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Sierra Leone

Außenpolitik

Stand: März 2017

Grundzüge der Außenpolitik

Sierra Leone betreibt seit Beendigung des Bürgerkriegs eine aktive Außenpolitik, die auf regionale Friedenssicherung und außenpolitische Begleitung der nationalen Entwicklung konzentriert ist.

Sierra Leone setzt sich für friedenserhaltende Maßnahmen ein und ist bereit, Truppen im Rahmen von Missionen der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union (AU) oder der Regionalorganisationen zur Verfügung zu stellen (Darfur, Somalia, Mali).

Ein weiteres wichtiges Anliegen der Außenpolitik Sierra Leones ist die Fortsetzung der intensiven Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen. Die Vereinten Nationen sind ein wichtiger multilateraler Geber und hatten eine wichtige Funktion bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie 2014/15. Die zur Aufarbeitung des Bürgerkriegs eingerichteten "Special Court for Sierra Leone" (SCSL) und "United Nations Integrated Peacebuilding Office in Sierra Leone" (UNIPSIL) wurden 2013 (SCSL) bzw. 2014 (UNIPSIL) geschlossen.

Beziehungen zu den Nachbarländern

Gute Beziehungen zu den Nachbarländern und die Wahrung regionaler Stabilität sind für Sierra Leone von großer Bedeutung. Das gilt insbesondere für Liberia und Guinea, die beiden unmittelbaren Nachbarstaaten Sierra Leones.

Nach Beilegung des Bürgerkrieges in Liberia und dem Amtsantritt von Ellen Johnson Sirleaf als Präsidentin Liberias im Januar 2006 haben sich die bilateralen Beziehungen Sierra Leones zu Liberia intensiviert. Die Beziehungen zum anderen Nachbarland Guinea waren seit dem dortigen Militärputsch Ende 2008 zunächst belastet. Seit der Wahl von Alpha Condé zum Präsidenten haben sich die Beziehungen beider Länder verbessert. Guinea ist traditionell als Handelspartner, insbesondere als Lieferant von Nahrungsmitteln, von großer Bedeutung.

Mitgliedschaft in Regionalorganisationen

Sierra Leone ist Mitglied der 1975 gegründeten Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) und engagiert sich in Fragen von Sicherheit, Friedenskonsolidierung und Krisenbewältigung. 2010 beteiligte sich Sierra Leone an verschiedenen von der ECOWAS initiierten Vermittlungsmissionen bei internen Konflikten von Mitgliedsstaaten (Guinea, Niger, Côte d'Ivoire). Auch innerhalb der Afrikanischen Union hat Sierra Leone in den vergangenen Jahren sein Engagement erhöht.

Als Präsidentschaft des "Committee of 10" der Afrikanischen Union koordiniert und vertritt Sierra Leone die afrikanische Haltung zur Reform des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (Ezulwini-Prozess).

Sierra Leone setzt sich für eine Wiederbelebung der 1973 gegründeten Mano-River-Union (MRU: Sierra Leone, Liberia, Guinea, seit 2008 auch Côte d'Ivoire) ein, die ihr Sekretariat in Freetown hat. Die Effektivität der Organisation leidet jedoch unter mangelnder Infrastruktur.

Wichtige Partner

In der gegenwärtigen Entwicklungsphase strebt Sierra Leone insbesondere den Ausbau der Beziehungen zu Staaten an, die bei der Umsetzung der nationalen Entwicklungsstrategie "Agenda for Prosperity" helfen können. Dazu gehört an erster Stelle die frühere Kolonialmacht Großbritannien, aber auch Irland und Deutschland sowie die EU, die USA, Japan und China. Neue Partner sucht Sierra Leone insbesondere in Asien (Indien) und im Nahen/Mittleren Osten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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