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Online-Archiv zur Julikrise 1914

Wie arbeitete vor 100 Jahren die deutsche Diplomatie - und wie versagte sie? Das Politische Archiv des Auswärtigen Amts hat 900 Dokumente zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs erstmalig digitalisiert und online veröffentlicht. Die Akten geben einen Einblick, welche Informationen bestimmten Akteuren vorlagen, welche Schritte sie daraufhin unternahmen und welche Personen an bestimmten Entscheidungen beteiligt waren. 

"Das ist sehr dumm!" Mit diesen harschen Worten kommentierte Kaiser Wilhelm II. im Juni 1914 ein Schreiben des deutschen Botschafters in Wien - die Randnotiz, die der Kaiser mit Bleistift auf dem Brief hinterlassen hat, ist deutlich zu entziffern. Der Botschafter berichtete vom Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz-Ferdinand in Sarajewo sowie vom Verdacht, dass "die Fäden der Verschwörung (...) in Belgrad zusammenliefen." Gleichzeitig warnte er jedoch vor übereilten Schritten gegen Serbien - sehr zum Unmut des Kaisers, wie die Randnotiz beweist. Seine eigene Einschätzung der Lage notierte Wilhelm II. gleich noch mit dazu: "Mit den Serben muss aufgeräumt werden."

Einzigartiger Einblick in historische Zusammenhänge

Die zahlreichen Dokumente zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs, die das Auswärtige Amt bewahrt, geben einen einzigartigen Einblick in die historischen Zusammenhänge des Schicksalsjahres 1914: Sie können zwar nicht abschließend beantworten, wie es zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges kommen konnte. Aber sie zeigen, welche Informationen einem bestimmten Akteur wann vorlagen, welche Schritte er daraufhin unternahm und welche Personen an bestimmten Entscheidungen beteiligt waren. Auf diese Weise lassen die Akten Abläufe und Verantwortlichkeiten erkennbar werden - und sie geben nicht selten wertvolle Einblicke in den Charakter ihres Verfassers.

Erstmalig online zugänglich

Lesesaal des Politischen Archivs

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© AA

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Lesesaal des Politischen Archivs

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Das Politische Archiv des Auswärtigen Amts hat nun erstmalig 900 Dokumente zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Original digitalisiert und online veröffentlicht. Damit werden Akten, die man bisher nur im Lesesaal des Archivs einsehen konnte - oder allenfalls in der gedruckten Version aus den 1920er Jahren - einer breiten Öffentlichkeit direkt zugänglich gemacht. Das Online-Archiv wird durch ausführliche Erläuterungen zum Lesen und Verstehen diplomatischer Dokumente ergänzt. Viel Spaß beim Stöbern!

Online-Archiv zur Julikrise 1914


Stand 13.06.2014

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