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Mosambik

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Oktober 2015

Bildung

Die Förderung der Bildung gehört zu den Prioritäten der mosambikanischen Regierung im Kampf gegen die Armut. In den vergangenen Jahren wurden die staatlichen Ausgaben für den Bildungssektor stetig erhöht. Unterstützt durch die internationale Gebergemeinschaft unternimmt die Regierung große Anstrengungen, die Quantität und Qualität des Bildungsangebots zu verbessern. Bildung ist auch Schwerpunkt der deutsch-mosambikanischen Entwicklungszusammenarbeit.

Nach stark rückläufigem Schulbesuch während der Bürgerkriegsjahre (bis 1992) werden inzwischen fast alle Kinder in die erste Klasse der Primarschule eingeschult. Im Jahr 2013 lag die Zahl der Kinder, die im vorgesehenen Alter von 6 Jahren eingeschult wurden, bei 77 Prozent. Viele Kindern werden erst später eingeschult, so dass die Einschulungsrate insgesamt bei 93 Prozent liegt. Als besonderer Erfolg zu werten ist, dass mittlerweile fast ebenso viele Mädchen wie Jungen eingeschult werden.

Allerdings ist die Qualität der Bildungsangebote noch unzureichend und die Zahl der Schulabbrecher hoch. Nur ungefähr die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler beenden die 7. Klasse und erreichen damit einen Primarschulabschluss. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Lehrermangel, zu kurze Lehrerausbildung, fehlende Schulmaterialien, Mehrschichtbetrieb in den Schulen und große Klassen mit durchschnittlich um die 60 Schüler im Grundschulbereich. Strukturelle Gründe für die niedrigen Abschlussraten sind die Armut der Bevölkerung sowie fehlende Perspektiven nach einem Schulabschluss.

Das Angebot von Sekundar- sowie Berufsbildung ist noch unzureichend. Angesichts des derzeitigen wirtschaftlichen Booms im Land und dem großen Bedarf an gut ausgebildeten, einheimischen Fachkräften ist der Ausbau der Sekundar- und Berufsbildung eine der zentralen Herausforderungen der Regierung Mosambiks.

An den Universitäten des Landes studieren derzeit etwa 115.000 Studenten. Die Analphabetenrate unter Erwachsenen liegt weiterhin bei etwa 48 Prozent.


Medienlandschaft

Die Informations- und Meinungsfreiheit ist in Mosambik in Verfassung und Pressegesetz verankert. Dies wird formell respektiert, der Schutz  der Pressefreiheit ist aber nicht immer effektiv.

Die unter staatlicher Kontrolle stehende Tageszeitung Notícias hat die landesweit größte Verbreitung. Unabhängige Tages- und Wochenzeitungen (insbesondere O País, Savana, Canal de Moçambique, @verdade, online Mediafax und Canalmoz) berichten grundsätzlich frei und kritisch über das politische Geschehen, wobei die journalistisch-investigative Qualität sich noch auf einem relativ niedrigen Niveau bewegt.

Auch der Bereich der elektronischen Medien wird von staatlicher Seite dominiert. Der staatliche Hörfunksender "Radio Moçambique" ist der einzige landesweit operierende Rundfunksender, der in Portugiesisch, mehreren indigenen Sprachen und Englisch sendet. "Radio Terra Verde" steht der Oppositionspartei RENAMO nahe und sendet sein Programm in der Hauptstadt sowie in Teilen des Landes auf Mittelwelle. Savana FM gehört zur qualitativ hochwertigen Wochenzeitung Savana.

Der Fernsehsender "TVM" wird als Anstalt des öffentlichen Rechts betrieben und ist regierungsnah. Daneben existieren mehrere Privatsender, unter anderem STV (gehört wie "O País" zur privaten Mediengruppe SOICO) und TIM (Televisão Independente de Moçambique), das sich hauptsächlich an eine junge Hörerschaft richtet.

Die Deutsche Welle, die in Kooperation mit nationalen und regionalen Radiostationen täglich Nachrichten in portugiesischer Sprache sendet, unterstützt verschiedene mosambikanische Fernseh- und Radiosender mit technischen Fortbildungsmaßnahmen.


Kultur

Das Kulturleben ist vor allem auf dem Lande noch der traditionellen Kultur verhaftet. In den Städten zeigen sich die Einflüsse westlicher Popkultur. Maputo verfügt über eine lebendige und vielfältige Kulturszene. Es finden regelmäßig Konzerte, Ausstellungen oder andere Aufführungen nationaler und internationaler Künstler statt.

Im Theaterbereich herausragend ist das von Henning Mankell mitgegründete Teatro Avenida, das  auch von deutschen Theatern mit Koproduktionen unterstützt wird.

Bedeutende Schriftsteller sind zum Beispiel Paulina Chiziane und Mia Couto, deren Werke unter anderem auch ins Deutsche übersetzt und zum Teil verfilmt worden sind ("Der letzte Flug des Flamingo").

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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