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Vereinigte Arabische Emirate

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Mai 2013

Politische Beziehungen

Seit Mai 1972 bestehen diplomatische Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Im April 2004 wurden eine strategische Partnerschaft, im Januar 2009 regelmäßige politische Konsultationen der Außenministerien vereinbart. Die beiden Regierungen haben damit ihren Willen bekundet, ihre Beziehungen über den umfangreichen Handel hinaus auch im politischen Bereich zu intensivieren.

Eine Vielzahl hochrangiger Besuche ist Ausdruck der engen Zusammenarbeit beider Länder: Der Besuch von Bundespräsident Wulff im Dezember 2011 sowie der Besuch von Kronprinz Mohammed bin Zayed Al Nahyan in Berlin im Februar 2012, die Besuche von Außenminister Westerwelle und Verteidigungsminister De Maizière im Juni 2012, der Besuch von Bundesumweltminister Peter Altmaier im Januar 2013 sowie zahlreiche Besuche von Vertretern der Länder, zuletzt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, im Februar 2013. Zuvor gab es Besuche von Bundeskanzlerin Merkel 2007 und 2010, von Premierminister Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum 2008 in Berlin, dem Präsidenten des Bundestages, Prof. Lammert, 2009 in Abu Dhabi und die Besuche von Bundesaußenminister Westerwelle im Januar 2010 und im April 2011.

Wirtschaftsbeziehungen

Die VAE sind Deutschlands wichtigster Handelspartner in der arabischen Welt und vor Saudi-Arabien der wichtigste Absatzmarkt Deutschlands in der Region. Die deutschen Ausfuhren in die VAE wuchsen 2012 um rund 30 Prozent auf 9,77 Mrd. Euro (2011: 7,5 Mrd. Euro) während die deutschen Einfuhren um rund 24 Prozent auf rund 0,8 Mrd. Euro (2011: 1 Mrd. Euro) zurückgingen. Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter sind PKW, Maschinen sowie elektrotechnische und chemische Erzeugnisse. Deutschland importiert aus den VAE v.a. Aluminiumprodukte und chemische Erzeugnisse.

Alle Instrumente der deutschen Außenwirtschaftsförderung stehen in den VAE zur Verfügung. Die Botschaft Abu Dhabi und das Generalkonsulat Dubai leisten Beratung und politische Unterstützung; der Korrespondent der GTAI (Dubai) erstellt Branchenanalysen und wertet Ausschreibungen aus. Mit der 2009 gegründeten Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer ist es Deutschland zudem als erstem Staat gelungen, eine bilaterale Handelskammer in den VAE zu schaffen. Sie soll den Handelsaustausch weiter intensivieren und den Marktzugang für deutsche Firmen in den VAE verbessern. 

In den VAE operieren etwa 900 deutsche Firmen, davon die Mehrheit in Dubai und Abu Dhabi, in deutlich geringerer Zahl in den nördlichen fünf Emiraten. Außerdem sind die Deutsche Zentrale für Tourismus und die GIZ in Dubai angesiedelt. In den VAE leben etwa 12.000 deutsche Staatsangehörige, der Großteil davon in Dubai.

Zwischen Deutschland und den VAE bestehen u.a. ein Luftverkehrsabkommen, ein Investitionsschutzabkommen sowie ein neues Doppelbesteuerungsabkommen, das nach seiner Ratifizierung Mitte 2011 rückwirkend zum 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist.

Kulturelle Beziehungen

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und das Goethe-Institut (GI) unterhalten seit Mai 2006 ein regionales Gemeinschaftsbüro für die Golfstaaten in Abu Dhabi. Darüber hinaus wurde im Dezember 2007 in Dubai ein GI-Sprachlernzentrum errichtet. Zudem bestehen Kooperationsprojekte zwischen deutschen und emiratischen Hochschul- und Bildungseinrichtungen. Anfang 2012 nahm in Abu Dhabi eine deutsch-emiratische Logistikfachhochschule den Lehrbetrieb auf. Im März 2013 wurde an der Zayed-Universität Abu Dhabi ein deutsches Sprachzentrum, betrieben vom DAAD, eingerichtet. Ein Regierungsstipendienprogramm mit Deutschland wurde 2012 implementiert. Anerkannte deutsche Auslandsschulen existieren in Abu Dhabi, Sharjah und Dubai. An der Deutschen Internationalen Schule Abu Dhabi haben Schüler im Mai 2011 das erste Mal das „Deutsche Internationale Abitur“ ablegen können; in Dubai fand dies erstmals im Schuljahr 2012 statt. 2005 startete das Integrationsprogramm für emiratische Kinder an der Deutschen Internationalen Schule Abu Dhabi mit der Aufnahme emiratischer Kinder in den Kindergarten. Ende April 2013 unterzeichneten in Berlin die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das Sharjah Museum Department (umfasst 16 Museen) sowie das Goethe-Institut eine Absichtserklärung zu einer langfristigen Kooperation. Für 2014, wenn Sharjah islamische Kulturhauptstadt sein wird, ist als erster Höhepunkt eine Ausstellung des Berliner Museums für islamische Kunst geplant.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.