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Ecuador

Außenpolitik

Stand: September 2013

Beziehungen zu den Nachbarländern

Ecuador und Kolumbien haben im Januar 2011 durch Austausch von Botschaftern ihre Beziehungen wieder normalisiert. Ecuador hatte nach der Zerstörung eines FARC-Lagers durch kolumbianisches Militär am 1. März 2008 in Angostura (in Ecuador nahe der kolumbianischen Grenze), bei dem einer der wichtigsten FARC-Führer getötet worden war, die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien abgebrochen und erst im Oktober 2009 wieder aufgenommen. Mit abnehmender Tendenz dringen über die schwer zu kontrollierende Grenze kolumbianische Guerilleros der FARC und Paramilitärs in die ecuadorianischen Nordprovinzen ein, die auch begrenzt als Rückzugs- und Erholungsgebiete dienen. Es werden vor allem Drogen und Waffen geschmuggelt, jedoch auch Konsumwaren. Ecuador unternimmt seit 2008 erhebliche zusätzliche Anstrengungen, um die Nordgrenze zu sichern.

Die Beziehungen zu Peru sind gut, nachdem es am 26. Oktober 1998 zu einem Friedensschluss kam, der den langjährigen Territorialkonflikt beilegte. Die bilateralen Beziehungen sind seither von politischer Normalität und zunehmender wirtschaftlicher Zusammenarbeit geprägt. Die Kabinette treffen regelmäßig zu gemeinsamen Sitzungen zusammen.

Die Beziehungen zu den USA sind durch vielfältige enge Kontakte geprägt, die von keinem der beiden Staaten in den Vordergrund gerückt werden. Nachdem Ecuador den Vertrag über die Nutzung der Luftwaffenbasis Manta nicht erneuert hatte, gaben die USA diese Ende 2009 an Ecuador zurück. Beide Staaten arbeiten eng bei der Drogenbekämpfung zusammen. Im Juni 2010 hat Außenministerin Clinton Ecuador besucht. Einen starken Einbruch erlitten die bilateralen Beziehungen als Anfang April 2011 die US-Botschafterin Hodges nach aus ecuadorianischer Sicht unbefriedigenden Erklärungen zu in Wikileaks veröffentlichten US-Telegrammen aus Quito ausgewiesen worden war. Zwei Tage später wurde der ECU-Botschafter in Washington ausgewiesen. Seither scheinen sich die Beziehungen langsam wieder einzuspielen, ein erneuter Botschafteraustausch ist abgeschlossen. Ecuador ist in Washington wieder mit einer Botschafterin vertreten, der neue US-Botschafter hat seinen Dienst in Quito im Sommer 2012 angetreten.

Beziehungen zur Europäischen Union

Die ursprünglichen Assoziierungsverhandlungen der EU mit der ganzen Andengemeinschaft (CAN - Bolivien, Ecuador, Kolumbien und Peru) scheiterten daran, dass eine gemeinsame Verhandlungsposition der CAN-Staaten zu Handelsfragen nicht möglich war. Die darauf folgenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen konnten mit Peru und Kolumbien im März 2010 abgeschlossen werden. Seit mit der Einführung eines neuen einheitlichen EU-Zolls für Bananen, der die bisherige EU-Bananenmarktordnung ablöst, für Ecuador ein wichtiges Handelsproblem aus dem Weg geräumt wurde, finden mit Ecuador Vorgespräche über den Abschluss eines eigenen Abkommens mit der EU statt. Im Mittelpunkt stehen Fragen des geistigen Eigentums, der Dienstleistungen und der öffentlichen Ausschreibungen. Die förmliche Aufnahme von Verhandlungen wurde seitens Ecuadors beantragt.

Beziehungen zu internationalen Organisationen

Von August 2009 bis August 2010 hatte Ecuador turnusgemäß für ein Jahr den Vorsitz in der UNASUR inne. Als Sitz von UNASUR ist in Quito ein neues Verwaltungsgebäude für die Organisation ist im Bau. Ecuador ist ferner Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen: Vereinte Nationen und Sonderorganisationen, Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Andengemeinschaft (CAN), Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC), G-77, Interamerikanische Entwicklungsbank (BID), Lateinamerikanisches Wirtschaftssystem (SELA), Lateinamerikanische Energie-Organisation (OLADE), Lateinamerikanisches Integrationsbündnis (ALADI), WTO, Río-Gruppe (seit 1990), OPEC (erneut seit November 2007), ALBA, Mercosur (assoziiert).



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.