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Hochschulen mit Deutschlandbezug im Ausland

Die Bundesregierung unterstützt die Entwicklung deutscher Studienangebote und die Gründung von Hochschulen nach deutschem Modell im Ausland. Sie kann den Anschub solcher Projekte im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel mit ihrem Förderinstrumentarium im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Programms "Deutsche Studienangebote im Ausland" über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) fördern.

DAAD: Deutsche Studienangebote im Ausland

Die geförderten Einrichtungen müssen sich auf Dauer selbst, zum Beispiel durch Studiengebühren, private Drittmittel, Sponsoring der Wirtschaft – auch der deutschen Firmenrepräsentanzen – vor Ort, staatliche Unterstützung des Sitzlandes, finanzieren.

Ägypten: Deutsche Universität Kairo / German University Cairo (GUC)

Die deutsche Universität Kairo (GUC) ist eine private ägyptische Universität mit den Schwerpunkten Ingenieurswissenschaften, angewandte Naturwissenschaften und technisch orientiertes Management. Die von ägyptischen Investoren finanzierte Privatuniversität startete im Oktober 2003 ihren Lehrbetrieb.

Die GUC wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung errichtet. Die Studiengänge bauen auf deutschen Curricula auf. Die Universitäten Ulm und Stuttgart stehen ihr als Partner zur Seite. Sie gewährleisten die Qualität der Lehrinhalte und der Abschlüsse, die in Deutschland anerkannt werden. Beide Hochschulen werden dabei vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) unterstützt.

Anfang 2013 waren rund 9.500 Studierende an der GUC immatrikuliert. Die Studiengänge orientieren sich an neuen Berufsfeldern und vermitteln eine praxisorientierte Ausbildung.

An der German University in Kairo lehren ägyptische und deutsche Dozentinnen und Dozenten, die in Deutschland ausgebildet wurden. Unterstützt werden sie von deutschen Gastprofessoren. Die Unterrichtssprache ist Englisch. Deutsch wird ebenfalls unterrichtet, um die Studierenden auf Studienaufenthalte in Deutschland und Praktika in deutschen Unternehmen vorzubereiten. Am 8. März 2011 eröffnete die GUC ergänzend zu ihrem Deutschlandbüro an der Universität Ulm ein Kontaktbüro in Berlin. Mit der GUC Berlin eröffnete die German University Cairo am 28. Januar 2013 einen ersten Campus in Deutschland. Dort können pro Jahr bis zu 1000 Studierende ein Deutschlandsemester verbringen.    

German University in Cairo


China: Chinesisch-Deutsches Hochschulkolleg (CDHK) in Shanghai 

Eines der umfangreichsten und ambitioniertesten deutschen Hochschulprojekte in China ist das Chinesisch-Deutsche Hochschulkolleg (CDHK) an der Tongji-Universität in Shanghai.

Die Tongji-Universität wurde 1907 als „Shanghai Deutsche Medizinschule“ von dem deutschen Arzt Erich Paulun gegründet. 1998 wurde das CDHK als Gemeinschaftseinrichtung des DAAD und der Tongji-Universität in Shanghai eröffnet und bietet ein praxisnahes und industrienahes Studium nach deutschem Vorbild.

Deutsche Projektpartner sind der DAAD, die TU Berlin, Ruhr-Universität Bochum, Humboldt-Universität Berlin, TU München sowie Top-Unternehmen der deutschen Wirtschaft

Für die zweisprachigen Masterstudiengänge Elektrotechnik, Maschinenbau, Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsrecht liegen die Studiengebühren bei jährlich ca. 500 Euro für einen Deutschkurs und weitere 500 Euro für den Master-Kurs (gestaffeltes System der Tongji-Universität mit leistungsabhängigen Gebührenbefreiungen). Das Kolleg verfügt über 340 Studienplätze.

Die Unterrichtssprache ist überwiegend Chinesisch, die Studentinnen und Studenten werden jedoch ausnahmslos von Dozenten unterrichtet, die in Deutschland studiert oder promoviert haben. In jedem Fachsemester sind zwei Wochen Blockvorlesungen deutscher Professoren in deutscher Sprache vorgesehen. Ein Doppelmaster-Programm mit der TU München läuft seit mehreren Jahren erfolgreich; in Zukunft sollen entsprechende Programme auch mit der Ruhr-Universität Bochum und der TH Aachen aufgelegt werden. Beispielhaft für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sind die Stiftungslehrstühle am CDHK: Mehr als 30 deutsche und chinesische Unternehmen beteiligen sich hierbei.

