Hauptinhalt

Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik

Außenpolitik

*VN-Mitgliedschaft unter der Bezeichnung "ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien". Der Staatsname ist zwischen der griechischen und der mazedonischen Regierung umstritten. Es laufen Vermittlungsbemühungen unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen.

Stand: November 2014

Grundlinien der Außenpolitik

Grundprinzip der mazedonischen Außenpolitik sind ausgewogene Beziehungen zu allen Staaten, vor allem in der Region Südosteuropa. Das vorrangige außenpolitische Ziel ist der Beitritt zur Europäischen Union und zur NATO. Am 17. Dezember 2005 hat die EU der ehemaligen jugoslawischen Republik (ejR) Mazedonien den Status eines Beitrittskandidaten zuerkannt. Auf dem NATO-Gipfel in Bukarest im April 2008 wurde die ejR Mazedonien zum Beitritt eingeladen, sobald der Konflikt mit Griechenland um den Staatsnamen gelöst sei. Im Oktober 2009 schlug die EU-Kommission die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der ejR Mazedonien vor und hat diese Empfehlung seitdem jährlich erneuert (zuletzt im Oktober 2014). Vor dem Hintergrund des ungelösten Streits mit Griechenland über den Staatsnamen konnte allerdings bislang kein entsprechender Ratsbeschluss zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen gefasst werden. Das Verhältnis zu den USA ist relativ eng, vor allem im sicherheitspolitischen und militärischen Bereich.

Beziehungen zu Griechenland

Die Beziehungen zu Griechenland haben sich seit Aufhebung des griechischen Embargos im September 1995 pragmatisch und intensiv entwickelt. Nach Abschluss des Interimsabkommens am 13. September 1995 in New York und der Änderung der mazedonischen Flagge werden unter Vermittlung der Vereinten Nationen Verhandlungen zum mazedonischen Staatsnamen geführt. Den Verfassungsnamen "Republik Mazedonien" erkennt Griechenland, das eine eigene Region namens "Mazedonien" hat, nicht an. Griechenland war bis zur aktuellen Finanzkrise größter Investor in der ejR Mazedonien. Die ethno-zentristische Innenpolitik der ethnisch-mazedonischen Regierungspartei VMRO/DPMNE (Umgestaltung der Hauptstadt im Rahmen des Projekts „Skopje 2014“) belastet zunehmend das Verhältnis zu Griechenland und Bulgarien.

Beziehungen zu weiteren Staaten der Region

Aufgrund der demokratischen Wende in Belgrad haben sich die Beziehungen zu Serbien deutlich verbessert. Ein Abkommen zur Festlegung der gemeinsamen Grenze wurde in Skopje im Februar 2001 unterzeichnet. Serbien ist nach Deutschland der zweitwichtigste Handelspartner der ejR Mazedonien. Die Nichtanerkennung einer autokephalen mazedonisch-orthodoxen Kirche durch die serbisch-orthodoxe Kirche wird von beiden Seiten als kirchenpolitisches Thema behandelt, aus dem sich der Staat heraushält.

Die ejR Mazedonien pflegt gute Beziehungen zur Republik Kosovo. Die ejR Mazedonien hat Kosovo am 9. Oktober 2008 völkerrechtlich anerkannt. Offene Grenzfragen sind inzwischen geklärt und mit dem Austausch von Botschaftern die diplomatischen Beziehungen in vollem Umfang aufgenommen.

Auch die Beziehungen zu Albanien sind insgesamt gut, wie anlässlich des Besuchs des albanischen Ministerpräsidenten Rama in Skopje im November 2013 bestätigt wurde. Über 20 bilaterale Abkommen wurden unterzeichnet. Die latenten Spannungen zwischen der ethnisch-mazedonischen und der ethnisch-albanischen Bevölkerungsgruppe in der ejR Mazedonien belasten das Verhältnis nur geringfügig. Albanien hatte auch während der innenpolitischen Krise 2001 eine konstruktive Haltung eingenommen.

2012 verschlechterten sich die Beziehungen zwischen der ejR Mazedonien und dem Nachbarland Bulgarien. Die bulgarische Regierung wirft der mazedonischen Regierung vor, die bilateralen Beziehungen durch gezielte Provokationen zu beeinträchtigen: Vereinnahmung der mittelalterlichen Geschichte der Region, öffentliche Anprangerung der Deportation der mazedonischen Juden unter bulgarischer Besatzung im zweiten Weltkrieg, mangelnde Kooperationsbereitschaft bei großen Infrastrukturprojekten (z.B. Eisenbahnverbindung zwischen Sofia und Skopje). Nach dem Regierungswechsel in Sofia im Mai 2013 ist der Dialog der Außenministerien langsam wieder in Gang gekommen. Es gibt Meinungsverschiedenheiten über die Notwendigkeit eines Abkommens über gutnachbarschaftliche Beziehungen, das vor allem von Sofia angestrebt wird.

Initiativen zu einer verstärkten regionalen Zusammenarbeit auf dem Balkan steht Skopje grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Zu nennen sind:

  • Abschluss zahlreicher Freihandelsabkommen mit Staaten des ehemaligen Jugoslawiens,
  • RKR (Regionaler Kooperationsrat, seit Februar 2008 Nachfolger des Stabilitätspakts für Südosteuropa)
  • SEECP (Südosteuropäischer Kooperationsprozess), Vorsitz 2012/2013
  • CEFTA (Zentraleuropäische Freihandelszone),
  • Adria-Charter (mit Albanien und Kroatien, gemeinsamer Weg in die NATO),
  • Mitarbeit in SECI (Südosteuropäische Kooperationsinitiative, vor allem für den Wirtschafts- und Umweltbereich),
  • Royaumont-Prozess (der von der Europäischen Union eingeleitete "Prozess über Stabilität und gute Nachbarschaft" in der Region),
  • CEI (Zentraleuropäische Initiative), Übernahme des Vorsitzes 2015

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere