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San Marino

Wirtschaft

Stand: November 2014

San Marino bildet mit den Staaten der Europäischen Union eine Zollunion (Vertrag 1991 unterzeichnet, vollständig in Kraft seit 2002). Besondere Regeln gelten zudem für die Wirtschaftsbeziehungen zu Italien, die durch eine Vielzahl von Verträgen geregelt sind. Hierbei sind insbesondere folgende Bestimmungen hervorzuheben:

  • Die Währung von San Marino ist mit der italienischen identisch (seit 01.01.2002 Euro); das Land darf gleichwohl Euromünzen mit nationaler Rückseite prägen (ein im Dezember 1981 mit Italien abgeschlossenes Abkommen, das den Umfang der von San Marino selbst geprägten Münzen festlegt, wurde bei der Euro-Einführung durch ein Abkommen mit der EU ergänzt)
  • Verzicht auf den Erlass von Gesetzen und Vorschriften, die auf das Steuersystem in Italien Einfluss haben oder die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beeinträchtigen könnten
  • Verzicht auf den Tabakanbau und die Herstellung von Tabakwaren sowie auf Spielbanken
  • Seit dem 16.03.2005 ist ein Abkommen mit der EU ratifiziert über die Besteuerung von Einkommen aus Sparanlagen von Personen ohne Wohnsitz in San Marino
  • Im September 2009 hat die OECD San Marino Fortschritte bei der Implementierung global anerkannter Steuerstandards attestiert
  • 2010 unterzeichnete San Marino zusammen mit mehreren großen Industrienationen das „Tax Information Exchange Agreement“.
  • Ein im August 2013 mit Italien geschlossenes Doppelbesteuerungsabkommen trat am 1.1.2014 in Kraft.
  • San Marino zählt statistisch mit ca. 36.000 USD per capita (2013) zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Allerdings macht sich auch in San Marino die Krise bemerkbar. Die Arbeitslosigkeit stieg 2014 auf 8% Einer der Hauptwirtschaftszweige ist traditionell der Tourismus, mit dem San Marino geschätzte 25 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Jährlich besuchen San Marino ca. 2 Millionen Touristen. Weitere wichtige Wirtschaftszweige sind die Kleinindustrie (Textil-, Elektronik- und Keramikbranche) sowie der Dienstleistungssektor (Banken). Insgesamt sind in San Marino circa 5.000 Unternehmen tätig. Italien ist San Marinos Haupthandelspartner (90 Prozent des Austausches). Durch die Schuldenkrise in Italien haben sich die Exporte San Marinos verringert.

Die verschlechterte wirtschaftliche Lage ist vor allem auf den Industrie- sowie den Bankensektor zurückzuführen. Im Oktober 2009 beschloss die italienische Regierung einen Steuererlass für Bürger, die im Ausland (unbesteuerte) Vermögen führen, um Rücküberweisungen anzuregen. Dieses Dekret (scudo fiscale) hatte finanzielle Rückflusse aus San Marino im Wert von über 4,5 Mrd. US-Dollar (3,4 Milliarden Euro) zur Folge.

Trotz der genannten Einschränkungen durch das EU-Abkommen wird San Marino als Niedrigsteuerland eingestuft. Der Unternehmenssteuersatz liegt bei 17 Prozent. Eine bedeutende Einnahmequelle für die san-marinesische Staatsverwaltung ist der Verkauf von Münzen, Briefmarken und Telefonkarten.

Die Regierung der Republik San Marino ist bemüht, Transparenz-Standards der OECD im Bankensystem einzuhalten. So konnte San Marino im Mai 2012 von der „schwarzen Liste“ der OECD gestrichen werden, nachdem Tax Information Exchange Agreements (TIEA) mit 20 Staaten (Mindestanforderung der OECD 12) – darunter auch mit Deutschland – hatten abgeschlossen werden können. Die Beziehungen zu Italien haben sich in der letzten Zeit verbessert, wozu zuletzt besonders der Abschluss des Doppelbesteuerungsabkommens beigetragen hat. 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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