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Kanada

Außenpolitik

Stand: März 2014

Grundlinien der Außenpolitik

Spätestens seit dem Gewinn einer soliden Mehrheit der Konservativen Partei im kanadischen Unterhaus 2011 zeichneten sich in der kanadischen Außenpolitik Veränderungen ab.

Kanada betreibt seither eine stärker von eigenen Interessen und von Werten wie Freiheit, Demokratie und Menschenrechte geleitete Politik.

Für Kanada haben das Verhältnis zu den USA und die Souveränität über die kanadischen arktischen Territorien (die international nicht in Frage gestellt wird) große Bedeutung. Die Mitarbeit in G7/8, G 20 und in der NATO ist weiterhin ein wichtiger Pfeiler kanadischer Außenpolitik.


Beziehungen zwischen Kanada und den USA

Das Verhältnis zu dem südlichen Nachbarn USA ist in der kanadischen Außenpolitik von zentraler Bedeutung. Dabei zielt die kanadische Außenpolitik immer auch darauf ab, als ein gegenüber dem großen Nachbarn USA eigenständiger Akteur sichtbar zu sein. Kanada und die USA sind auf dem nordamerikanischen Kontinent in gemeinsamer Sicherheit verbunden. Die Beziehungen, die eng und vertrauensvoll sind, müssen aber auch gelegentliche Meinungsverschiedenheiten aushalten.

Als Folge der Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001 wurden die Grenzkontrollen der USA immer strenger. Kanada, das über 70% seines Außenhandels mit den USA abwickelt, leidet unter diesem „Thickening of the Border“. Im Dezember 2011 beschlossen Premierminister Harper und US-Präsident Obama deshalb den "Beyond the Border Action Plan", der schon erste Erfolge hinsichtlich einer schnelleren Abfertigung an der Grenze gezeigt hat.


Beziehungen zur Europäischen Union

Im Rahmen des institutionalisierten Dialogs stimmt sich Kanada laufend über politische und wirtschaftliche Themen mit der Europäischen Union ab, auch in Energiefragen. Beide Seiten betonen verstärkt ihr Interesse an noch engeren transatlantischen Beziehungen. Dazu gehört exemplarisch die Zusammenarbeit in den Bereichen Umwelt, Luftverkehr, Energie und beim Abbau von Handelshemmnissen. Seit 2009 wird ein umfassendes Abkommen über eine Wirtschaftspartnerschaft verhandelt, auf dessen Inhalte sich Premierminister Harper und EU-Kommissionspräsident Barroso im Oktober 2013 politisch verständigt haben. 

Bilateral besteht ein enges, historisch begründetes Sonderverhältnis zu Großbritannien und, in geringerem Maße, zu Frankreich fort.


Kanada in den Vereinten Nationen und der NATO

Das Engagement bei friedenserhaltenden Einsätzen im Rahmen der Vereinten Nationen und der NATO ist für das internationale Ansehen sowie die nationale Identitätsbildung Kanadas seit jeher von Bedeutung. Gerade der Einsatz in Afghanistan (neben vielen kleineren Einsatzgebieten) hat die kanadischen Streitkräfte jedoch stark belastet. Die im März 2014 abgschlossene Rückführung der Truppen wird von der Bevölkerung, vor allem wegen der hohen Anzahl Gefallener und Verletzter, mit Erleichterung aufgenommen. 

Die deutsch-kanadische Kooperation in Verteidigungsfragen profitiert weiter von vielen guten persönlichen Beziehungen, die während der langen Stationierung kanadischer Truppen und Familien in Deutschland entstanden sind. Auch in Rüstungs- und Ausbildungsfragen arbeiten die Streitkräfte beider Länder gut zusammen.

In den Vereinten Nationen genießt Kanada wegen seines Engagements, seiner aktiven Mitarbeit vor allem auch bei  friedenserhaltenden Operationen sowie seiner Menschenrechtsorientierung weiterhin hohes Ansehen. Kanada gehört zu den entschiedenen Befürwortern des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.