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Seychellen

Außenpolitik

Stand: Januar 2015

Durch ihre Lage im Indischen Ozean weckte die Inselgruppe der Seychellen in der Vergangenheit das politische Interesse der Groß- und Regionalmächte als Marine- und Luftwaffenstützpunkt zur Überwachung der Schifffahrt im Indischen Ozean und in angrenzenden Gewässern. 

Ihre Außenpolitik wird auch heute noch von ihrer Geographie als kleiner Inselstaat zwischen Afrika und Südasien, aber auch durch das Phänomen der Piraterie im Indischen Ozean und ihre Bekämpfung geprägt. Die von Somalia ausgehende Piraterie hat dazu geführt, dass die Seychellen zu einer Plattform für Anti-Piraterie-Operationen, aber auch verlässlicher Partner für die Festnahme und Strafverfolgung von Piraten geworden sind. 

Das gilt insbesondere für die EU-Mission Atalanta, die auch vor der Küste der Seychellen bereits Piratenangriffe abgewehrt hat ebenso wie für die EU-Mission EUCAP Nestor zum Aufbau maritimer Kapazitäten. Weitere Zusammenarbeit im Rahmen der Piraterieabwehr gibt es mit der Volksrepublik China und Indien.

Die Seychellen kategorisieren sich selbst als "Small Island Development State" und verfolgen angesichts ihrer verletzlichen Inselwirtschaft eine vorsichtig pragmatische Außenpolitik, insbesondere in Partnerschaft mit anderen kleinen Inselstaaten. 

Wichtiger Bestandteil der seychellischen Außenpolitik ist ein klares Bekenntnis zum Umwelt- und Klimaschutz. Die Inselrepublik ist zudem ein Verfechter der "Blue Economy". Ein erstes Abkommen im Juli 2013 mit Mauritius im Bereich "Blue Economy" soll die Zusammenarbeit der beiden Staaten bei der Entwicklung der Fischerei-Ressourcen, der Nahrungsmittelsicherung und der Energieversorgung fördern. Auch in der "Agenda 2063" der Afrikanischen Union haben die Seychellen das Konzept der "Blue Economy" verankern können.

Die Seychellen bemühen sich durch die Mitarbeit in Regionalorganisationen darum, ihre politischen Interessen zu fördern. Zusammen mit Mauritius, Madagaskar, den Komoren und Frankreich (La Réunion) bilden sie die "Indian Ocean Commission (IOC)", die 1984 zur Förderung von Handel, Tourismus und Fischerei gegründet wurde. Die Seychellen sind Mitglied der "Indian Ocean Rim Association for Regional Co-operation (IOR-ARC)", Sitzland der "Indian Ocean Tourism Organisation (IOTO)" und der "Indian Ocean Tuna Commission (IOTC)". Sie sind Mitglied bei COMESA (Common Market for Eastern and Southern Africa) und SADC (Southern African Development Community) und haben begonnen, in der Afrikanischen Union eine größere Rolle zu spielen.

Die Seychellen suchen verstärkt Verbindungen zu (süd-)ostasiatischen Staaten, mit dem Ziel Investitionen zu gewinnen. Zudem unterhalten sie privilegierte Partnerschaften mit den Golfstaaten (z.B. den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar), Indien und Russland. Im Jahr 2014 war ebenso eine Intensivierung der Kontakte zu anderen ostafrikanischen Staaten (v.a. Kenia) zu beobachten. Auslandsvertretungen unterhalten die Seychellen in Brüssel, Peking, Addis Abeba (auch für die Afrikanische Union zuständig), Paris, Neu Delhi, Pretoria, Genf (Vereinte Nationen), Abu Dhabi, London und New York.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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