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Hilfe für die Sahel-Region

Die Bundesregierung leistet humanitäre Hilfe für die Sahel-Region. Millionen Menschen dort leiden Hunger. Zudem wird die Lage durch militärische Auseinandersetzungen verschärft. Im Mai 2012 haben das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung daher beschlossen, weitere 15 Millionen Euro an Hilfsgeldern zur Verfügung zu stellen. Damit summiert sich die bisher geleistete humanitäre Hilfe der Bundesregierung für die Sahel-Region auf 37 Millionen Euro.

Grund für die Aufstockung ist die weiter ernste humanitäre Lage. Rund 16 Millionen Menschen, davon über eine Millionen Kleinkinder sind von einer gravierenden Nahrungsmittelkrise betroffen. Nach Schätzungen fehlen 2,6 Millionen Tonnen an Nahrungsmitteln. Hinzu kommt, dass sich in Mali die humanitäre Lage durch militärische Auseinandersetzungen zwischen der Zentralregierung auf der einen und Tuareg-Rebellen und islamistischen Gruppen auf der anderen Seite verschärft. Rund 300.000 Menschen sind vor den Auseinandersetzungen auf der Flucht. Die deutschen Hilfsgelder fließen in Projekte des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP), des VN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und weiterer erfahrener deutscher Nichtregierungsorganisationen.

Enge Abstimmung

Im April 2012 hat eine Erkundungsmission der GIZ im Auftrag von AA und in Abstimmung mit dem BMZ die bisher geleistete Hilfe überprüft und den weiteren Bedarf analysiert. Erkundungsteams reisten in die Republiken Niger und Tschad. Diese Mission bestätigte sowohl die Relevanz der bisher geleisteten Hilfe wie auch die Notwendigkeit, die Eigenverantwortung der betroffenen Staaten zu stärken und an bestehende Kooperationsvorhaben anzuschließen. Außerdem sei eine enge Abstimmung zwischen den Akteuren der Humanitären Hilfe mit denen der Entwicklungszusammenarbeit entscheidend, um die akute Not zu lindern, ohne den nachhaltigen Erfolg der bisher geleisteten Hilfe zu beeinträchtigen, so die Evaluierung.

Die Bundesregierung setzt die Empfehlungen der Erkundungsmission um und hat mehrere entsprechende Projekte angestoßen. Unter anderem werden in Mali "cash-for-work" Programme der Caritas gefördert: In fünf Gemeinden werden insgesamt mehr als 21.000 Personen für kleinere Arbeiten wie das Anlegen von Dämmen oder den Bau eines Bewässerungssystems bezahlt, um ihnen auch während der Hungerperiode ein Einkommen zu verschaffen. So können einerseits sinnvolle Bauvorhaben umgesetzt und  gleichzeitig die Bevölkerung zur Selbsthilfe motiviert werden. In Burkina Faso finanziert das Auswärtige Amt ein Hilfsprojekt von HELP e.V. für mehr als 14.000 Flüchtlinge aus Mali. HELP e.V. verteilt Hilfsgüter wie Decken, Hygieneartikel und Moskitonetze an Flüchtlinge in der Provinz Ouadalan. Außerdem werden Notunterkünfte und wichtige Einrichtungen wie Duschen und Latrinen gebaut

Die Hilfe der Bundesregierung erfolgt eng abgestimmt mit dem Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) und anderen internationalen Partnern. OCHA hat dazu den "Strategischen Plan 2012" für die Sahel-Krise vorgestellt, der einen Hilfsbedarf von 923 Millionen US Dollar vorsieht. Die Sahel-Politik der Bundesregierung wird ressort-übergreifend durch die Sahel-Taskforce unter Leitung des Auswärtigen Amts koordiniert.



Stand 25.05.2012