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Kultur- und Bildungspolitik
Stand: April 2013
Bildung
Bildung, insbesondere Grund- und Berufsbildung, gehört zu den Prioritätsbereichen der mosambikanischen Regierung im Kampf gegen die Armut. Unterstützt durch die internationale Gebergemeinschaft unternimmt sie große Anstrengungen, die Millenniums-Entwicklungsziele in diesem Sektor zu erreichen. Nach stark rückläufigem Schulbesuch während der Bürgerkriegsjahre werden inzwischen fast alle Kinder in die erste Klasse der Primarschule eingeschult. Ein besonderer Erfolg ist, dass mittlerweile fast gleich viele Mädchen wie Jungen eingeschult werden. Allerdings prägen noch immer Lehrermangel, unzureichende Lehrerausbildung, Mehrschichtbetrieb in den Schulen und große Klassen mit durchschnittlich 63 Schülern den Grundschulbereich. Auch besuchen rund 270.000 Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren aus unterschiedlichen Gründen derzeit keine Schule. Seit 2004 wird neben der offiziellen Landessprache Portugiesisch in Pilotprojekten auch in einigen lokalen Sprachen unterrichtet. Die Sekundarstufe (untere und obere Stufe) besuchen insgesamt etwa 900.000 Schüler, in der oberen Sekundarstufe (Abschluss nach der 12. Klasse) sind es rund 180.000 Schüler.
An den neun Universitäten des Landes studieren derzeit etwa 80.000 Studenten. Fremdsprachenkenntnisse sind auf städtische Eliten beschränkt. Die Analphabetenrate unter Erwachsenen liegt bei etwa 48 Prozent.
Medienlandschaft
Die Informations- und Meinungsfreiheit ist in Mosambik in Verfassung und Pressegesetz verankert. Dies wird formell respektiert, jedoch wird die Ausübung der Pressefreiheit nicht effektiv geschützt. Die größten Medien mit der landesweit größten Verbreitung (Tageszeitung Notícias, staatlicher Fernsehsender TVM, Radio Moçambique) befinden sich unter staatlicher Kontrolle und sind damit nicht frei. Unabhängige Tages- und Wochenzeitungen (insbesondere O País, Savana, Canal de Moçambique, @verdade, online Mediafax und Canalmoz) berichten grundsätzlich frei und kritisch über das politische Geschehen, wobei die journalistisch-investigative Qualität sich noch auf einem relativ niedrigen Niveau bewegt.
Der Bereich der elektronischen Medien wird weiterhin von staatlicher Seite dominiert. Die Vielfalt ist aber gewährleistet. Der staatliche Hörfunksender "Radio Moçambique" ist der einzige landesweit operierende Rundfunksender, der in Portugiesisch, mehreren indigenen Sprachen und Englisch sendet. "Radio Terra Verde" steht der Oppositionspartei RENAMO nahe und sendet sein Programm in der Hauptstadt sowie in Teilen des Landes auf Mittelwelle. Das Fernsehen "TVM" wird als Anstalt des öffentlichen Rechts betrieben. Daneben existieren mehrere Privatsender, unter anderem STV (gehört wie "O País" zur privaten Mediengruppe SOICO) und TIM (Televisão Independente de Moçambique), das sich hauptsächlich an eine junge Hörerschaft richtet. Savana FM gehört zur qualitativ hochwertigen Wochenzeitung Savana. Die Deutsche Welle unterstützt verschiedene mosambikanische Fernseh- und Radiosender mit technischen Fortbildungsmaßnahmen.
Kultur
Das Kulturleben ist vor allem auf dem Lande noch der traditionellen Kultur besonders im Bereich Musik und Tanz verhaftet. In den Städten zeigen sich die Einflüsse westlicher Popkultur. Maputo verfügt über eine lebendige und vielfältige Kulturszene. Es finden regelmäßig Konzerte, Ausstellungen oder andere Aufführungen nationaler und internationaler Künstler statt. In den letzten Jahren haben sich verschiedene internationale Festivals wie zum Beispiel das Dokumentarfilmfestival "Dockanema" und das Tanzfestival "Kinani" etabliert.
Im Theaterbereich herausragend ist das von Henning Mankell mitgegründete Teatro Avenida, das auch klassische Autoren wie Büchner oder Schiller in mosambikanischer Adaption und in Kooperation mit europäischen Theatern aufführt, unter anderem mit dem Berliner Grips-Theater, der tri-bühne Stuttgart und dem mittlerweile verstorbenen Regisseur Christoph Schlingensief. Das Teatro Avenida beging im November 2011 sein 25-jähriges Jubiläum. Die Werke zum Beispiel des mosambikanischen Journalisten und Schriftstellers Mia Couto sind unter anderem auch ins Deutsche übersetzt und zum Teil verfilmt worden ("Der letzte Flug des Flamingo").
Insgesamt wurden seit der Unabhängigkeit 1975 zahlreiche mosambikanische Filme gedreht, hauptsächlich mit dem Ziel, das Werden der jungen Nation zu dokumentieren. Dabei spielten politische Beweggründe eine Rolle und so war es kurz nach Ende der Kolonialzeit ein Hauptanliegen, den Mosambikanern ein Bild von sich selbst als selbstbewusste, freie Afrikaner zeigen zu können.
Im sportlichen Bereich erreichen Fußball und Basketball eine große Beliebtheit in der Bevölkerung.
Der ehemalige Gouverneurssitz der portugiesischen Kolonialmacht, die "Ilha de Moçambique" an der Nordküste, gehört mit seinem äußerst renovierungsbedürftigen 500 Jahre alten Fort, zwei Kirchen und seiner "Stonetown" seit 1991 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