Chinesisch-Deutsches Hochschulkolleg (CDHK) in Shanghai


Jordanien: Deutsch-Jordanische Universität / German Jordanian University (DJU)

Die German Jordanian University (GJU) hat den Studienbetrieb zum Wintersemester 2005/2006 auf dem Campus der Royal Scientific Society in Amman als vorläufigem Standort aufgenommen. Im Oktober 2012 weihte Bundesministerin Annette den neuen Campus der Deutsch-Jordanischen Universität in Madaba  südwestlich von Amman,  ein.

Die German Jordanian University ist eine praxisorientierte staatliche Hoch­schule mit starker Beteiligung der Wirtschaft nach deutschem Modell. Den Studierenden soll in industrie- und arbeitsmarktorientierten Studien­gängen wie Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften ein fünfjähriger B.A.-Abschluss ermöglicht werden. Die GJU bietet englischsprachige Studiengänge mit den Abschlüssen B.Sc., M.Sc. und MBA an, die sowohl in Jordanien, als auch in Deutschland akkreditiert sind. Alle Studierenden erlernen von Beginn ihres Studiums an intensiv die deutsche Sprache. Die Studierenden verbringen ein Studienjahr in Deutschland, in dessen Verlauf neben einem Semester an einer deutschen Fachhochschule ein Industrie­praktikum vor­gesehen ist.

Von deutscher Seite wird das Projekt vor allem durch Know-How-Transfer mithilfe einer großzügigen Finanzierung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) über das Studienexportprogramm des DAAD unterstützt. Das AA unterstützt die DJU durch Stipendien und drei Lektorate sowie den Aufbau des Bereichs "Deutsch als Fremdsprache". Die Hauptfinanzierung des Projekts wird von jordanischer Seite und durch Studiengebühren in Höhe von derzeit 3000 Euro pro Studienjahr gesichert.

Seit dem Wintersemester 2010/11 werden 20 Studiengänge, einschließlich des Masterstudiengangs "Deutsch als Fremdsprache", angeboten. Die deutsche Partnerhochschule der DJU ist die Fachhochschule Magdeburg-Stendal gemeinsam mit einem Konsortium von rund 50 deutschen Hochschulen. Mehrere deutsche Firmen nehmen regelmäßig jordanische Studierende als Praktikanten in Deutschland auf.

Derzeit studieren rund 2.500 Studierende an der GJU.

German Jordanian University - Deutsch-Jordanische Fachhochschule


Kasachstan: Deutsch-Kasachische Universität (DKU) in Almaty

Die DKU wurde 1999 auf private Initiative von kasachischen und deutschen Lektoren in Almaty mit dem Ziel der Ausbildung von Fachkräften nach deutschem Vorbild gegründet. Beim Staatsbesuch des Bundespräsidenten wurde 2008 ein Regierungsabkommen zur Förderung der DKU unterzeichnet. Träger der privaten DKU ist der gemeinnützige "Fonds für deutsch-kasachische Zusammenarbeit in der Ausbildung".

Die russisch- und deutschsprachige Lehre orientiert sich an deutschen Studienordnungen und berücksichtigt auch kasachische staatliche Bildungsstandards. Im Jahr 2007 konnten erste Studiengänge nach deutschem Vorbild eingeführt werden. Deutsche Projektpartner sind das Internationale Hochschulinstitut Zittau sowie ein Konsortium aus sechs weiteren Fachhochschulen.

Das Auswärtige Amt und das kasachische Ministerium für Bildung und Wissenschaft unterstützen die Universität.

Die derzeit knapp 600 Studierenden der DKU sind an vier Fakultäten eingeschrieben und finden dort ein Angebot von 14 Studiengängen. Zu den innovativen Bachelorstudiengängen gehören beispielsweise Energie- und Umwelttechnik, Telematik und Verkehrslogistik. Im Wintersemester 2011/12 eröffnete der interdisziplinäre Masterstudiengang "Integriertes Wassermanagement" in Kooperation mit der FU Berlin. Seit 2010 studieren die DKU-Studierenden auch zwei Semester an deutschen Partnerhochschulen und haben dadurch die Möglichkeit, ein deutsch-kasachisches Doppeldiplom zu erhalten. Mittlerweile schließen zehn Prozent der Bachelor-Absolventen mit einem Doppelabschluss ab.

