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Venezuela

Wirtschaft

Stand: März 2014

Der vom ehemaligen Präsident Chávez proklamierte „Sozialismus des XXI. Jahrhunderts“ funktionierte zunächst grundsätzlich marktwirtschaftlich, zeichnete sich aber durch eine dominante Rolle staatlicher Unternehmen und eine hohe Regulierungsdichte aus. Sein Nachfolger Nicolás Maduro hat diese Wirtschaftspolitik  fortgeführt, so dass die Rolle der Privatwirtschaft insbesondere im Außenhandel an Bedeutung verliert.

Kernelement der Sozialpolitik sind die sogenannten Missionen, etwa für sozialen Wohnungsbau, Gesundheitsversorgung oder Bildung zugunsten ärmerer Bevölkerungsschichten. Diese Programme werden weitgehend durch die Ölexporte finanziert.

Die Ölproduktion durch den staatlichen Ölkonzern PDVSA macht etwa ein Drittel des gesamten Wirtschaftsleistung und praktisch die gesamten Exporte aus. Ausgehend von den offiziell zertifizierten Ölvorkommen verfügt Venezuela über die größten Reserven der Welt. Über die Fördermenge gibt es unterschiedliche Angaben rund um 2,5 mbpd (Millionen Fass pro Tag). Das Rohöl wird insbesondere in die USA und nach China exportiert. In den USA betreibt PDVSA über die Tochter Citgo eine Reihe von Raffinerien und eine große Tankstellenkette.

Die venezolanische Landeswährung, der Bolívar Fuerte, ist nicht frei konvertierbar. Sie kann für Medizin und Lebensmittelimporte über die Devisenkontrollbehörde CADIVI zum festen Wechselkurs von 6,30BSF/USD oder sonst im Rahmen von Devisenauktionen (sog. SICAD) in begrenztem Umfang getauscht werden. Darüber hinaus ist die Schaffung eines dritten Tauschmechanismus mit flexiblem Wechselkurs für private Akteure in Planung (sog. SICAD II).

Bei seinen Mitgliedschaften in internationalen Wirtschaftsorganisationen orientiert sich Venezuela zunehmend Richtung Süd-Süd-Kooperation. Auch wenn Venezuela technisch gesehen bis heute Mitglied beim Internationalen Währungsfonds und der Weltbank ist, wurde die Zusammenarbeit praktisch eingestellt und alle Schulden vorzeitig getilgt. 2012 ist Venezuela aus dem Internationalen Schiedsgericht für Investitionsstreitigkeiten (ICSID) der Weltbank ausgetreten. Für Venezuela ist die Mitgliedschaft in einer Reihe lateinamerikanischer Organisationen prioritär mit dem Ziel wirtschaftlich verstärkter Zusammenarbeit in der Region (s.u. Außenpolitik).

Wirtschaftliche Entwicklung

Das BIP-Wachstum von 5,5% im Jahr 2012 war wesentlich durch öffentliche Ausgaben und Geldmengenausweitung getragen. 2013 verzeichnete daher quasi Stagnation (+1,0%) und eine Inflationsrate von 56%. Durch Mangel als Devisen hat sich zudem die Versorgungslage deutlich verschlechtert.

Die hohen Preissteigerungen sowie der anhaltende Devisenmangel setzen den festen Wechselkurs unter Abwertungsdruck – der Bolivar Fuerte gilt im Verhältnis zu allen offiziellen Wechselkursen als deutlich überbewertet.

Die Arbeitslosigkeit ist mit ca. 9% im regionalen Vergleich eher niedrig. Allerdings sind die Statistiken wegen des hohen Anteils an informeller Beschäftigung nicht mit europäischen Zahlen vergleichbar.

Die Wettbewerbsfähigkeit der Nicht-Ölsektoren leidet unter hohen Lohnstückkosten. Versuche, die venezolanische Wirtschaft zu diversifizieren und so die Abhängigkeit vom Öl zu verringern, waren daher bisher erfolglos.

Wirtschaftsdatenblatt (PDF, 7 KB)

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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