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Malediven

Wirtschaft und Umwelt

Stand: November 2015

Der Tourismus ist mit Abstand der größte Wirtschaftszweig der Malediven. Er trägt rund 28 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei, erbringt mehr als 60 Prozent der Deviseneinnahmen sowie über 38 Prozent der Einnahmen aus Steuern und Abgaben. Trotz der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung werden nur relativ wenige Einheimische in diesem Wirtschaftszweig beschäftigt. Die Fischerei, deren Anteil am BIP in den letzten Jahren auf unter 2 Prozent gefallen ist, beschäftigt dagegen 11 Prozent der Erwerbstätigen. Dieser zweitwichtigste Wirtschaftszweig trägt am meisten zu den Exporterlösen bei (über 100 Mio. USD) und ist einer der wenigen Sektoren, die die Tourismusindustrie direkt beliefern.

Die verarbeitende Industrie (Textilien und Schiffsbau) und auch die Landwirtschaft spielen eine nachgeordnete Rolle. Die Böden der Inseln sind wenig fruchtbar, so dass fast alle Nahrungsmittel eingeführt werden müssen. Hirse, Mais, Süßkartoffeln und Zuckerrohr werden selbst angepflanzt. Reis wird importiert. Die wichtigste Nutzpflanze für den Export ist die Kokospalme, aus der Kopra, Kokosfasern und Kokosnussöl gewonnen werden.

Die Abhängigkeit der Wirtschaftsentwicklung insgesamt von der Entwicklung der Besucherzahlen im Tourismus ist beträchtlich. Der Tsunami Ende 2004 hatte die touristische Infrastruktur der Malediven erheblich getroffen. Auch die globale Wirtschafts- und Finanzkrise führte ab Ende 2008 zu einem Einbruch im Tourismussektor. Ab 2010 stieg die Anzahl der ausländischen Besucher wieder deutlich an und lag Ende 2014 bei rund 1,2 Millionen. Reisenden aus Deutschland kommt dabei eine wichtige Rolle zu. 2014 erreichten sie ein Rekordniveau von über 100.000 und lagen damit in der Länderstatistik insgesamt auf Platz zwei hinter China, gefolgt von Großbritannien, Russland und Italien.

Sorgen bereiten in den letzten Jahren das wachsende Haushaltsdefizit und die ebenfalls stark zunehmende Staatsverschuldung. In enger Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bemühen sich die Malediven um wirtschaftliche Konsolidierung. Reformen zielen auf die Reduzierung von Subventionen, auf Einsparungen bei öffentlichen Gehältern sowie auf Erhöhung der Steuereinnahmen ab (u.a. Besteuerung von Waren und Dienstleistungen im Tourismusbereich sowie von Unternehmensgewinnen).

Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Es bestehen jedoch beträchtliche Einkommensdisparitäten. Die Arbeitslosenquote, besonders unter Jugendlichen, ist vergleichsweise hoch.

Die möglichen Auswirkungen des Klimawandels stellen die größte Herausforderung für den Inselstaat dar. 80 Prozent des Staatsgebiets liegt unter einem Meter über dem Meeresspiegel. Die Behörden versuchen, mit baulichen Schutzmaßnahmen und mit der Umsiedlung von Bewohnern besonders gefährdeter kleinerer Inseln den möglichen Folgen zu begegnen.

Die Regierung hat sich das Ziel gesetzt, die Treibhausgas-Emissionen der Malediven bis 2020 auf Null zu reduzieren. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit unterstützte bis Juli 2015 im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative dieses Ziel mit einem Projekt zur effizienteren Nutzung erneuerbarer Energien. Zunehmend schwenken auch private Unternehmen auf nachhaltige Energieerzeugung um, z.B. einige Tourismus-Resorts.


Atoll der Malediven

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