Deutsch-Kasachische Universität (DKU) in Almaty


Oman: German University of Technology (GUTech) in Maskat

Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen richtete 2007 in Zusammenarbeit mit Partnern in Oman die private German University of Technology (GUTech) in Maskat ein. Die Hochschule soll die führende technische Hochschule in der Region werden und hohen Anforderungen in Lehre und Forschung entsprechen. Die RWTH Aachen bietet der GUTech Unterstützung in allen akademischen Angelegenheiten und eine Betreuung durch Lehrstuhlinhaber der RWTH Aachen. Darüber hinaus beaufsichtigt die RWTH Aachen die Umsetzung der Richtlinien und Grundsätze des Qualitätsmanagements, um die Qualität der Lehre und des Studiums an der GUTech sicherzustellen.

Die Studiengebühren liegen zwischen 6400 bis 9800 Euro pro Studienjahr in den Bachelor-Studiengängen. Im Jahr 2011 studierten rund 600 Studenten an der GUTech, der Frauenanteil liegt bei 70 Prozent. Neben den vierjährigen Bachelor-Programmen werden zwischenzeitlich auch die beiden (berufsbegleitenden) Master-Studiengänge Erdöl-Geologie und Integrierte Stadtplanung angeboten. Weitere Studiengänge sind in Vorbereitung. 

Folgende Fächer bietet die GUTech derzeit an: Angewandte Geowissenschaften, Angewandte Informationstechnologie, Regionales Management und Tourismus, Städteplanung, Maschinenbau, Verfahrenstechnik.  Die Unterrichtssprache ist Englisch, Deutsch-Kurse müssen jedoch vor oder während des Studiums belegt werden. Das Ausbildungsangebot wird durch Sommerkurse in Deutschland ergänzt.

Oman: German University of Technology (GUTech)


Singapur: German Institute of Science & Technology – TUM Asia (GIST-TUM Asia)

Die Technische Universität München (TUM) gründete im Jahre 2002 in Singapur die erste echte Aussenstelle einer deutschen Universität:  das German Institute of Science and Technology – TUM Asia (GIST-TUM Asia).

Die Universität ist naturwissenschaftlich ausgerichtet, zur Zielgruppe von GIST-TUM Asia zählen primär Studierende aus der Region Asien, aber auch aus den USA und Europa. Die Programme sind auf den Bedarf der in Südostasien ansässigen, insbesondere deutschen Wirtschaft zugeschnitten.

Die meisten in Singapur vergebenen Degrees sind Joint Degrees zwischen der TUM und den lokalen Partnerhochschulen National University of Singapore (NUS) und der Nanyang Technological University (NTU). Es besteht weiterhin eine enge Kooperation mit Partnern in der deutschen Wirtschaft (u.a. BASF, EADS, Infineon, Siemens, Wacker, etc.).

Die angebotenen englischsprachigen Masterprogramme sind Industrial Chemistry, Integrated Circuit Design, Microelectronics, Aerospace Engineering und Transportation & Logistics. Weitere Studiengänge im Bereich Environmental Engineering und Computational Science sind geplant.

Die Höhe der Studiengebühren liegt zwischen 13.500 Euro (Transportation & Logistics) und 22.500 Euro (Industrial Chemistry). Zum Wintersemester 2009/2010 waren 150 Studierende eingeschrieben, der Ausbau auf ca. 400-500 Studierende ist geplant, inklusive einer Erweiterung auf Bachelorstudiengänge.

In der Zukunft sind auch verstärkte Forschungsaktivitäten geplant. Hierzu wurde bereits ein Joint PhD Abkommen zwischen der TUM und der NTU unterzeichnet.

German Institute of Science & Technology (GIST)


Ungarn: Andrássy Gyula Deutschsprachige Universität Budapest (AUB)

Die Andrássy Gyula Deutschsprachige Universität Budapest (AUB) wurde am 19. Juni 2001 auf der Grundlage einer Gemeinsamen Erklärung von den beiden Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern sowie Österreich und Ungarn gegründet. Die AUB ist die einzige deutschsprachige Universität außerhalb des deutschen Sprachraums. Als Träger der Universität wurde die "Öffentliche Stiftung für die Deutschsprachige Universität Budapest" eingerichtet - Vertreter der Bundesregierung im Stiftungskuratorium ist der jeweilige Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Ungarn.

