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Bangladesch

Beziehungen zwischen Bangladesch und Deutschland

Stand: März 2014

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Bangladesch sind freundschaftlich. Als eines der ersten europäischen Länder hat Deutschland Bangladesch nach der Unabhängigkeit von Pakistan 1972 diplomatisch anerkannt. Die deutsche Wiedervereinigung wurde von Bangladesch mit großer Sympathie begleitet. Deutschland genießt als langjähriger und zuverlässiger Partner bei der Entwicklungszusammenarbeit, aber auch als Handelspartner und wichtiges Mitgliedsland der Europäischen Union Ansehen. Mit besonderer Aufmerksamkeit wird das Engagement Deutschlands in der Klimapolitik und in den Vereinten Nationen verfolgt. Die jüngsten Parlamentswahlen vom 5. Janaur 2014 hat Deutschland mit Sorge verfolgt. Die Bundesregierung hat an die Regierung von Bangladesch appelliert, den Dialog mit der Opposition zu suchen und im Konsens den Weg für baldige, demokratische und insbesondere inklusive Neuwahlen zu ebnen.

In den letzten Jahren gab es regen Besuchsaustausch zwischen Deutschland und Bangladesch. Der damalige Bundesaußenminister Westerwelle reiste vom 23. bis 24. Juni 2012 nach Dhaka. Im Zentrum der Reise standen das Jubiläum „40 Jahre diplomatische Beziehungen“ und eine weitere Intensivierung des wirtschaftlichen Austauschs. Vom 23. bis 25. Oktober 2011 reiste die bangladeschische Premierministerin Sheikh Hasina nach Berlin und traf die Bundeskanzlerin, den Bundesaußenminister und den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Vom 28. bis 30. November 2011 hielt sich der damalige Bundespräsident Christian Wulff im Rahmen eines offiziellen Besuches in Dhaka auf. Er führte Gespräche mit Staatspräsident Zillur Rahman, Premierministerin Sheikh Hasina, Außenministerin Dipu Moni, Oppositionsführerin Khaleda Zia sowie Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften und der Bürgergesellschaft. Bangladesch wird regelmäßig von Mitgliedern des Bundestages besucht. Zahlreiche deutsche Nichtregierungsorganisationen sowie die Hilfsorganisationen der Kirchen in Deutschland setzen sich seit Bestehen Bangladeschs gemeinsam mit ihren örtlichen Partnern für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Landes ein. Diesem Engagement wie auch einer regen Informationsarbeit in Deutschland und Bangladesch ist zu verdanken, dass in beiden Ländern viele Menschen mit großer Sympathie und guten Kenntnissen auf das jeweils andere Land blicken. Die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung, sowie die Friedrich-Naumann-Stiftung sind mit Mitarbeitern in Bangladesh vertreten.


Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland ist der zweitgrößte Exportmarkt für Bangladesch nach den USA. Das bilaterale Handelsvolumen wächst kontinuierlich und erreichte 2013 insgesamt 4,87 Mrd. USD. Dabei exportiert Bangladesch Waren im Wert von rund 4,3 Mrd. USD nach Deutschland, der Import beläuft sich hingegen auf lediglich rund 0,57 Mrd. USD. 94 Prozent der Importe aus Bangladesch sind Textilien. Weit abgeschlagen folgen Lederprodukte (2,3 Prozent) und Nahrungsmittel (2,0 Prozent). Deutsche Exporte bestehen hauptsächlich aus Maschinen (48 Prozent) sowie chemischen (22 Prozent) und elektrotechnischen Erzeugnissen (10 Prozent). Deutsche Reeder lassen seit einigen Jahren Schiffe in Bangladesch bauen. 

Deutsche Unternehmen investieren in Bangladesch, insbesondere in den Sektoren Textilindustrie, Transport und Logistik sowie Baustoffe.

Die deutsch-bangladeschische Handelskammer „Bangladesh-German Chamber of Commerce and Industry“ (BGCCI) ist mit über 500 Mitgliedsunternehmen die größte bilaterale Kammer in Bangladesch. Sie ist auf dem Weg, in das Netz der Auslandshandelskammern des DIHK aufgenommen zu werden..

Ein bilaterales Investitionsschutz- und Förderungsabkommen ist seit September 1986 in Kraft, ein Doppelbesteuerungsabkommen seit 1993.


