Hauptinhalt

Die Erweiterung der Europäischen Union: Etappen und Perspektiven

Seit dem Schuman-Plan zur Gründung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl 1950 haben die Europäischen Gemeinschaften und in ihrer Folge die Europäische Union (EU) über mehr als fünfzig Jahre Frieden, Wohlstand und Stabilität unter ihren Mitgliedstaaten garantiert. 

Aus sechs Gründungsmitgliedern (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden) mit insgesamt 200 Millionen Einwohnern ist heute ein Staatenverbund von 28 Mitgliedsstaaten mit einer Bevölkerung von über einer halben Menschen geworden. Die Europäische Union (EU) ist heute der größte Wirtschaftsraum der Welt und eine Wertegemeinschaft, deren Mitglieder sich zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Menschenrechten bekennen und einen Großteil ihrer Politiken gemeinschaftlich gestalten.

Die sechs Gründungsstaaten waren: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande.

Die Erweiterungsrunden

Es hat bisher sieben Erweiterungsrunden gegeben:

  • 01.01.1973: Beitritte von Dänemark, Irland und Großbritannien
  • 01.01.1981: Beitritt von Griechenland
  • 01.01.1986: Beitritte von Portugal und Spanien
  • 01.01.1995: Beitritte von Österreich, Schweden und Finnland
  • 01.05.2004: Beitritte von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowenien, Slowakei, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern
  • 01.01.2007: Beitritte von Bulgarien und Rumänien
  • 01.07.2013: Beitritt von Kroatien

Die sogenannte "Osterweiterung" am 1. Mai 2004 stellte mit der Aufnahme von zehn neuen Mitgliedstaaten eine große politische und wirtschaftliche Herausforderung und Leistung dar – für die neuen und alten Mitgliedstaaten, für ihre Bevölkerungen und für die Institutionen der EU. Mit dem Beitritt von Bulgarien und Rumänien am 1. Januar 2007 wurde die größte Erweiterungsrunde erfolgreich abgeschlossen – und die Spaltung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg überwunden. Mit dem Beitritt von Kroatien am 1. Juli 2013 ist zwischenzeitlich das zweite Land aus dem ehemaligen Jugoslawien der EU beigetreten.

Perspektiven der Erweiterung

Über den jüngsten Beitritt von Kroatien am 1. Juli 2013 hinaus führt die EU derzeit Beitrittsverhandlungen mit der Türkei, Montenegro und Serbien. Die Beitrittsverhandlungen mit Island ruhen. Die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien und Albanien sind offizielle Beitrittskandidaten. Die übrigen Staaten des westlichen Balkans (Bosnien und Herzegowina sowie Kosovo) genießen den Status potentieller Beitrittskandidaten.

Die EU-Erweiterungspolitik ist ein starkes außenpolitisches Instrument der EU, das die Transformation zahlreicher europäischer Staaten entscheidend mitgestaltet hat. Die Aussicht auf eine Mitgliedschaft in der EU hat sich als wichtiger Anreiz für Reformprozesse in den Kandidatenländern erwiesen. Dank des Erweiterungsprozesses ist es gelungen, die politische und wirtschaftliche Stabilität Europas zu stärken sowie Freiheit, Demokratie, Rechtstaatlichkeit und den Schutz der Menschenrechte zu fördern. Die Vergrößerung des Binnenmarktes hat zu einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und des Wohlstandes der EU beigetragen. Durch die Erweiterung auf derzeit 28 Mitgliedstaaten hat die EU weltweit an Gewicht gewonnen und ist als "global player" heute besser in der Lage, auf globale Herausforderungen wie z.B. Klimawandel, Umweltschutz, Wettbewerbsfähigkeit, Migration und Regulierung der Finanzmärkte zu reagieren.


Stand 15.07.2014

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere