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Ecuador

Außenpolitik

Stand: März 2015

Vereinte Nationen und internationale Organisationen

Ecuador ist Mitglied der Vereinten Nationen und ihrer Sonderorganisationen. Der – nach einem Raubüberfall seit vielen Jahren im Rollstuhl sitzende – ehemalige ecuadorianische Vizepräsident Lenin Moreno wurde im Dezember 2013 von VN-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Behindertenbeauftragten der VN bestellt.

Ferner ist Ecuador Mitglied zahlreicher weiterer internationaler Organisationen: Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR), Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Andengemeinschaft (CAN, Comunidad Andina), Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC, Comunidad de Estados Latinoamericanas y Caribeñas, 2011 in Caracas gegründet), G-77, Interamerikanische Entwicklungsbank (BID), Welthandelsorganisation (WTO), Rio-Gruppe (seit 1990), Organisation erdölexportierender Länder (OPEC, erneut seit November 2007), Bolivarische Allianz für Amerika (ALBA, Alianza Bolivariana para los Pueblos de Nuestra América), Mercosur (assoziiert), Lateinamerikanische Integrationsvereinigung (ALADI, Asociación Lationamericana de Integración), Lateinamerikanisches Wirtschaftssystem (SELA, Sistema Económico de Latinoamérica y del Caribe).

Der Sitz von UNASUR ist in Quito, ein neues Verwaltungsgebäude für die Organisation wurde im Dezember 2014 eingeweiht. Von Februar 2015 bis Januar 2016 hält Ecuador den Vorsitz der CELAC und wird auf dem EU-CELAC-Gipfel, der im Juni 2015 in Brüssel zum Thema "Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft: Für eine prosperierende, durch Zusammenhalt geprägte und nachhaltige Gesellschaft für unsere Bürger" stattfindet, den Ko-Vorsitz führen.


Nord- und Südamerika

Das Verhältnis zu den USA, dem größten Wirtschaftspartner Ecuadors, ist ambivalent. Probleme bestehen u.a. wegen des US-Einflusses bei der OAS, des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte (IACHR), wegen des Kuba-Embargos, der Snowden-Enthüllungen, wegen jahrzehntelang andauernden Prozessen um Umweltschäden durch zurückliegende Ölförderung der US-Firmen Texaco (heute Chevron) und Oxy. Die US-Hilfsorganisation USAID hat ihre Aktivitäten in Ecuador im September 2014 eingestellt. Eine gewisse Entspannung ergab sich im Dezember 2014 durch die Ankündigung der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den USA und Kuba.

Die Beziehungen zu den Nachbarländern Peru und Kolumbien sind nach früheren Spannungen heute weitgehend problemlos und eng, dies geht bis zur Durchführung gemeinsamer Kabinettsitzungen. Ecuador unterstützt aktiv den Friedensprozess in Kolumbien.

Im weiteren lateinamerikanischen Umfeld unterstützt Ecuador insbesondere die ideologisch nahestehenden ALBA-Staaten Kuba, Nicaragua, Venezuela und Bolivien sowie Argentinien.


Europäische Union

Nach nur sieben Monaten intensiver Verhandlungen unterzeichneten Außenhandelsminister Francisco Rivadeneira und EU-Kommissar de Gucht im Juli 2014 den Handelsvertrag EU-Ecuador, genauer den Beitritt Ecuadors zum Handelsabkommen der EU mit Peru und Kolumbien. Mit der Inkraftsetzung nach Ratifizierung wird frühestens Mitte 2016 gerechnet. Die Zollpräferenzen für ecuadorianische Produkte in der EU wurden über den ursprünglich vorgesehenen Schlusstermin Ende 2014 hinaus bis zur Inkraftsetzung des Handelsvertrags verlängert.


Beziehungen zu sonstigen Staaten

Ecuador unterhält auch rege Beziehungen zu China, Korea, Japan, Russland, Iran und Qatar und plant die Eröffnung mehrerer Botschaften in Afrika. 


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