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Sierra Leone

Außenpolitik

Stand: Februar 2014

Grundzüge der Außenpolitik

Sierra Leone betreibt seit Beendigung des Bürgerkriegs eine aktive Außenpolitik, die auf regionale Friedenssicherung und außenpolitische Begleitung der nationalen Entwicklung konzentriert ist. Als kleines Entwicklungsland ist Sierra Leone an der Sicherung von Frieden und Stabilität in der Region und an belastbaren Beziehungen zu den Nachbarstaaten interessiert. Sierra Leone beteiligt sich an den Friedensmissionen in Darfur. Die sierra-leonische Armee stellt Truppen für AMISON in Somalia und MINUSMA in Mali.

Ein weiteres wichtiges Anliegen der Außenpolitik Sierra Leones ist die Fortsetzung der intensiven Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen. Die Vereinten Nationen sind ein wichtiger multilateraler Geber. Mit der Schließung des "Special Court for Sierra Leone" (SCSL) im Dezember 2013 und des "United Nations Integrated Peacebuilding Office in Sierra Leone" (UNIPSIL) im März 2014 wird das politische Engagement der Vereinten Nationen für Sierra Leone jedoch deutlich reduziert.

In der Zeit des Bürgerkriegs von 1991 bis 2002 konnte Sierra Leone keine aktive Außenpolitik betreiben. Der Konflikt war 1991 von sierra-leonischen Rebellen ausgelöst worden, die von Aufständischen im Nachbarland Liberia unterstützt wurden. Eine zentrale Rolle in dem Konflikt spielte die Kontrolle über die Diamantengebiete im Osten des Landes. Erst die Unterstützung der Friedenskräfte der Vereinten Nationen durch britische Spezialtruppen konnte den blutigen Kampf beenden.

Zur Friedenskonsolidierung waren zwischenzeitlich bis zu 17.500 Blauhelm-Soldaten in Sierra Leone stationiert. Ihr Mandat endete am 31.12.2005. Seit dem 01.10.2008 koordiniert das "Integrated Peacebuilding Office in Sierra Leone (UNISPIL)" der Vereinten Nationen die internationalen Anstrengungen zum Wiederaufbau des Landes. Gemäß einem Beschluss des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen wird UNISPIL seine Arbeit zu Ende März 2014 einstellen.

Beziehungen zu den Nachbarländern

Nach Beilegung des Bürgerkrieges in Liberia und dem Amtsantritt der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf im Januar 2006 haben sich die bilateralen Beziehungen Sierra Leones zu Liberia intensiviert. Die Beziehungen zum anderen Nachbarland Guinea waren seit dem dortigen Militärputsch Ende 2008 zunächst belastet. Seit der Wahl von Alpha Condé zum Präsidenten Guineas haben sich die Beziehungen beider Länder verbessert. Wichtigster Punkt der Beziehungen aus sierra-leonischer Sicht ist die Klärung des Grenzstreites um Yenga im Osten. Im Ergebnis beiderseitiger Bemühungen wurde das Gebiet 2012 entmilitarisiert. Eine endgültige Lösung steht aber noch aus.

Mitgliedschaft in Regionalorganisationen

Sierra Leone ist Mitglied der 1975 gegründeten Westafrikanischen Regionalorganisation ECOWAS und engagiert sich in Fragen der Sicherheit, Friedenskonsolidierung und Krisenbewältigung für eine intensive Zusammenarbeit. 2010 beteiligte sich Sierra Leone an verschiedenen von der ECOWAS initiierten Vermittlungsmissionen bei internen Konflikten von Mitgliedsstaaten: in Guinea, Niger und Ende Dezember 2010 in Côte d'Ivoire. Auch innerhalb der Afrikanischen Union hat Sierra Leone in den vergangenen Jahren sein Engagement erhöht und 2010 die Position eines Vizepräsidenten der Organisation bekleidet.

Sierra Leone setzt sich für eine Wiederbelebung der 1973 gegründeten Mano-River-Union (MRU: Sierra Leone, Liberia, Guinea, seit 2008 auch Côte d'Ivoire), ein, die ihr Sekretariat in Freetown hat. Die Effektivität der Organisation leidet jedoch unter mangelnder Infrastruktur.

Wichtige Partner

In der gegenwärtigen Entwicklungsphase will Sierra Leone die Beziehungen zu den Staaten ausbauen, die als Partner für die Umsetzung der nationalen Entwicklungsstrategie "Agenda for Prosperity" gewonnen werden sollen, darunter die USA und China sowie die Europäische Union. Wichtigster politischer Partner Sierra Leones ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien, das sich dem Land aus historischen Gründen in besonderem Maße verpflichtet fühlt. Großbritannien ist der mit Abstand größte bilaterale Entwicklungspartner und unterstützt mit erheblichem Aufwand die Ausbildung und Ausrüstung der Polizeikräfte und den Wiederaufbau der Armee.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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