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Iran

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Januar 2016

Politische Beziehungen

Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Iran wurden 1952 aufgenommen; im gleichen Jahr wurde die iranische Gesandtschaft in Deutschland eröffnet. Neben der Wirtschaft entwickelte sich vor allem im Bildungssektor eine enge Zusammenarbeit: Die zahlreichen deutschen Gewerbeschulen in Iran wurden ein geschätzter Bildungspartner. Noch heute trägt der Ruf der damaligen Gewerbeschulen zum insgesamt positiven Deutschlandbild in Iran bei.

Nach der Islamischen Revolution 1979 unterlagen die Beziehungen zwischen beiden Ländern zum Teil erheblichen Spannungen und waren seit 2003  geprägt von der Besorgnis über das iranische Nuklearprogramm. Mit der Wiener Nuklearvereinbarung vom 14. Juli 2015 zwischen der E3/EU+3 und Iran konnte der Nuklearstreit beigelegt werden  (für weitere Informationen zum Nukleardossier siehe Link in der rechten Spalte). Dies eröffnet die Chance für engere bilaterale Beziehungen und regelmäßige politische Konsultationen, auch zu regionalen Themen. Die Menschenrechtslage in Iran beobachtet die Bundesregierung weiterhin mit Sorge.


Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen sind traditionell eng. Ca. 30 Prozent der industriellen Infrastruktur in Iran stammt aus deutscher Produktion. Infolge der internationalen Sanktionen wegen des iranischen Nuklearprogramms sind die Handelsbeziehungen seit 2007 rückläufig und haben sich 2014 erstmals wieder positiv entwickelt. Das bilaterale Handelsvolumen betrug im Jahr 2014 2,69 Mrd. Euro (plus 27 Prozent). Der starke Anstieg der deutschen Exporte begründet sich vorrangig durch den gestiegenen Maschinen- und Getreideexport. In den ersten elf Monaten 2015 sank der bilaterale Handel allerdings um 17% und lag bei 1,82 Mrd. Euro. Nach der Aufhebung der EU Wirtschafts- und Finanzsanktionen am 16. Januar 2016 sind die deutschen Wirtschaftsverbände optimistisch, dass der bilaterale Handel bald wieder an Fahrt gewinnt.

Bilateraler Handel:

  • 2013: Exporte nach Iran: 1,85 Mrd. Euro (-27 Prozent)
    Importe aus Iran: 274 Mio. Euro (-21 Prozent)
  • 2014: Exporte nach Iran: 2,391 Mrd. Euro (+ 30 Prozent)
    Importe aus Iran: 295 Mio. Euro (+ 8 Prozent)

Kulturelle Beziehungen

Das Interesse an kulturellem Austausch ist auf beiden Seiten hoch. Dies gilt vor allem für die bilateralen Wissenschaftsbeziehungen. Eine ganze Generation iranischer Wissenschaftler wurde an deutschen Hochschulen ausgebildet. Heute setzen sich zahlreiche Alumni für gemeinsame deutsch-iranische Forschungsprojekte sowie eine Verstärkung der Hochschulkooperation ein. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat 2014 sein neues Büro in Teheran eröffnet. Es bestehen drei DAAD Lektorate. Darüber hinaus ist Deutschland in Teheran mit einem botschaftseigenen Deutschen Sprachinstitut, der Deutschen Botschaftsschule Teheran, dem Deutschen Archäologischen Institut sowie einer evangelischen Gemeinde unter Leitung eines deutschen Pastorenehepaars vertreten. Der Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache kommt neben der Förderung der Wissenschaftsbeziehungen besondere Bedeutung zu. In die Sprachkurse des Deutschen Sprachinstituts Teheran (DSIT) auf allen Niveaustufen schrieben sich 2015 8.500 Teilnehmer ein. An den zentralen Prüfungen des Goethe-Instituts nahmen 2015 über 10.500 Sprachlernende teil. Darüber hinaus bietet das Institut iranischen Deutschlehrern Fortbildungsangebote an und bildet Nachwuchskräfte aus.

Die Deutsche Botschaft fördert das Erlernen der deutschen Sprache im Schulbereich durch die besondere Unterstützung von zurzeit 5 iranischen Schulen, die Deutsch anbieten (Partnerschul-Initiative PASCH). In diesem Kontext fand am 10. April 2014 die erste Nationale Deutscholympiade in Iran statt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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