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San Marino

Wirtschaft

Stand: Februar 2017

San Marino ist zwar kein Mitglied der EU oder des EWR, bildet mit den Staaten der Europäischen Union aber eine Zollunion. Besondere Regeln gelten zudem für die Wirtschaftsbeziehungen zu Italien (dem Haupthandelspartner mit etwa 90% des wirtschaftlichen Austauschs), die durch eine Vielzahl von Freundschafts- und Nachbarschaftsverträgen geregelt sind. Hierbei sind folgende Bestimmungen hervorzuheben:

  • Die Währung von San Marino ist mit der italienischen identisch (Euro), das Land darf gleichwohl Euromünzen mit nationaler Rückseite prägen.
  • Verzicht auf den Erlass von Gesetzen und Vorschriften, die auf das Steuersystem in Italien Einfluss haben oder die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beeinträchtigen könnten.
  • Verzicht auf den Tabakanbau und die Herstellung von Tabakwaren sowie auf Spielbanken.
  • Ein im August 2013 mit Italien geschlossenes Doppelbesteuerungsabkommen ist  am 1.1.2014 in Kraft getreten.

Seit dem 16.03.2005 ist ein Abkommen  mit der EU über die Besteuerung von Einkommen aus Sparanlagen von Personen ohne Wohnsitz in San Marino ratifiziert. Trotzdem galt San Marino bis Januar 2010 offiziell, durch eine Einstufung der OECD, als Steueroase. Dank mehrerer bilateraler Steuerabkommen wie dem deutsch-san-marinesischen Abkommen über die Unterstützung in Steuer- und Steuerstrafsachen durch Informationsaustausch (TIEA), wurde im Januar 2010 die Einstufung der OECD verbessert. Am 8.12.2015 wurde ein Abkommen zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung zwischen der EU und San Marino unterzeichnet. Ab dem Jahr 2017 werden die Mitgliedstaaten der EU und San Marino wechselseitig Daten der Bankkunden auf dem eigenen Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei liefern, um Steuerhinterziehung weiter zu bekämpfen. Oberste wirtschaftspolitische Priorität der Regierung bleibt der weitere Abschluss von bilateralen Abkommen, sowohl für den Austausch der Steuerinformationen (TIEA), als auch gegen die Doppelbesteuerung (DTA).

San Marino zählt statistisch mit 62.100 USD pro Kopf (2015) [Vergleich Deutschland 2015: 47.400 USD/Kopf] zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Allerdings macht sich auch in San Marino die Krise bemerkbar: 2014 lag die Arbeitslosenquote bei 8,7%, 2015 bei 9,2% und im Februar 2016 bei 10.11%, wobei eine deutliche Divergenz zwischen Männern (7,1%) und Frauen (13,11%) festzustellen ist. Ende 2016 nahm die Arbeitslosigkeit hingegen wieder ab (8,5%).  Nach sechs Jahren andauernder Rezession (2012: -7,5%; 2013: -4,5%, 2014: -1,0%) erreicht das Wirtschaftswachstum nun wieder positive Zahlen mit +1%.  Die Nettoneuverschuldung (ggü. BIP) ist ebenfalls in einer positiven Entwicklung begriffen, sodass sie im Jahr 2015 nur noch bei -0,4% lag (2012: -2,6%; 2013: -1,5%; 2014: -1,1%).Einer der Hauptwirtschaftszweige ist traditionell der Tourismus, mit dem San Marino mehr als die Hälfte seines Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Jährlich besuchen San Marino ca. 2 Millionen Touristen. Weitere wichtige Wirtschaftszweige sind die Kleinindustrie (Textil-, Elektronik- und Keramikbranche) sowie der Dienstleistungssektor (Banken). Die neun im Lande tätigen Banken sind hauptsächlich auf das Binnengeschäft fokussiert. Internationale Transaktionen werden durch italienische Banken abgewickelt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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