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USA Vereinigte Staaten

Kultur und Bildung

Stand: September 2016

Kultur- und Bildungspolitik

Der deutsche Begriff der Kultur- und Bildungspolitik lässt sich nicht ohne weiteres auf die Politik der USA übertragen. Der deutsche 'Kulturstaatsgedanke' ist der amerikanischen Gesellschaft fremd. Kulturförderung ist in erster Linie eine Aufgabe der Gesellschaft, nicht des Staates. Ohne großzügiges Mäzenatentum sind Kulturförderung und Bildung nicht denkbar. Der staatliche Anteil an den gesamten Kulturausgaben liegt unter 15 Prozent, die restlichen Gelder werden zu fast gleichen Teilen von privaten Spendern und Kulturbetrieben bereitgestellt.

Gleichwohl ist die Bildungspolitik ein wichtiges Thema für Präsident Obama, insbesondere als Instrument zur Stärkung der amerikanischen Mittelklasse. Im Vordergrund seiner Bemühungen stehen die Themen Bildungsgerechtigkeit, kostenfreier Zugang zur Vorschulbildung, Qualitätssteigerung in der Schulbildung und Kostensenkung an den Hochschulen. In seiner sechsten Rede zur Lage der Nation im Januar 2015 stellte Präsident Obama unter dem Namen 'America’s College Promise' einen Plan vor, mit dem die Kosten für die ersten zwei Studienjahre an den berufsbildungsorientierten 'Community Colleges' erlassen werden sollen, sofern die Studenten einen stetigen Fortschritt im Studium zeigen. Voraussetzung ist, dass die Community Colleges einen späteren Übergang zum vierjährigen Bachelorstudium an einem College ermöglichen.


Schulen

Als Schulrahmengesetz wurde Ende 2015 der „Every Student Succeeds Act“ verabschiedet, der den Einfluss der Bundesebene auf das Schulwesen weiter zurück drängt. Die Zuständigkeit hierfür liegt im Wesentlichen bei den Bundesstaaten und ihren etwa 15.000 Schuldistrikten. Die Schuldistrikte fördern die öffentlichen Schulen in erster Linie aus dem Grundsteueraufkommen. Diese Finanzierung ist die Ursache für große Unterschiede in den jeweils verfügbaren öffentlichen Mitteln und die bessere Ausgangssituation reicher Schuldistrikte im Bildungswettbewerb.

Das sehr unterschiedliche Leistungsniveau von Schülern an öffentlichen Schulen hat dazu geführt, dass alternative Schulformen wie z.B. Hausunterricht ("home schooling") und sogenannte 'Charter Schools' (Schulen, die öffentliche Mittel erhalten, aber in der Gestaltung ihres Curriculums unabhängig sind) beliebt bleiben.

Sprachvermittlung ist nicht im Fokus der Bildungsbehörden; Deutsch steht in starkem Wettbewerb zu Spanisch, Französisch und zunehmend Chinesisch. Nur rund 30% der US-Schüler lernen Fremdsprachen, davon rund 4,5% Deutsch (ca. 400.000 Schülerinnen und Schüler). Insgesamt werden in den USA 117 Partnerschulen im Rahmen der „Partnerschulinitiative“ (PASCH) gefördert, darunter fünf deutsche Auslandsschulen. 2016 haben rund 1500 Schülerinnen und Schüler an den Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (DSD) Stufe I resp. Stufe II teilgenommen; die meisten Diplome werden dabei an sog. Samstagsschulen abgelegt, die Deutschunterricht außerhalb der regulären Schulzeiten anbieten. Zusammen mit den Immersionsschulen (Deutsch als Arbeitssprache in einzelnen Unterrichtsfächern) und FIT-Schulen (Sprachniveau bis A2) sind diese erfolgreichen Modelle der PASCH-Förderung von Deutsch als Fremdsprache.


Hochschulen

Universitäten verfügen über eine weitgehende Autonomie. Die über 4.000 privaten und staatlichen Universitäten und Colleges bieten ein breitgefächertes Studienangebot. Die Zahl ausländischer Studierender in den USA erreichte 2014/15 mit etwa 975.000 einen neuen Höchststand; 2013/14 waren es noch etwa 886.000. Die Zahl deutscher Studierender in den USA blieb mit nahezu 10.200 nahezu unverändert. Deutschland belegte unter den Entsendeländern Platz 14. Die Zahl der US-Studenten in Deutschland stieg deutlich um 8,7% auf 10.377 (2013/14). Deutschland bleibt damit auf Rang 6 der beliebtesten Gastländer für US-Studenten.

Bei der Förderung des internationalen Austauschs kommt dem Fulbright-Programm in den USA eine große Bedeutung zu. Es wird in vielen der 160 Partnerländer durch eigenständige Kommissionen administriert - so auch durch die Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission in Berlin, die seit ihrer Gründung im Jahre 1952 mehr als 45.000 Deutsche und Amerikaner mit Stipendien unterstützt hat.

Im Hochschulbereich kann sich Deutsch als dritthäufigste Fremdsprache hinter Spanisch und Französisch behaupten. Aufgrund der starken Betonung mathematischer und naturwissenschaftlicher Fächer sind Sprachstudien in den USA jedoch nur von nachgeordneter Wichtigkeit. 


Medien

Wichtigste Medien: Die drei nationalen Fernsehketten ABC, CBS, NBC, die drei etablierten 24-Stunden-Nachrichtensender Fox News, CNN, MSNBC, der öffentliche Informationskanal C-SPAN, das öffentliche Fernsehnetzwerk PBS, der nicht-kommerzielle Radiosender NPR, die überregionalen Tageszeitungen USA Today, Wall Street Journal, New York Times, Washington Post, Los Angeles Times und Chicago Tribune sowie die politischen Wochenmagazine Time und Newsweek.

In den USA spielen die sozialen Medien, allen voran Facebook, Twitter, Buzzfeed und Tumblr, eine bedeutende und weiter wachsende Rolle.


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