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Bolivien

Wirtschaft

Stand: Oktober 2014

Wirtschaftliche Gesamtlage

Bolivien ist noch ein klassisches Entwicklungsland, könnte allerdings in absehbarer Zeit statistisch in die Gruppe der „middle income countries“ aufsteigen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg in den letzten Jahren deutlich an, erreichte 2013 28,7 Mrd. USD (2012: 27,4 Mrd. USD), BIP-Wachstum 2013real um etwa 5,5% (für 2014 werden 5,2% vorausgesagt). Das rechnerische Pro-Kopf-Einkommen stieg 2013 auf 2.750 USD (2012: 2.470 USD). Allerdings gibt es auch deutliche Risiken, z.B. aufgrund möglicher sinkender Rohstoffpreise. Boliviens Wirtschaft bleibt abhängig von Rohstoffexporten, insbesondere Erdgas, Metallen, Mineralien und Exporten landwirtschaftlicher Produkte wie Soja, Holz, Nüssen und Zucker sowie deren jeweiligen Preisentwicklungen.

Unzureichende in- und ausländische Direktinvestitionen in innovative Wirtschaftsbereiche machen sich zunehmend negativ bemerkbar. Einzelne Firmen sind in Nachbarländer (Textilverarbeitung besonders nach Peru) ausgewichen. Während die inländische Produktion weitgehend stagniert, ist die staatliche Nachfrage weiter gestiegen. Die Inflationsrate betrug 2013 4,8% (2012 etwa 4,5%).

Die Wirtschaftspolitik der Regierung Morales verfolgt das Ziel einer Stärkung der Rolle des Staates. So wurde die staatliche Energiefirma Yacimientos Petrolíferos Fiscales Bolivianos (YPFB) zur zentralen Institution bei der Ausbeutung und beim Vertrieb der bolivianischen Energieressourcen ausgebaut. Die Firma ist der wichtigste Steuerzahler des Landes.

Auch andere wirtschaftliche Schlüsselbereiche (z.B. Elektrizitätswirtschaft, Telekommunikation) wurden verstaatlicht bzw. sollen stärker durch den Staat kontrolliert werden. Zuletzt wurden 2012 und 2013 verschiedene europäische Investitionen verstaatlicht (Energieunternehmen, Flughafenbetreiber, Bergwerk.

Die Regierung subventioniert Mineralölprodukte und Grundnahrungsmittel. Dies hat zur Folge, dass das Preisgefälle zu Nachbarländern durch Schmuggel genutzt wird (Benzin, Gasflaschen, Zucker etc.).


Handel

2013 verzeichneten die Exporte erneut einen Zuwachs auf 12,04 Mrd. USD (2012: 11,8 Mrd. USD). Die Importe stiegen 2013 auf etwa 9,3 Mrd. USD. Wichtigste Handelspartner sind Brasilien, Argentinien, China, die USA, Japan und Venezuela. Die Hauptausfuhrgüter sind Erdgas (54% in 2013), Bergbauerzeugnisse (16% in 2013) und Agrarprodukte. Eingeführt werden vor allem Maschinen, Chemikalien, pharmazeutische Erzeugnisse, Fahrzeuge, Treibstoffe und Lebensmittel. Vor allem im Vergleich zu regionalen Konkurrenten (Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Peru) wird die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes durch negative Faktoren, wie die Abhängigkeit von Vorproduktimporten, hohe Transportkosten, Infrastrukturengpässe, einen stark regulierten Arbeitsmarkt, einen fixierten Wechselkurs zum USD, eine wenig leistungsfähige Verwaltung, Korruption, Rechtsunsicherheit und eine schwache industrielle Basis beeinträchtigt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Ansprechpartner in Auslandsvertretungen

Entwicklungs­zusammenarbeit

Bolivien ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf mittel- und langfristige strukturelle Reformen und ist armutsorientiert angelegt. Schwerpunkte sind die Reform von Verwaltung und Justiz sowie die Stärkung der Zivilgesellschaft, dazu Sicherstellung der Wasserversorgung, verbessertes Abwassermanagement und die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Näheres dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

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