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Jamaika

Außenpolitik

Stand: Oktober 2013

Grundlinien der Außenpolitik

  • Die Regierung von Premierministerin Portia Simpson Miller (seit 5.1.2012) definierte die Wirtschaftsdiplomatie mit Förderung des Handels und  ausländischer Investitionen als eine Priorität der jamaikanischen Außenpolitik.
  •  Fortsetzung und Vertiefung der Mitarbeit als ein Wortführer der englischsprachigen Karibik in multilateralen Organisationen wie Vereinte Nationen (VN-Reform, nichtständiger Sitz im Sicherheitsrat zuletzt 2000-2001), Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Blockfreienbewegung, informelle Gruppe von fortgeschrittenen Entwicklungsländern G15, Commonwealth, Gruppierung der Entwicklungsländer G77 und China
  • Vertiefung der regionalen wirtschaftlichen und politischen Integration der Karibik (seit 1. Februar 2006: gemeinsamer Markt, CSME – Caribbean Single Market and Economy) im Rahmen der Caribbean Community (CARICOM) einschließlich der beabsichtigten Ablösung des Privy Council in London durch den Caribbean Court of Justice (CCJ) als oberste Berufungsinstanz; Stärkung der Kooperation zwischen der Karibik und Lateinamerika (CELAC; Association of Caribbean States)
  • Stabilität in den für Jamaika schon mit Blick auf Handel und Tourismus prioritären Beziehungen zu den traditionellen Partnern USA, Kanada, UK und Europa auch im Rahmen von CARICOM und OAS. Streben nach differenziertem und präferentiellem Handelsregime, das die Interessen der von der globalen Wirtschaftsentwicklung besonders stark betroffenen kleinen und hochverschuldeten Länder stärker berücksichtigt.

Verhältnis zu den USA und Kanada

Geographie und wirtschaftliche Abhängigkeit (Importe, Tourismus) sowie eine starke jamaikanische Diaspora bedingen ein sehr enges, gutes aber nicht immer konfliktfreies Verhältnis zu den USA. Im Vordergrund stehen handelspolitische Fragen und Sicherheitsfragen. 2000 wurde im Rahmen der "Caribbean Basin Initiative (CBI)" weitgehende NAFTA-Parität bei den Handelspräferenzen erreicht. Die USA sind ferner ein wichtiger Geber von Entwicklungshilfe. Hinzu kommen Bemühungen der USA um die Kontrolle ihrer Immigration und um die Eindämmung des Drogenhandels.

Traditionell gute Beziehungen bestehen zu Kanada mit ebenfalls starker jamaikanischer Diaspora, das auch ein wichtiges Tourismusherkunftsland und Geber von Entwicklungshilfe ist.

Außerdem spielen die Überweisungen ("remittances") der Exil-Jamaikaner in den USA und Kanada (neben UK) eine große Rolle für Jamaikas Wirtschaft.


Verhältnis zur Europäischen Union

Ein neues "Economic Partnership Agreement" (EPA) zwischen der EU und der Karibik (CARICOM-Staaten plus Dominikanische Republik) wurde im Oktober 2008 unterzeichnet. Die EU unterstützt Jamaika mit einem makroökonomischen Programm zur Schuldenreduzierung und Wachstumsverbesserung, Anpassungsmaßnahmen im Bananen- und Zuckersektor, mit Projekten im Bereich Infrastruktur (Straßenbau) und Wasserversorgung und Armuts- und Verbrechensbekämpfung. Der größte Teil der Hilfe wird über Budgethilfe in Form von Zuschüssen geleistet, zuletzt wegen des Einfrierens der Budgethilfe vermehrt auch wieder über Projekte. EU ist der wichtigste Geber von Entwicklungshilfe an Jamaika, überwiegend in Form von Zuschüssen.


Beziehungen zu asiatischen und afrikanischen Ländern

Die Ausweitung der Beziehungen, insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiet, zu den Ländern Asiens und Afrikas (Süd-Süd-Kooperation) genießt wachsende Bedeutung. Chinas Bedeutung als Entwicklungspartner bei der Finanzierung und Durchführung großer Infrastrukturprojekte ist in den letzten Jahren stetig gewachsen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.