Entwicklungszusammenarbeit

Bangladesch ist mit einem Jahresnationaleinkommen pro Kopf von rund 846 USD (Weltbank, 2013) eines der ärmsten Länder der Welt und EZ-Schwerpunktland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Bangladesch hat zwischen der Staatsgründung 1972 und Ende 2013 von Deutschland im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit Zahlungen in Höhe von rund 2,2 Mrd. Euro erhalten. Hinzu kommen Beiträge, die Deutschland über Nichtregierungsorganisationen (z.B. kirchliche Einrichtungen, private Träger) und multilaterale Organisationen (Europäische Union, Weltbank, Asiatische Entwicklungsbank und die VN-Familie) zur Verfügung stellt.

Bangladesch und Deutschland haben sich im Rahmen ihrer langfristigen bilateralen Zusammenarbeit auf folgende drei Schwerpunkte festgelegt:

  • Energieeffizienz und erneuerbare Energien
  • Gute Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte
  • Anpassung an den Klimawandel in Städten

Für die Jahre 2012/2013 sagte Deutschland Bangladesch insgesamt 94,0 Mio. Euro für die Durchführung bilateraler Projekte zu, erstmals auch einen Entwicklungskredit mit vergünstigten Konditionen in Höhe von 45,0 Mio. für ein Vorhaben der Energieversorgung.

Während sich die staatliche Entwicklungszusammenarbeit auf die o.g. Schwerpunkte konzentriert, richten die zahlreichen deutschen Nichtregierungsorganisationen in Bangladesch ihre Aufmerksamkeit vornehmlich auf Armutsbekämpfung und die Unterstützung von Randgruppen in den ländlichen Regionen Bangladeschs.


Kulturelle Zusammenarbeit

Die erste Anlaufstelle für all jene in Bangladesch, die sich für deutsche Sprache und Kultur interessieren, ist das Goethe-Institut. Es feierte im Oktober 2011 sein 50-jähriges Jubiläum. Die Zahl der Teilnehmer an den Sprachkursen liegt stets bei weit über 1000 pro Jahr. In der Bibliothek gibt es Informationen über deutsche Literatur, Geschichte und Politik. Das Café auf der Dachterrasse ist ebenso wie das Auditorium ein Treffpunkt und Forum für junge Intellektuelle, Künstler und Vertreter der Zivilgesellschaft. Die Veranstaltungen des Goethe-Instituts reichen von Ausstellungen, musikalischen und literarischen Darbietungen bis zu Filmfestivals und DJ-Auftritten. Seit Januar 2010 werden bangladeschische Lehrer zu PASCH-Deutschlehrern ausgebildet. An den fünf PASCH-Schulen in Bangladesch wurde teilweise Deutschunterricht im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften eingeführt, die ersten Schüler haben sich ihre Deutschkenntnisse mittlerweile zertifizieren lassen.

Um den akademischen Austausch zwischen Deutschland und Bangladesch zu fördern, vergeben der DAAD (Deutscher Akademischer Austausch-Dienst), die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und andere Organisationen jedes Jahr zahlreiche Stipendien an bangladeschische Studenten und Nachwuchswissenschaftler. Der DAAD-Informationspunkt berät hinsichtlich Stipendien und Studium in Deutschland. Ebenso die DAAD-Lektorin, die Anfang Oktober 2013 als erste DAAD-Lektorin in Bangladesch ihren Dienst an der traditionsreichen Dhaka University angetreten hat. Sie unterrichtet zunächst vor allem Deutsch als Fremdsprache. Eine Vielzahl von bangladeschischen Wissenschaftlern und Studenten hat bereits einen Teil ihrer akademischen Ausbildung in Deutschland absolviert, über 400 von ihnen sind in Alumni-Vereinen und im Netzwerk „Alumniportal“ organisiert.

Die Zahl der Studenten, die sich um einen Studienplatz in Deutschland bewerben, stieg in den letzten eineinhalb Jahren enorm an, mit einer ungebrochenen Tendenz für die kommenden Semester. 2012 beantragten weit über 1.000 junge Bangladescher ein Visum für ein Studium in Deutschland, 2013 waren es bereits mehr als 3.000 Bewerber.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Bangladesch ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Die Bundesrepublik unterstützt Bangladesch vor allem im Bereich Good Governance, Menschenrechte und Kommunalentwicklung, in der Entwicklung des Gesundheitssystems, sowie bei der Verbesserung der Energieeffizienz und der Förderung erneuerbarer Energien. Außerdem wird ein Programm unterstützt, dass die Auswirkungen des Klimawandels reduzieren und die Biodiversität des Landes bewahren soll.
Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: