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Ausbildung

Die Ausbildung im gehobenen Auswärtigen Dienst unterscheidet sich von anderen Ausbildungswegen ganz erheblich. Normalerweise entscheidet man sich erst nach der Ausbildung für einen bestimmten Beruf und einen bestimmten Arbeitgeber. Bei einer Ausbildung im gehobenen Auswärtigen Dienst steht beides fest. Diese frühe Festlegung muss Ihnen bewusst sein und Sie sollten sich Ihre Entscheidung daher auch in einer Selbstprüfung reiflich überlegen und auch mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner, mit Ihrer Familie und Ihren Freunden darüber reden. Seien Sie vor allen Dingen ehrlich zu sich selbst. Es ist letztlich eine Entscheidung fürs Leben.

Der Vorbereitungsdienst beginnt in der Regel Anfang August und dauert drei Jahre. Sie werden zum Beamten bzw. zur Beamtin auf Widerruf ernannt und führen die Dienstbezeichnung Konsulatssekretäranwärter/in. Während der Ausbildung erhalten Sie bereits Anwärterbezüge. Sie sind zugleich Studierende/r der Fachhochschule des Bundes im Fachbereich Auswärtige Angelegenheiten. Nach erfolgreichem Abschluss des dreijährigen FH-Studiums werden Sie zum/zur Diplom-Verwaltungswirt/in (FH) ernannt.

Die Ausbildung sieht eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis vor und umfasst folgende Abschnitte:

  • Einführungswoche mit anschließendem Grundstudium (6 Monate) in der Akademie Auswärtiger Dienst.
  • Daran schließt sich ein fünfmonatiges Praktikum in einem Referat in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Berlin an.
  • Dem sechsmonatigen Hauptstudium I an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin folgt ein
  • achtmonatiges Praktikum an einer deutschen Auslandsvertretung, dem ein
  • sog. Vorbereitungsmonat in der Akademie Auswärtiger Dienst vorgeschaltet ist.
  • Nach Rückkehr aus dem Auslandspraktikum sind sechs Wochen vorgesehen, in der die Studierenden eine wissenschaftliche Diplomarbeit erstellen.
  • Darauf folgt ein vierwöchiger Sprachintensivkurs und das
  • siebenmonatige Hauptstudium II  in der Akademie Auswärtiger Dienst schließt mit der Laufbahnprüfung die dreijährige Ausbildung ab.

Der Schwerpunkt der Ausbildung während der Fachstudien liegt in den Bereichen Recht, Wirtschaft und Verwaltung. Das sechsmonatige Hauptstudium I ist ausschließlich juristischen Fächern gewidmet.

Außerdem findet im Grundstudium und im Hauptstudium II Unterricht in Englisch und Französisch statt. Eine Drittsprachförderung kommt während der Ausbildung für die Studierenden in Betracht, die in Englisch und Französisch bereits über einen guten Kenntnisstand verfügen und an dem frühen Erlernen von weiteren Fremdsprachen interessiert sind. So lernen z.B. einzelne Studierende des KSA-Lehrganges 2007 während ihrer Ausbildung folgende Drittsprachen: Arabisch, Russisch, Chinesisch, Japanisch, Türkisch, Schwedisch und Dänisch.

Insgesamt tritt der Sprachunterricht im Stundenansatz weit hinter die Verwaltungs- und Rechtsausbildung zurück. Bedenken Sie, dass es sich beim gehobenen Auswärtigen Dienst um einen Verwaltungs- und nicht um einen Sprachenberuf handelt.

Während der Fachstudien müssen Sie Leistungsnachweise erbringen und insgesamt zwei Zwischenprüfungen bestehen. Am Ende des Hauptstudiums II steht die abschließende Laufbahnprüfung.

Sie werden kein Studentenleben wie an einer normalen Hochschule führen können: eine Beamtenlaufbahn ist stets mit besonderen Verpflichtungen verbunden, auch schon in jungen Jahren. Daher gelten Besonderheiten wie Anwesenheitspflicht und Unterricht in kleinen Gruppen bei festgelegten Stundenplänen.  Eine individuelle Fächerwahl ist nicht möglich. Im gehobenen Auswärtigen Dienst erwartet Sie eine intensive und anspruchsvolle Ausbildung, die hohe Disziplin verlangt. Gleichzeitig erhalten Sie bereits eine finanzielle Absicherung und die Aussicht auf einen attraktiven Arbeitsplatz, wenn Sie die Ausbildung erfolgreich abschließen.

Einen detaillierten Überblick über den Verlauf der dreijährigen Ausbildung und der Studieninhalte gibt Ihnen die Broschüre "Studienführer KSA 2009". Am konkreten Beispiel des Lehrganges, der im August 2009 die Ausbildung im gehobenen Auswärtigen Dienst begonnen hat, können Sie dort mehr über die einzelnen Stationen des Studiums erfahren bis hin zum Stundenansatz in den einzelnen Studienfächern.


Stand 21.04.2009