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Ein Außenminister aus Katar an symbolträchtigem Ort in der niedersächsischen Provinz

Außenminister Sigmar Gabriel traf seinen katarischen Amtskollegen Scheich Mohammed Al-Thani am Freitag (09.06.) an symbolträchtigem Ort: in der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Mitten in der Heimatregion des Außenministers entstand vor über 200 Jahren ein Werk, das die Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen betonte, statt Unterschiede. 

Alte Konflikte - neue Konflikte

Das Drama "Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing und die darin enthaltene Ringparabel ist ein Schlüsseltext der Aufklärung. Es gilt als Plädoyer für Humanität und Toleranz unter den monotheistischen Religionen. Angesichts aktueller gesellschaftlicher Probleme hat das Werk auch nach Jahrhunderten nichts an Aktualität verloren.
Der Konflikt zwischen den verschiedenen Religionen war jedoch nicht der Grund des Treffens der beiden Außenminister. Mit großer Sorge beobachtet Gabriel die Isolierung des Emirats Katar durch eine Reihe von arabischen Staaten mit Saudi-Arabien an der Spitze: „Die Konflikte dort sind ohnehin schon groß genug – denken wir nur an Jemen oder Syrien. Was wir gerade überhaupt nicht gebrauchen können, ist eine Eskalation der Auseinandersetzungen - gerade auch zwischen den Golfstaaten.“

Deeskalation und Kampf gegen gemeinsamen Gegner

Der deutsche Außenminister im Gespräch mit seinem Amtskollegen aus Katar

Der deutsche Außenminister im Gespräch mit seinem Amtskollegen aus Katar
© Thomas Köhler/photothek.net

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Der deutsche Außenminister im Gespräch mit seinem Amtskollegen aus Katar

Der deutsche Außenminister im Gespräch mit seinem Amtskollegen aus Katar

Der deutsche Außenminister im Gespräch mit seinem Amtskollegen aus Katar

Dass Blockaden schwere Einschnitte seien und der Abbruch diplomatischer Beziehungen zu schrecklichen Ergebnissen führe, daran erinnere uns auch der Erste Weltkrieg, dessen Ende sich 2018 zum 100. Male jährt. Sigmar Gabriel ist deshalb überzeugt: „dass jetzt die Stunde der Diplomatie ist.“ Man werde gemeinsam mit den europäischen Partnern dafür sorgen, dass der Konflikt nicht weiter eskaliert und man sich auf den eigentlichen Gegner konzentrieren könne: die Terroristen des Islamischen Staates. „Wir müssen innerhalb der Anti-IS-Koalition zusammenhalten!“, sagte der Außenminister. Katar ist Teil dieser Koalition.

Kraft der Religionen

Welche Macht Religionen haben, zeigt das Beispiel des Islamischen Staats eindrücklich. Es ist dramatischer Beleg dafür, wie Religionen immer wieder ideologisch benutzt und als Legitimation für Terror missbraucht werden. Religion dient als Feigenblatt: politische und wirtschaftliche Konflikte werden pseudoreligiös aufgeladen. Dabei lehrt uns doch gerade Lessings Ringparabel, welches Friedenspotenzial Religionen haben.


Zum Weiterlesen:

Veranstaltung zur „Friedensverantwortung der Religionen“

Bilaterale Beziehungen zu Katar


Stand 09.06.2017

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