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Mobile Botschafter der Reformation

Es sind besondere "Botschafter": etwa einen Meter hoch, aus schwarzem oder kobaltblauem Kunststoff, tragbar und mobil. Fünf solcher "Luther-Botschafter" hat Staatsministerin Pieper am 12. Juni den nordischen Botschaften in Berlin übergeben - im Rahmen der Feierlichkeiten zum bevorstehenden Reformationsjubiläum. 

Denn 2017 jährt sich der Thesenanschlag Martin Luthers zum 500. Mal. Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, wurde 2008 die so genannte Lutherdekade eröffnet: Sowohl die Evangelische Kirche Deutschland (EKD) als auch staatliche Stellen organisieren die Dekade gemeinsam, die alle Veranstaltungen bündelt, die auf das Jubiläum hinführen.

Bei der Übergabe der fünf "Luther-Botschafter" im Gemeinschaftshaus der nordischen Botschaften in Berlin verwies Staatsministerin Cornelia Pieper auf die große Bedeutung der Reformation für die nordischen Länder. Die Ideen Luthers hätten sich dort wie ein Lauffeuer ausgebreitet. Martin Luther bezeichnete sie als "herausragenden Zeugen und Botschafter von Humanismus und Aufklärung". Sein Werk und Wirken verdienten es deshalb auch, in den Ländern, in denen die Reformation nachhaltig Fuß gefasst hat, gewürdigt und geehrt zu werden. Mit der Übergabe der Luther-Botschafter solle auch die Reformations­geschichte und ihre Rezeption im Ausland belebt und vertieft werden, so Pieper weiter.

Am 31. Oktober 1517 soll Marin Luther seine 95 Ablass-Thesen an der Schlosskirche von Wittenberg veröffentlicht haben. Protestantische Christen feiern diesen Tag als Gründungsdatum ihrer Konfession.

Den Reformator vom Sockel holen

Der Botschafter Norwegens, Sven Svedman, bedankte sich stellvertretend für die nordischen Botschaften für die Luther-Plastiken und versprach, geeignete Standorte für die Figuren zu suchen. Geschaffen wurden sie von dem Künstler Ottmar Hörl, der den Reformator damit "vom Sockel herab" holen und unter das Volk bringen will. Der Oberbürgermeister von Wittenberg, Eckhard Naumann, erinnerte daran, wie die Idee der mobilen Luther-Botschafter entstanden ist. Im Jahr 2010 wurde das historische Luther-Denkmal auf dem Wittenberger Marktplatz abgebaut und saniert. Während der mehrwöchigen Restaurierung des Originals wurde es durch 800 Luther-Botschafter in den Farben schwarz, pupurrot, kobaltblau und dunkelgrün von Ottmar Hörl ersetzt.

Danach wurden die Luther-Botschafter auf Reisen geschickt: in Deutschland, aber auch im Ausland - ob in Thailand, Australien oder eben Nordeuropa. "Etwas, was in die Welt hinausgeht, ist lebendig", so Oberbürgermeister Naumann. Und grundsätzlich sei jeder Ort für die mobilen Luther-Botschafter geeignet. "Weil genau das der Intention Luthers entspricht."


Stand 12.06.2012

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