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Seychellen

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Juni 2012

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen sind gut und die bilaterale Zusammenarbeit gestaltet sich harmonisch und freundschaftlich. Mehr als 22.000 (2011) deutsche Touristen besuchen jährlich die Inselrepublik und gehören mit Franzosen, Italienern und Russen zu den wichtigsten Devisenbringern des Landes. Als einziges westliches Land hatte Deutschland den Demokratisierungsprozess Anfang der 1990er Jahre durch die Entsendung eines Verfassungsexperten und mittels technischer Wahlhilfe substanziell unterstützt. Die deutschen Interessen werden vor Ort durch einrn Honorarkonsul in Victoria vertreten, der sich vor allem um die Belange deutscher Touristen kümmert.

Wirtschaftsbeziehungen

Die Seychellen haben die globalen Wirtschaftsturbulenzen 2011 ohne Einbruch überstanden und machen weiter Fortschritte auf dem Weg der wirtschaftlichen Konsolidierung und Umsetzung ihrer innen- und wirtschaftspolitischen Reformagenda. Der IWF stellte dem Land Anfang März 2012 ein gutes Zeugnis aus, dämpfte allerdings die Wachstumserwartungen aufgrund der negativen externen Einflüsse (Eurokrise). Deutsche Touristen, aber auch Unternehmen aus dem Geschäftsfeld erneuerbarer Energien bilden die Grundlage des direkten wirtschaftlichen Austausches zwischen Deutschland und den Seychellen. Mit einem Anteil von ca. 25 Prozent des Bruttoinlandsproduktes stellt der Tourismus weiterhin den wichtigsten Wirtschaftszweig dar und schafft neben der Fischerei die meisten Arbeitsplätze. Für 2012 werden ca. 200.000 Touristen erwartet, von denen Deutschland mittlerweile das zweitgrößte Kontingent stellt; die geplanten Direktflüge von Air Berlin dürften hier weiteren Auftrieb bringen. Die Seychellen gehen die ersten Schritte in Richtung des Einsatz erneuerbarer Energien: Deutschland bzw. deutsche Unternehmen haben in diese Richtung bereits ihre Fühler ausgestreckt. Erste Projekte sind in Planung.

Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Angesichts des im Vergleich zu Subsahara-Afrika relativ hohen Pro-Kopf-Einkommens (über 10.800 US-Dollar pro Kopf) sind die Seychellen kein Partnerland der deutschen EZ. Mit IWF, Weltbank, aber auch der EU sowie der Afrikanischen Entwicklungsbank gibt es hingegen Kooperationsvereinbarungen.

Infolge einer auch für Entwicklungsländer dramatisch hohen Verschuldungsquote, litt die Republik Seychellen 2008 unter derartigen Zahlungsschwierigkeiten, dass die Regierung im Dezember 2009 ein IWF-Programm in Anspruch nehmen musste. Dieses Programm wird 2012 - erfolgreich - enden. Infolge des fortgesetzten wirtschaftspolitischen Reformkurses wurden der Republik Seychellen inzwischen die Hälfte ihrer Schulden erlassen (Pariser Club und internationale Kreditgeber). EU-Kommission, Weltbank und Afrikanische Entwicklungsbank unterstütz(t)en dieses Programm. Im April 2012 hat die Weltbank ein neues Drei-Jahres-Programm aufgelegt (Country Partnership Strategy CPS), das der Interim-Strategie aus dem Jahr 2009 folgen wird. Es handelt sich um das erste echte Weltbankprogramm, das nach zwanzigjähriger Pause die mittelfristige Entwicklungsstrategie der Seychellen (2013 –2017) flankieren wird. Es gilt von Mitte 2012 bis Mitte 2013 und zielt auf die Reduktion der Anfälligkeit gegenüber externen Schocks, auf die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sowie auf die Verbesserung des Managements des öffentlichen Sektors.

Kulturelle Beziehungen

Mit ihrer Kulturpolitik, und insbesondere mit der Pflege des Kreolischen, versuchen die Seychellen, ihre nationale Eigenständigkeit zu betonen. Kreolisch wurde im August 1981 zu einer der drei offiziellen Amtssprachen erklärt. Mit der Einführung des Kreolischen verstärkten sich auch die Bemühungen, die Grammatik zu erforschen und eine einheitliche Schreibweise zu entwickeln. Auch deutsche Experten unterstützen einheimische Wissenschaftler hierbei. Am Polytechnikum studieren etwa 30 Schüler Deutsch als Fremdsprache. Außerdem belegten Studenten des „Hotel and Tourism Training Centre“ Deutschkurse. Ende Februar 2012 wurde in Victoria der 2. „Seychelles Carnival“ mit Umzügen und Schiffsparaden veranstaltet, der zahlreiche Touristen und Medienvertreter auch aus Deutschland anzog. Auch eine Delegation aus Düsseldorf befand sich unter den Teilnehmern. Für Februar 2013 ist der nächste Karneval geplant.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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