zu Ende. Zukünftig sollen vor allem die geplanten Milliardeninvestitionen in den Bereichen Stadtentwicklung, Verkehrsinfrastruktur sowie Dienstleistungen das Wirtschaftswachstum stützen. Dem Bereich der Finanzdienstleistungen wird besondere Bedeutung zugemessen.

Die großen katarischen Unternehmungen befinden sich in überwiegend staatlicher Hand, wobei angesichts der engen Verflechtung zwischen Staat und Herrscherfamilie eine Trennung zwischen staatlich und privat nicht immer möglich ist.


Wirtschaftsklima

Katar gilt weiterhin als „Boomland“ mit noch nicht ausgeschöpftem wirtschaftlichem Potenzial, dessen Markt hart umkämpft ist. Das Land ist dabei, umfangreiche Infrastrukturprojekte (Straßenbau, Kanalisation, Eisenbahn, Flughafen und Hafenbau) zu realisieren. Die geplante und angestrebte Durchführung dieser Vorhaben leidet oft an einem schwerfälligen Entscheidungsprozess der katarischen öffentlichen Auftraggeber.

Nach einem realen Wachstum von 5,2 Prozent im Jahre 2013 waren es 2014 6,5 Prozent. Rund 88 Prozent der gegenwärtig rund 2,4 Millionen Einwohner Katars sind nicht katarischer Staatsangehörigkeit; die große Mehrzahl davon verrichtet Dienstleistungen im Bau- und produzierenden Gewerbe, bei sehr niedrigem Lohnniveau und z.T. unter prekären Bedingungen. Die zahlenmäßig stärksten Gruppen ausländischer Arbeitnehmer kommen aus Indien, Nepal und den Philippinen.

Es wird ein weiterer Anstieg der Bevölkerungszahlen erwartet, dies insbesondere durch den weiteren Zuzug von Nicht-Katarern.

Das Rechtssystem hat noch erhebliche Defizite. Gerade für nicht-katarische Akteure ist eine gerichtlich durchsetzbare Rechtssicherheit, beispielsweise bei ausstehenden Forderungen, teilweise nur bedingt gegeben.

Arbeitslosigkeit besteht praktisch nicht; ausländische Arbeitskräfte werden weiterhin benötigt. Die Attraktivität des Standortes Katar leidet jedoch unter hohen Preisen und einem diesen oft nicht entsprechenden Lohnniveau.


Außenhandel/Weltwirtschaft

Entsprechend seiner Position als Exporteur von Gas und Öl ist Katar ein wichtiger Akteur im internationalen Energiemarkt. Das Land verfügt über die drittgrößten Erdgasreserven der Welt. Katar war in den letzten Jahren der größte Exporteur von verflüssigtem Erdgas (LNG). Hauptabnehmer  der katarischen Gasexporte waren  2014 Japan (31 Mrd. US-$), Südkorea ( 23 Mrd. ),  Indien (16 Mrd.),  China (9 Mrd. ) sowie die VAE  (6 Mrd. US-$). In Europa werden u. a. Spanien, Frankreich, Italien und Großbritannien mit LNG aus Katar beliefert.

Unter den  Lieferländern  lagen  2014 die USA mit 3,1 Mrd. US-$, gefolgt von China mit 2,9 Mrd., den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 2,3 Mrd.  (v.a. Reexporte aus Dubai), Deutschland mit 1,9 Mrd., Japan mit 1,7 Mrd. und Großbritannien mit 1,5 Mrd. US-$ vorne. 2014 konnte Katar einen Haushaltsüberschuss von 105 Mrd.  US-$ verzeichnen. Generell ist für den Marktzugang noch immer ein lokaler Mehrheitspartner notwendig,  ein solcher Partner ist jedoch für die Bereiche Bildung, Gesundheit, Tourismus, Landwirtschaft und Industrie sowie für Projekte im Zusammenhang mit Energie und Bodenschätzen nicht mehr zwingend. Hierzu wird nach Einzelfall von der Regierung entschieden. In weiteren Bereichen, so bei Beratungsdiensten, IT, Tourismus und Sport, wurde jüngst eine hundertprozentige ausländische Eigentümerschaft zugelassen. Direktinvestitionen sollen auch dadurch erleichtert werden, dass die Körperschaftssteuer für ausländische Unternehmen seit 2010 durchgängig bei 10 Prozent liegt.

Katar ist Mitglied in allen relevanten internationalen Wirtschaftsorganisationen, ebenso der OPEC und der OAPEC (Organisation der arabischen Erdöl-exportierenden Staaten). Darüber hinaus ist das Land sehr aktiv in dem Bemühen, auch eine engere Koordination mit anderen gasproduzierenden Ländern herbeizuführen; dies geschieht vor allem im Rahmen des Forums Gas-exportierender Länder (GECF). Doha ist Sitz des Forum-Sekretariats. Generell ist es der Führung jedoch ein Anliegen, dass dies nicht zu einer konfrontativen Position mit den Verbraucherländern führt.

Der mit den anderen Mitgliedstaaten des Golfkooperationsrates (GKR) für den 1. Januar 2008 vereinbarte Beginn eines gemeinsamen Marktes wurde noch nicht implementiert, ebenso ist die GKR-Zollunion noch nicht verwirklicht. Auch die Umsetzung der seit Jahren diskutierten Einheitswährung ist noch nicht absehbar.


Umwelt

Fragen des Umweltschutzes wird in Katar zunehmend politisches Gewicht beigemessen. Dies zeigt sich auch darin, dass im Juni 2008 ein eigenes Umweltministerium geschaffen wurde und seit Februar 2008 ein Nationaler Umweltplan  in Kraft ist.

Katar hat weltweit den höchsten CO2-Ausstoß pro Kopf, will die Emissionen aber in Zukunft erheblich reduzieren. Auch mit  einem Wasserverbrauch von über 200 Kubikmetern pro Kopf ist Katar Spitzenreiter. Die 18. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention UNFCCC („COP18“), die Ende November/ Anfang Dezember 2012 in Doha stattfand, hat jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf die lokale Gesetzeslage mit sich gebracht. So steht auch die Kommunikation eines verbindlichen Klimaschutzziels für Katar im internationalen Rahmen noch aus.

Erneuerbare Energien erfreuen sich zunehmender Wertschätzung, besonderes Gewicht wird auf die entsprechenden Arbeiten in Forschung und Entwicklung gelegt. Vorreiter dabei ist die Photovoltaik. Die durch erneuerbare Energieträger erzeugten Strommengen sind jedoch gering.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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