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Interview mit Staatsminister Erler in der Financial Times Deutschland zu Friedensbemühungen im Nahen Osten

Financial Times Deutschland:Welche Rolle kann Deutschland bei den internationalen Friedensbemühungen im Nahen Osten spielen?

Erler Deutschland macht im Augenblick aktiv Gebrauch von seiner doppelten Vertrauensposition, die wir in Israel und bei den arabischen Ländern haben. Diese Diplomatie nutzt Sondierungsteams, die nach Beirut, Damaskus und zu den Vereinten Nationen ausgesandt wurden. Die Reise des Außenministers in den Nahen Osten hat Pate gestanden für eine erste Bewegung. Ich glaube, dass diese diplomatische Rolle Deutschlands im Augenblick hilfreich ist.

Wie schätzen Sie die Chancen für eine internationale Friedenstruppe im Nahen Osten ein?

Die internationale Stabilisierungsmission ist eine der wenigen Möglichkeiten, die es in dieser Situation gibt. Sie kann die Kontrolle der Nordgrenze von Israel übernehmen und gleichzeitig im Südlibanon verhindern, dass weitere Attacken gegen Israel vorbereitet werden. Ich sehe dazu kaum eine Alternative, um aus der jetzigen Lage herauszukommen. Deshalb ist es bedeutsam, dass die israelische Regierung diesem Gedanken näher tritt und dass die Stabilisierungsmission langsam konkretere Formen annimmt.

Ist eine Beteiligung der Bundeswehr an einer internationalen Friedenstruppe aus Ihrer Sicht denkbar?

Wir können noch nichts über einen Auftrag zu einer solchen Mission sagen. Solange keine Klarheit über den Auftrag besteht, macht eine solche Diskussion keinen Sinn.

Vertritt Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die politische Linie der Sozialdemokraten in der Außenpolitik?

Die SPD kann sich glücklich schätzen, dass sie in dieser Regierung den Außenminister stellt, der eine auch international stark beachtete Rolle spielt und diese in den Dienst der gemeinsamen Bemühungen stellt, also in keiner Weise hier auf Profilierung setzt. Wir haben eine Chance, einen Beitrag zu leisten, um aus dieser tragischen Situation herauszukommen.

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