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Sierra Leone

Außenpolitik

Stand: März 2016

Grundzüge der Außenpolitik

Sierra Leone betreibt seit Beendigung des Bürgerkriegs eine aktive Außenpolitik, die auf regionale Friedenssicherung und außenpolitische Begleitung der nationalen Entwicklung konzentriert ist.

Sierra Leone setzt sich für friedenserhaltende Maßnahmen ein und ist bereit, Truppen im Rahmen von Missionen der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union (AU) oder der Regionalorganisationen zur Verfügung zu stellen. Sierra Leone beteiligte sich an entsprechenden Missionen in Darfur, Somalia und Mali.

Ein weiteres wichtiges Anliegen der Außenpolitik Sierra Leones ist die Fortsetzung der intensiven Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen. Diese sind ein wichtiger multilateraler Geber und hatten als solcher eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie 2014/15. Die zur Aufarbeitung des Bürgerkriegs eingerichteten "Special Court for Sierra Leone" (SCSL) und "United Nations Integrated Peacebuilding Office in Sierra Leone" (UNIPSIL) wurden 2013 (SCSL) bzw. 2014 (UNIPSIL) geschlossen.

Beziehungen zu den Nachbarländern

Gute Beziehungen zu den Nachbarländern und die Wahrung regionaler Stabilität sind für Sierra Leone von großer Bedeutung. Das gilt insbesondere für Liberia und Guinea, die beiden unmittelbaren Nachbarstaaten Sierra Leones.

Nach Beilegung des Bürgerkrieges in Liberia und dem Amtsantritt der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf im Januar 2006 haben sich die bilateralen Beziehungen Sierra Leones zu Liberia intensiviert. Die Beziehungen zum anderen Nachbarland Guinea waren seit dem dortigen Militärputsch Ende 2008 zunächst belastet. Seit der Wahl von Alpha Condé zum Präsidenten Guineas haben sich die Beziehungen beider Länder verbessert. Guinea ist auch als Handelspartner, insbesondere als Lieferant von Nahrungsmitteln, von Bedeutung. 

Mitgliedschaft in Regionalorganisationen

Sierra Leone ist Mitglied der 1975 gegründeten Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) und engagiert sich in Fragen der Sicherheit, Friedenskonsolidierung und Krisenbewältigung für eine intensive Zusammenarbeit. 2010 beteiligte sich Sierra Leone an verschiedenen von der ECOWAS initiierten Vermittlungsmissionen bei internen Konflikten von Mitgliedsstaaten: in Guinea, Niger und Ende Dezember 2010 in Côte d'Ivoire. Auch innerhalb der Afrikanischen Union hat Sierra Leone in den vergangenen Jahren sein Engagement erhöht.

Als derzeitige Präsidentschaft des "Committee of 10" der Afrikanischen Union koordiniert  und vertritt Sierra Leone die afrikanische Haltung zur Reform des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (Ezulwini-Prozess).

Sierra Leone setzt sich für eine Wiederbelebung der 1973 gegründeten Mano-River-Union (MRU: Sierra Leone, Liberia, Guinea, seit 2008 auch Côte d'Ivoire) ein, die ihr Sekretariat in Freetown hat. Die Effektivität der Organisation leidet jedoch unter mangelnder Infrastruktur.

Wichtige Partner

In der gegenwärtigen Entwicklungsphase will Sierra Leone die Beziehungen zu Staaten ausbauen, mit denen es bei der Umsetzung der nationalen Entwicklungsstrategie "Agenda for Prosperity" zusammenarbeiten kann. Dazu gehört an erster Stelle die frühere Kolonialmacht Großbritannien, aber auch Irland, Deutschland und die EU insgesamt sowie die USA, Japan und China. Sierra Leone möchte zunehmend aber auch neue Partner gewinnen und blickt dabei insbesondere in Richtung Indien und den Nahen/Mittleren Osten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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