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Jamaika

Außenpolitik

Stand: September 2016

Grundlinien der Außenpolitik

Die Regierung definiert die Wirtschaftsdiplomatie mit Förderung des Handels und ausländischer Investitionen als eine Priorität der jamaikanischen Außenpolitik. Die Außenpolitik strebt nach einem differenzierten und präferentiellen Handelsregime, das die Interessen der, von der globalen Wirtschaftsentwicklung besonders stark betroffenen, kleinen und hochverschuldeten Länder stärker berücksichtigt.

Weitere Schwerpunkte sind die Fortsetzung und Vertiefung der Rolle als ein Wortführer der englischsprachigen Karibik in multilateralen Organisationen wie den Vereinten Nationen (VN-Reform, nichtständiger Sitz im Sicherheitsrat zuletzt 2000-2001), der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), der Bewegung der Blockfreien Staaten, im Commonwealth, sowie in der Gruppierung der Entwicklungsländer G77 und China. Jamaika wirbt für die  Stärkung der Kooperation zwischen der Karibik und Lateinamerika (Community of Latin American and Caribbean States/CELAC; Association of Caribbean States), auch in der Zusammenarbeit mit der EU.  Die jamaikanische Regierung hat eine Arbeitsgruppe unter Leitung des früheren Premierministers Golding ins Leben gerufen, um die Möglichkeiten einer weiteren Vertiefung der regionalen, wirtschaftlichen und politischen Integration der Karibik im Rahmen der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM) zu prüfen.


USA und Kanada

Die geographische Lage und wirtschaftliche Abhängigkeit (Importe, Tourismus) sowie eine starke jamaikanische Diaspora bedingen ein sehr enges, gutes - aber nicht immer konfliktfreies - Verhältnis zu den USA. Im Vordergrund stehen handelspolitische- und Sicherheitsfragen. Die USA sind ein wichtiger Geber von Entwicklungshilfe und konzentrieren sich in der Zusammenarbeit vor allem auf die Bereiche der Inneren Sicherheit, der  Gewaltprävention und zunehmend auf den Bereich der Energieversorgung (Flüssigerdgas). Dazu kommen Immigrationskontrolle und die Eindämmung des Drogenhandels.

Traditionell gute Beziehungen bestehen auch zu Kanada als wichtigem Tourismusherkunftsland und Geber von Entwicklungshilfe. Kanada beherbergt einen großen Teil der jamaikanischen Diaspora.

Die Überweisungen der Exil-Jamaikaner spielen für die Wirtschaft Jamaikas eine starke Rolle.


Europäische Union

Ein Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) zwischen der EU und der Karibik (CARICOM-Staaten plus Dominikanische Republik) wurde 2008 unterzeichnet. Die EU unterstützt Jamaika mit einem makroökonomischen Programm zur Schuldenreduzierung und Wachstumsverbesserung, Anpassungsmaßnahmen im Bananen- und Zuckersektor, mit Projekten im Bereich Infrastruktur (Straßenbau) und Wasserversorgung und in der Armuts- und Verbrechensbekämpfung. Der größte Teil der Hilfe wird über Budgethilfen in Form von Zuschüssen geleistet. Die EU, mit starkem deutschem Beitrag, ist mittlerweile der wichtigste Geber von Entwicklungshilfe in Jamaika.


Weitere bilaterale Beziehungen

Die Ausweitung der Beziehungen, insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiet, zu den Ländern Asiens und Afrikas (Süd-Süd-Kooperation) genießt einen hohen Stellenwert. Dies gilt vor allem für China, dessen Bedeutung als Entwicklungspartner bei der Finanzierung, Durchführung und auch dem Betrieb großer Infrastrukturprojekte (wie z.B. beim North-South-Highway) in den letzten Jahren stetig gewachsen ist. China hat damit - zurzeit - eine dominierende Rolle übernommen.


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