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Bangladesch

Beziehungen zwischen Bangladesch und Deutschland

Stand: Dezember 2014

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Bangladesch sind freundschaftlich. Als eines der ersten europäischen Länder hat Deutschland Bangladesch nach der Unabhängigkeit von Pakistan 1972 diplomatisch anerkannt. Die deutsche Wiedervereinigung wurde von Bangladesch mit großer Sympathie begleitet. Deutschland genießt als langjähriger und zuverlässiger Partner bei der Entwicklungszusammenarbeit, aber auch als Handelspartner und wichtiges Mitgliedsland der Europäischen Union Ansehen. Mit besonderer Aufmerksamkeit wird das Engagement Deutschlands in der Klimapolitik und in den Vereinten Nationen verfolgt.

Im bilateralen Gespräch werden insbesondere auch die Lage der Menschenrechte, die Verbesserung der sozialen Mindeststandards in der Textilproduktion und der politische Dialog zwischen Opposition und Regierung thematisiert. Zahlreiche deutsche Nichtregierungsorganisationen sowie die Hilfsorganisationen der Kirchen in Deutschland setzen sich seit Bestehen Bangladeschs gemeinsam mit ihren örtlichen Partnern für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Landes ein. Diesem Engagement wie auch einer regen Informationsarbeit in Deutschland und Bangladesch ist zu verdanken, dass in beiden Ländern viele Menschen mit großer Sympathie und guten Kenntnissen auf das jeweils andere Land blicken. Die Friedrich-Ebert-Stiftung, sowie die Friedrich-Naumann-Stiftung sind mit Mitarbeitern in Bangladesh vertreten.


Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland ist der zweitgrößte Exportmarkt für Bangladesch nach den USA. Das bilaterale Handelsvolumen wächst kontinuierlich und erreichte 2014 insgesamt 3,91 Mrd. EUR. Dabei exportiert Bangladesch Waren im Wert von rund 3,46 Mrd. EUR nach Deutschland, der Import beläuft sich hingegen auf lediglich rund 0,45 Mrd. EUR. 94 Prozent der Importe aus Bangladesch sind Textilien. Weit abgeschlagen folgen Lederprodukte (2,4 Prozent) und Nahrungsmittel (2,2 Prozent). Deutsche Exporte bestehen hauptsächlich aus Maschinen (48 Prozent) sowie chemischen (23 Prozent) und elektrotechnischen Erzeugnissen (8 Prozent). Deutsche Reeder lassen seit einigen Jahren Schiffe in Bangladesch bauen. 

Deutsche Unternehmen investieren in Bangladesch, insbesondere in den Sektoren Textilindustrie, Transport und Logistik sowie Baustoffe.

Die deutsch-bangladeschische Handelskammer „Bangladesh-German Chamber of Commerce and Industry“ (BGCCI) ist mit ca 600 Mitgliedsunternehmen die größte bilaterale Kammer in Bangladesch.

Ein bilaterales Investitionsschutz- und Förderungsabkommen ist seit September 1986 in Kraft, ein Doppelbesteuerungsabkommen seit 1993.


Entwicklungszusammenarbeit

Bangladesch ist mit einem Jahresnationaleinkommen pro Kopf von rund 904 USD (Weltbank, 2013) eines der ärmsten Länder der Welt und Schwerpunktland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Bangladesch hat zwischen der Staatsgründung 1972 und Ende 2013 von Deutschland im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit Zahlungen in Höhe von rund 2,6 Mrd. Euro erhalten. Hinzu kommen Beiträge, die Deutschland über Nichtregierungsorganisationen (z.B. kirchliche Einrichtungen, private Träger) und multilaterale Organisationen (Europäische Union, Weltbank, Asiatische Entwicklungsbank und die VN-Familie) zur Verfügung stellt.

Bangladesch und Deutschland haben sich im Rahmen ihrer langfristigen bilateralen Zusammenarbeit auf folgende drei Schwerpunkte festgelegt:

  • Energieeffizienz und erneuerbare Energien
  • Gute Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte
  • Anpassung an den Klimawandel in städtischen Gebieten

Für die Jahre 2013/2014 sagte Deutschland Bangladesch insgesamt 94,0 Mio. Euro für die Durchführung bilateraler Projekte zu,.

Während sich die staatliche Entwicklungszusammenarbeit auf die oben genannten Schwerpunkte konzentriert, richten die zahlreichen deutschen Nichtregierungsorganisationen in Bangladesch ihre Aufmerksamkeit vornehmlich auf Armutsbekämpfung und die Unterstützung von Randgruppen in den ländlichen Regionen Bangladeschs.


Kulturelle Zusammenarbeit

Die erste Anlaufstelle für all jene in Bangladesch, die sich für deutsche Sprache und Kultur interessieren, ist das Goethe-Institut. Es feierte im Oktober 2011 sein 50-jähriges Jubiläum. Die Zahl der Teilnehmer an den Sprachkursen stieg in den letzten Jahren stetig und liegt nunmehr bei knapp 2000 pro Jahr. In der Bibliothek gibt es Informationen über deutsche Literatur, Geschichte und Politik. Die Cafés auf der Dachterrasse und im Erdgeschoss sind ebenso wie das Auditorium ein Treffpunkt und Forum für junge Intellektuelle, Künstler und Vertreter der Zivilgesellschaft. Die Veranstaltungen des Goethe-Instituts reichen von Ausstellungen, musikalischen und literarischen Darbietungen bis zu Filmfestivals und DJ-Auftritten. Seit Januar 2010 werden bangladeschische Lehrer zu PASCH-Deutschlehrern ausgebildet. An fast allen der fünf PASCH-Schulen in Bangladesch wurde der Deutschunterricht bereits in die Curricula integriert, eine zunehmende Anzahl an Schülern hat sich ihre Deutschkenntnisse mittlerweile zertifizieren lassen.

Um den akademischen Austausch zwischen Deutschland und Bangladesch zu fördern, vergeben der DAAD (Deutscher Akademischer Austausch-Dienst), die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und andere Organisationen jedes Jahr zahlreiche Stipendien an bangladeschische Studenten und Nachwuchswissenschaftler. Der DAAD-Informationspunkt berät hinsichtlich Stipendien und Studium in Deutschland. Ebenso die DAAD-Lektorin, die Anfang Oktober 2013 als erste DAAD-Lektorin in Bangladesch ihren Dienst an der traditionsreichen Dhaka University angetreten hat. Sie unterrichtet zunächst vor allem Deutsch als Fremdsprache. Eine Vielzahl von bangladeschischen Wissenschaftlern und Studenten hat bereits einen Teil ihrer akademischen Ausbildung in Deutschland absolviert, über 200 von ihnen sind in Alumni-Vereinen und im Netzwerk „Alumniportal“ organisiert.

Die Zahl der Studenten, die sich um einen Studienplatz in Deutschland bewerben, stieg in den letzten eineinhalb Jahren enorm an, mit einer ungebrochenen Tendenz für die kommenden Semester. 2012 beantragten weit über 1.000 junge Bangladescher ein Visum für ein Studium in Deutschland, 2013 waren es bereits mehr als 3.000 Bewerber.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Bangladesch ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Die Bundesrepublik unterstützt Bangladesch vor allem im Bereich Good Governance, Menschenrechte und Kommunalentwicklung, in der Entwicklung des Gesundheitssystems, sowie bei der Verbesserung der Energieeffizienz und der Förderung erneuerbarer Energien. Außerdem wird ein Programm unterstützt, dass die Auswirkungen des Klimawandels reduzieren und die Biodiversität des Landes bewahren soll.
Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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