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Malediven

Wirtschaft und Umwelt

Stand: Oktober 2014

Der Tourismus ist mit Abstand der größte Wirtschaftszweig der Malediven. Er trägt rund 28 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei und erbringt mehr als 60 Prozent der Deviseneinnahmen sowie über 90 Prozent der Steuer- und Zolleinnahmen. In der Fischerei, dem zweitgrößten Wirtschaftszweig, arbeiten hingegen nur 11 Prozent der Erwerbstätigen (entsprechend zwei Prozent des BIP).

Die verarbeitende Industrie (Textilien und Schiffsbau) und auch die Landwirtschaft spielen eine nachgeordnete Rolle. Die Böden der Inseln sind wenig fruchtbar, so dass fast alle Nahrungsmittel eingeführt werden müssen. Hirse, Mais, Süßkartoffeln und Zuckerrohr werden selbst angepflanzt. Reis wird importiert. Die wichtigste Nutzpflanze für den Export ist die Kokospalme, aus der Kopra, Kokosfasern und Kokosnussöl gewonnen werden.

Die Abhängigkeit der Wirtschaftsentwicklung insgesamt von der Entwicklung der Besucherzahlen im Tourismus ist beträchtlich. Der Tsunami Ende 2004 hatte die touristische Infrastruktur der Malediven erheblich getroffen. Auch die globale Wirtschafts- und Finanzkrise führte ab Ende 2008 zu einem Einbruch im Tourismussektor. Ab 2010 stieg die Anzahl der ausländischen Besucher wieder deutlich an und lag Ende 2013 bei über 1,1 Millionen. Für 2014 wird mit einer deutlichen Steigerung gerechnet.

Reisenden aus Deutschland kommt dabei eine wichtige Rolle zu. 2013 erreichten sie ein Rekordniveau von etwa 89.000 und lagen damit in der Länderstatistik insgesamt auf Platz zwei hinter China, gefolgt von Großbritannien, Russland und Italien. Bis Ende Mai 2014 wurden gut 43.000 Touristen aus Deutschland gezählt, was einem Anteil von 8,3Prozent aller  entspricht. Der Anteil chinesischer Urlauber steigt kontinuierlich und machte Ende Mai 2014 27,3 Prozent aus. Besucher aus Europa stellten zu diesem Zeitpunkt mit einem Anteil von knapp 49 Prozent an der Gesamtzahl der Reisenden noch immer mit Abstand die größte Gruppe dar.

Als Folge von politischen Unruhen gingen 2012 die Besucherzahlen vorübergehend zurück; demzufolge war das reale Wirtschaftswachstum mit 3,4 Prozent um mehr als die Hälfte geringer als im Vorjahr (7,0 Prozent). Das BIP belief sich 2013 auf 2,3 Mrd. USD.

Aufgrund der überwiegend positiven wirtschaftlichen Entwicklung gehören die Malediven seit dem 1.1.2011 nicht mehr der Gruppe der „Least Developed Countries“ (LDCs) an. Zuvor gewährte Handelserleichterungen seitens der EU sind nach einer Übergangsphase ab 2014 entfallen.

Sorgen bereiten in den letzten Jahren das wachsende Haushaltsdefizit und die ebenfalls stark zunehmende Staatsverschuldung. In enger Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bemühen sich die Malediven um wirtschaftliche Konsolidierung und haben umfangreichere Reformen eingeleitet wie Reduzierung von Subventionen, Einsparungen bei öffentlichen Gehältern sowie Steuerreformen (u.a. Besteuerung von Waren und Dienstleistungen im Tourismusbereich sowie von Unternehmensgewinnen).

Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Es bestehen jedoch beträchtliche Einkommensdisparitäten. Auch ist die Arbeitslosenquote, besonders unter Jugendlichen, vergleichsweise hoch.

Die möglichen Auswirkungen des Klimawandels stellen die größte Herausforderung für den Inselstaat dar. 80 Prozent des Staatsgebiets liegt unter einem Meter über dem Meeresspiegel. Die Behörden versuchen, mit baulichen Schutzmaßnahmen und mit der Umsiedlung von Bewohnern besonders gefährdeter kleinerer Inseln den möglichen Folgen zu begegnen. Die Regierung hat sich u.a. das Ziel gesetzt, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 auf Null zu reduzieren. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit unterstützt im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative dieses Ziel mit einem Projekt zur effizienteren Nutzung erneuerbarer Energien. Zunehmend schwenken auch private Unternehmen auf nachhaltige Energieerzeugung um, z.B. einige Tourismus-Resorts.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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