Die Finanzierung der AUB erfolgt aus dem ungarischen Haushalt sowie durch direkte und indirekte finanzielle Unterstützung der deutschsprachigen Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz. Neben dem Auswärtigen Amt, das die AUB über den DAAD unterstützt, beteiligen sich auch die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg an der finanziellen Förderung.

Derzeit studieren rund 190 Studierende an der AUB im Masterprogramm. Das Studienangebot umfasst ein zweijähriges Aufbaustudium (bei entsprechenden Vorleistungen ist ein einjähriges Kompaktstudium möglich) in drei Fachbereichen:

  • Vergleichende Rechts- und Staatswissenschaften (Kooperationsvertrag mit der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg);
  • Internationale Beziehungen mit den Schwerpunkten Wirtschaft (Partneruniversitäten Bayreuth und Passau) und Diplomatie;
  • Mitteleuropäische Studien (Partneruniversität Linz seit 2003).

Außerdem bietet die AUB unter dem Thema „Die Zukunft Mitteleuropas in der Europäischen Union“ ein interdisziplinäres Promotionsprogramm an.

Andrássy Gyula Universität


Vietnam: Vietnamese German University, VGU

Die Vietnamesisch-Deutsche Universität in Ho-Chi-Minh-Stadt ist die erste staatliche Hochschule mit ausländischer Beteiligung in Vietnam. Die VGU – eine Initiative des Bundeslands Hessen – wurde im September 2008 eröffnet. Unterstützer auf deutscher Seite sind das Land Hessen, Baden-Württemberg und der Bund. Die Kosten für den Aufbau der Infrastruktur übernimmt die vietnamesische Regierung. Zur Unterstützung der VGU mit Lehr- und Forschungsangeboten wurde im Februar 2009 im Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Bonn ein gemeinnütziger Konsortialverein gegründet. Über 30 Hochschulen traten ihm bei, darunter auch der TU9-Verbund, ein Zusammenschluss der neun größten Technischen Universitäten in Deutschland.

Der Unterricht an der VGU findet noch auf einem außerhalb von Ho-Chi-Minh-Stadt liegenden Campus in der Provinz Binh Duong statt, bis der Campusneubau in Binh Duong fertig gestellt ist (geplant 2017). Der Schwerpunkt der VGU liegt auf den Ingenieur-, Wirtschafts- und Gesundheitswissenschaften. Im Wintersemester 2012/13 bietet die Vietnamesisch-Deutsche Universität acht Studienprogramme in Kooperation mit deutschen Partnerhochschulen an, darunter fünf Masterprogramme, ein MBA und zwei Bachelor mit einem einjährigen Studienkolleg. Die Studiensprache ist Englisch, Deutsch wird parallel unterrichtet. Derzeit studieren rund 360 Studenten an der VGU. Geplant sind 1.500 Studenten im Jahr 2017.


Türkei: Türkische-Deutsche Universität (TDU)

Die Türkische-Deutsche Universität im Istanbuler Stadtteil Beykoz ist eine gemeinsam von der Republik Türkei und der Bundesrepublik Deutschland errichtete staatliche Universität. Sie befindet sich derzeit noch im Aufbau. Der Lehrbetrieb soll im Wintersemester 2012/13 in ausgewählten Programmen starten. Rund 5.000 Studierende werden die Hochschule bei Vollbetrieb besuchen.

Die Initiative zur Gründung der TDU ist ein wichtiger Teil der deutsch-türkischen Ernst-Reuter-Initiative für kulturellen Dialog und Verständigung. Auf deutscher Seite wird die Finanzierung der DTU vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) getragen.

Vorgesehen sind fünf Fakultäten: Recht, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Kultur- und Sozialwissenschaften, Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften und ein Fremdsprachenzentrum. Die Unterrichtssprachen werden Deutsch und Türkisch, ggfs. ergänzend auch Englisch sein. Die Studierenden sollen die Möglichkeit haben, Studiensemester an deutschen Partnerhochschulen zu verbringen. Unter Federführung des DAAD ist ein Konsortium deutscher Hochschulen für den Aufbau und Betrieb der DTU als Partner für die deutsche Seite verantwortlich.

Deutsch-Türkische Universität


Stand 05.02.2013

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