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Malediven

Wirtschaft

Stand: März 2014

Der Tourismus ist der mit Abstand größte Wirtschaftszweig der Malediven. Er trägt rund 28 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei und erbringt mehr als 60 Prozent der Deviseneinnahmen sowie über 90 Prozent der Steuer- und Zolleinnahmen. In der Fischerei, dem zweitgrößten Wirtschaftszweig, arbeiten hingegen nur 11 Prozent der Erwerbstätigen (entsprechend zwei Prozent des BIP).

Die verarbeitende Industrie (Textilien und Schiffsbau) und auch die Landwirtschaft spielen eine nachgeordnete Rolle. Die Böden der Inseln sind wenig fruchtbar, so dass fast alle Nahrungsmittel eingeführt werden müssen. Hirse, Mais, Süßkartoffeln und Zuckerrohr werden selbst angepflanzt. Reis wird importiert. Die wichtigste Nutzpflanze für den Export ist die Kokospalme, aus der Kopra, Kokosfasern und Kokosnussöl gewonnen werden.

Die Abhängigkeit der Wirtschaftsentwicklung insgesamt von der Entwicklung der Besucherzahlen im Tourismus ist beträchtlich. Der Tsunami in 2004 hatte die touristische Infrastruktur der Malediven erheblich getroffen. Auch die globale Wirtschafts- und Finanzkrise führte ab Ende 2008 zu einem Einbruch im Tourismussektor. Ab 2010 stieg die Anzahl der ausländischen Besucher wieder deutlich an mit Wachstumsraten von bis zu 20 Prozent auf nunmehr rund eine Million Besucher pro Jahr.

Reisenden aus Deutschland kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Mit einem jährlichen Zuwachs von zuletzt 8,7 Prozent erreichten sie ein Rekordniveau von knapp 100.000 und liegen damit in der Länderstatistik insgesamt auf Platz zwei hinter China, gefolgt vom Vereinigten Königreich, Russland und Italien. Der Anteil chinesischer Urlauber steigt kontinuierlich und machte Ende Juli 2013 28,3 % aus. Besucher aus Europa stellen jedoch mit einem Anteil von knapp 60 Prozent an der Gesamtzahl der Reisenden noch immer mit Abstand die größte Gruppe dar.

Im Jahr 2012 waren die Besucherzahlen aufgrund politischer Unruhen vorübergehend zurückgegangen. Als Folge war das reale Wirtschaftswachstum mit 3,4 % um mehr als die Hälfte geringer als im Vorjahr (7,0 %). Das BIP belief sich 2012 auf 2,1 Mrd. USD.

Sorgen bereiten in den letzten Jahren zudem das wachsende Haushaltsdefizit und die ebenfalls stark zunehmende Staatsverschuldung. In enger Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bemühen sich die Malediven um wirtschaftliche Konsolidierung und haben umfangreichere Reformen eingeleitet wie Reduzierung von Subventionen, Einsparungen bei öffentlichen Gehältern sowie Steuerreformen (u.a. Besteuerung von Waren und Dienstleistungen im Tourismusbereich sowie von Unternehmensgewinnen).

Bereits 1989 hatte die seinerzeitige Regierung ein gezieltes Wirtschaftsprogramm verabschiedet sowie nach und nach Liberalisierungsmaßnahmen veranlasst, die ausländische Investitionen erlauben. Nach der Festigung demokratischer Verhältnisse Ende 2008 bemühte sich die Regierung Nasheed um verstärktes Engagement aus dem Ausland. In diesem Zusammenhang erlangten insbesondere Investitionen in Erneuerbare Energien (z.B. Solaranlagen) Bedeutung.

Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Es bestehen jedoch beträchtliche Einkommensdisparitäten. Auch ist die Arbeitslosenquote, besonders unter Jugendlichen, vergleichsweise hoch.

Die möglichen Auswirkungen des Klimawandels stellen die größte Herausforderung für den Inselstaat dar. 80 Prozent des Staatsgebiets liegt unter einem Meter über dem Meeresspiegel. Die Behörden versuchen, mit baulichen Schutzmaßnahmen und mit der Umsiedlung von Bewohnern besonders gefährdeter kleinerer Inseln den möglichen Folgen zu begegnen. Das BMU unterstützt im Rahmen nachhaltiger Klimapolitik ein Projekt zur effizienteren Nutzung erneuerbarer Energien. Zunehmend schwenken auch private Unternehmen auf nachhaltige Energieerzeugung um, z.B. einige Tourismus-Ressorts.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.