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Kasachstan

Wirtschaft

Stand: März 2014

Grundlinien der Wirtschaftspolitik

Kasachstan gehört mit einem BIP pro Kopf von 14.343 USD (Schätzung IWF) und einem Wirtschaftswachstum von 5,2% in 2014 (Schätzung IWF) zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Transformationsstaaten. Das nominale BIP dürfte ca. 252 Mrd. USD betragen (Schätzung IWF).

Die kasachische Wirtschaft hängt in starkem Maße von Abbau und Weiterverarbeitung von Rohstoffen ab. 25% des BIP, 50% der staatlichen Einnahmen und zwei Drittel der Exporterlöse basieren auf Rohöl. Mit der Erschließung des Kaschagan-Felds im Kaspischen Meer, dem größten Ölfund der letzten 40 Jahre, will Kasachstan in die Gruppe der größten Erdöl-Exporteure der Welt aufrücken. Aufgrund technischer Probleme mit dem Pipeline-Netz musste die im September 2013 begonnene Ölförderung in Kaschagan jedoch bereits nach kurzer Zeit bis auf Weiteres ausgesetzt werden.

Kasachstan verfolgt eine stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik nach marktwirtschaftlichen Prinzipien. Eine wichtige Rolle spielt hierbei der kasachische Nationalfonds, in den ein bedeutender Teil der Staatseinnahmen aus Ölexporten eingespeist wird (Vermögen Stand 01.02.2014: 71,142 Mrd. USD). Der Gesamtbestand kasachischer Gold- und Devisenreserven beläuft sich auf 95,661 Mrd. USD (Stand: Ende Januar 2014). 

Die von Präsident Nasarbajew verkündete Strategie „Kasachstan 2050“ soll die Grundlagen für den Aufstieg des Landes in die Gruppe der 30 am meisten entwickelten Staaten bilden. Wesentliche Elemente sind die Diversifizierung und Modernisierung des Nicht-Rohstoffsektors (u.a. Infrastruktur/Logistik, Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen), um die Rohstoffabhängigkeit zu verringern. Die Förderung  kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie strukturschwacher Regionen genießt hierbei Priorität.

Kasachstans Außenhandelsumsatz ist 2013 um 1,1% auf 131,4 Mrd. USD zurückgegangen; das Land erwirtschaftete einen Handelsbilanzüberschuss von 33,6 Mrd. USD (-29,7%). Wichtigste Exportgüter sind Erdöl, Eisen- und Stahlerzeugnisse, Metalle, Weizen und Kohle. Wichtigste Importgüter sind Maschinen und Anlagen, chemische Erzeugnisse, Fahrzeuge sowie medizinische Produkte und Geräte. Die EU ist mit ca. 30% des Handelsvolumens wichtigster Handelspartner Kasachstans vor China und Russland. Der Bestand ausländischer Direktinvestitionen in Kasachstan belief sich Stand Juni 2013 auf 125,6 Mrd. USD. Der Großteil ausländischer Direktinvestitionen stammt aus den Niederlanden (43,6%). Es folgen die USA (10,3%), Frankreich (7,1%) und China (4,8%).


Messeaktivitäten

In Kasachstan finden zahlreiche, von deutschen Ausstellern regelmäßig besuchte Fachmessen statt, unter anderem im Bereich Rohstoff-Fördertechnik, Landwirtschaft, IT, Medizintechnik, Lebensmittel, Verpackung, Bauwesen und Innenausstattung. Die größte und bedeutendste Messe ist die alljährlich im Oktober in Almaty stattfindende Öl- und Gasmesse KIOGE.


Umwelt

Kasachstan schärft sein internationales Profil im Umweltbereich. Mit dem Ende September 2013 vorgestellten "Green Bridge Partnership Programme (GBPP)" zielt Kasachstan auf den engeren Erfahrungsaustausch zwischen den Staaten Zentralasiens und Europas, um ein nachhaltiges Wachstum in der Region zu fördern. Zugleich soll das im Mai 2013 von der kasachischen Regierung beschlossene "Green Economy"-Konzept den ökologischen Umbau der kasachischen Wirtschaft vorantreiben.

Kasachstan richtet die EXPO 2017 aus. Sie wird unter dem Titel "Energie der Zukunft" in Astana stattfinden und einen Schwerpunkt auf den Themenbereich erneuerbare Energien und neue Technologien legen.

Die Umweltsituation ist in Teilen des Landes weiter kritisch: Große Umweltbelastungen gibt es vor allem in Semipalatinsk, wo auch 20 Jahre nach Beendigung der Nukleartests immer noch radioaktive Kontamination und Strahlenbelastung menschlicher und tierischer Nahrungsmittel nachweisbar sind. Der Aral-See, einst viertgrößte Binnensee der Welt, ist seit der Sowjetzeit mit Sondermüll belastet und seit 1960 drastisch auf 10% der ursprünglichen Wasserfläche geschrumpft. Mit Hilfe von Weltbank und UNDP (Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen) hat Kasachstan 2005 einen Damm auf der Nordseite des Sees fertig gestellt und den weiteren Wasserverlust eingedämmt. Auch der im Südosten des Landes gelegene Balchasch-See ist durch verringerte Zuflüsse wegen Stauseen in den Oberläufen und der Einleitung von Abwässern aus Kupferhütten gefährdet.

Mit seiner "Wasserinitiative Zentralasien" unterstützt das Auswärtige Amt im Rahmen der EU-Zentralasien-Strategie seit 2008 die Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit bei der Wassernutzung und die Stärkung der regionalen Institutionen in diesem Sektor.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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