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Bangladesch

Beziehungen zwischen Bangladesch und Deutschland

Stand: Oktober 2016

Politik

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Bangladesch sind freundschaftlich. Deutschland hat im Jahr 1972, als eines der der ersten europäischen Länder Bangladeschs Unabhängigkeit von Pakistan diplomatisch anerkannt. Die deutsche Wiedervereinigung wurde von Bangladesch mit großer Sympathie begleitet. Deutschland genießt als langjähriger und zuverlässiger Partner bei der Entwicklungszusammenarbeit, aber auch als Handelspartner und wichtiges Mitgliedsland der Europäischen Union Ansehen. Mit besonderer Aufmerksamkeit wird das Engagement Deutschlands in der Klimapolitik und in den Vereinten Nationen verfolgt.

Im bilateralen Gespräch werden insbesondere die Verbesserung der sozialen Mindeststandards in der Textilproduktion, der politische Dialog zwischen Opposition und Regierung sowie die Lage der Menschenrechte thematisiert. Zahlreiche deutsche Nichtregierungsorganisationen sowie die Hilfsorganisationen der Kirchen in Deutschland setzen sich seit Bestehen Bangladeschs gemeinsam mit ihren örtlichen Partnern für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Landes ein. Diesem Engagement wie auch einer regen Informationsarbeit in Deutschland und Bangladesch ist zu verdanken, dass in beiden Ländern viele Menschen mit großer Sympathie auf das jeweils andere Land blicken.


Wirtschaft

Deutschland ist der zweitgrößte Exportmarkt für Bangladesch nach den USA. Das bilaterale Handelsvolumen wächst kontinuierlich und erreichte 2015 insgesamt 5,24 Milliarden Euro (erstes Halbjahr 2016: 2,72 Milliarden  Euro). Dabei exportiert Bangladesch Waren im Wert von rund 4,6 Milliarden Euro (2,35Milliarden Euro) nach Deutschland, der Import beläuft sich hingegen auf lediglich rund 0,64 Milliarden Euro (0,37 Milliarden Euro). Über 90 Prozent der Importe aus Bangladesch sind Textilien, daneben werden auch tiefgefrorene Nahrungsmittel und Lederprodukte  ausgeführt. Deutsche Exporte bestehen hauptsächlich aus Maschinen (55 Prozent) sowie chemischen (20 Prozent) und elektrotechnischen Erzeugnissen (9 Prozent). Deutsche Reeder lassen seit einigen Jahren Schiffe in Bangladesch bauen.

Deutsche Unternehmen investieren in Bangladesch, insbesondere in den Sektoren Textilindustrie, Transport und Logistik sowie Baustoffe.

Ein bilaterales Investitionsschutz- und Förderungsabkommen ist seit September 1986 in Kraft, ein Doppelbesteuerungsabkommen seit 1993.


Entwicklungszusammenarbeit

Bangladesch gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Den inhaltlichen Rahmen bilden die gemeinsam vereinbarten folgenden drei  Schwerpunkte:

  • Erneuerbare Energien und Energieeffizienz
  • Gute Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte
  • Anpassung an den Klimawandel in städtischen Gebieten

Im Themenfeld „Gute Regierungsführung“ liegt ein besonderer Fokus auf der Förderung der Arbeitsbedingungen sowie Umweltstandards in der Textilindustrie. Dies ist gerade vor dem Hintergrund der Bedeutung der exportorientierten Textilwirtschaft ein entscheidender Aspekt für die weitere Entwicklung des Landes. Auch die deutschen Kirchen sowie zahlreiche Nichtregierungsorganisationen setzen sich gemeinsam mit ihren lokalen Partnern gerade auch in ländlichen Regionen für die weitere Entwicklung in unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen ein.

Das Land zählt mit einem Jahresnationaleinkommen pro Kopf von 1.190 USD (2015) zu den sog. „lower middle income countries“ gemäß Weltbank. Von Beginn der Entwicklungszusammenarbeit in den 70er Jahren bis heute hat Deutschland öffentliche Mittel im Gesamtumfang von  rund 2,6 Milliarden Euro für bilaterale Entwicklungsprojekte in Bangladesch verausgabt. Hinzu kommen Beiträge, die Deutschland über multilaterale Institutionen (Europäische Union,  Asiatische Entwicklungsbank und Sonderorganisationen der Vereinten Nationen wie z.B. Weltbank, ILO, FAO) zur Verfügung stellt. Ergänzend erhalten auch  sog. private Träger aus der Zivilgesellschaft öffentliche Mittel für die Durchführung von Entwicklungsprojekten.

Während der letzten Regierungsverhandlungen 2016 sagte Deutschland Bangladesch insgesamt  261,2 Millionen Euro weiterer Mittel für die Durchführung bilateraler Projekte zu.


Kultur

Die erste Anlaufstelle für all jene in Bangladesch, die sich für deutsche Sprache und Kultur interessieren, ist das Goethe-Institut. Das Institut in Dhaka wurde bereits vor der Unabhängigkeit Bangladeschs eröffnet – im Jahre 1961. Die Zahl der Teilnehmer an den Sprachkursen stieg in den letzten Jahren stetig und liegt nunmehr bei knapp 2.000 pro Jahr. In der Bibliothek gibt es Informationen über deutsche Literatur, Geschichte und Politik. Das Café auf der Dachterrasse ist ebenso wie das Auditorium ein Treffpunkt und Forum für junge Intellektuelle, Künstler und Vertreter der Zivilgesellschaft. Die Veranstaltungen des Goethe-Instituts reichen von Ausstellungen, musikalischen und literarischen Darbietungen bis zu Filmfestivals und DJ-Auftritten. 

Seit Januar 2010 werden bangladeschische Lehrer zu PASCH-Deutschlehrern ausgebildet. An allen der fünf PASCH-Schulen in Bangladesch wurde der Deutschunterricht bereits in die Curricula integriert, ein Gutteil der Schüler hat sich seine Deutschkenntnisse mittlerweile zertifizieren lassen.

Um den akademischen Austausch zwischen Deutschland und Bangladesch zu fördern, vergeben der DAAD (Deutscher Akademischer Austausch-Dienst), die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und andere Organisationen jedes Jahr zahlreiche Stipendien an bangladeschische Studenten und Nachwuchswissenschaftler. Der DAAD-Informationspunkt berät hinsichtlich Stipendien und Studium in Deutschland. Eine Vielzahl von bangladeschischen Wissenschaftlern und Studenten hat bereits einen Teil ihrer akademischen Ausbildung in Deutschland absolviert, über 200 von ihnen sind in Alumni-Vereinen und im Netzwerk "Alumniportal" organisiert.

Die Zahl der Studenten, die sich um einen Studienplatz in Deutschland bewerben, stieg in den letzten eineinhalb Jahren enorm an. So gingen allein in 2015 rund 500 neue Studenten nach Deutschland, um dort ein Studium aufzunehmen.


Entwicklungs­zusammenarbeit

Bangladesch ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Die Bundesrepublik unterstützt Bangladesch vor allem im Bereich Good Governance, Menschenrechte und Kommunalentwicklung, in der Entwicklung des Gesundheitssystems, sowie bei der Verbesserung der Energieeffizienz und der Förderung erneuerbarer Energien. Außerdem wird ein Programm unterstützt, dass die Auswirkungen des Klimawandels reduzieren und die Biodiversität des Landes bewahren soll.
Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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