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Algerien

Kultur- und Bildungspolitik, Medien

Stand: April 2016

Bildungssystem

Die schulische Bildungsreform mit dem Ziel einer grundlegenden Modernisierung des Schulunterrichts wird seit 2014 vorangetrieben. Den europäischen Fremdsprachen wird − nach den Jahren der Arabisierung des Schulsystems − eine wichtige Rolle zugeschrieben. Französisch ist erste, Englisch zweite, Deutsch, Spanisch oder Italienisch dritte Fremdsprache. In der Praxis leidet die Reform an Fachkräftemangel (zunehmende Abwanderung von Lehrkräften bei stagnierenden Studentenzahlen (2014/15 etwa 1,3 Millionen) und fehlender moderner Didaktik und wird durch häufige Streiks der Lehrer blockiert. Nur ein Bruchteil algerischer Lehrer besitzt eine Hochschulqualifikation. Private Universitäten (seit 2008 im Prinzip zugelassen) gibt es weiterhin nicht. Die Zahl der Deutschlehrer an Gymnasien beläuft sich auf circa 380, die der Deutschlehrer an Universitäten auf circa 25. Beratungsleistungen des Goethe-Instituts im Bereich der Förderung des Deutschunterrichts werden gut angenommen.

Das Institut für Wasser, erneuerbare Energien und Klima als eines von vier Einrichtungen der Pan-Afrikanischen Universität (PAU) hat 2014 seine Arbeit an der Universität Tlemcen aufgenommen. Das PAUWES-Institut in Tlemcen wird vom Bundesministerium für internationale Zusammenarbeit (BMZ) als regionales Vorhaben unterstützt: Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) sind eingebunden. Ein trilaterales Abkommen (Afrikanische Union, BMZ, Algerien) zur Projektrealisierung wurde am 27. Juni 2013 in Berlin unterzeichnet. 

Wissenschaft

Die archäologische Zusammenarbeit wurde mit der Unterzeichnung einer bis September 2014 befristeten Kooperationsvereinbarung zwischen dem Deutschen Archäölogischen Institut (DAI) und dem algerischen Kulturministerium festgeschrieben. Eine neue Kampagne für das Museum Cherchell läuft derzeit. Daneben wurden der algerischen Seite zwei weitere Projekte vorgeschlagen. 

Kultur

Die Kulturpolitik Algeriens ist weitgehend staatlich gelenkt und wird vom Kulturministerium stark reglementiert. Seit über 15 Jahren gibt es ein eigenes EU-Kulturfestival. 

Medien

Im Gegensatz zur überwiegend privaten Schriftpresse waren die audiovisuellen Medien bis Anfang 2015 vollständig in staatlicher Hand, ebenso wie die zunehmende Zahl lokaler Radiostationen. Das Gesetz über audiovisuelle Medien von März 2014 soll diesen Sektor auch für private Sender öffnen, enthält jedoch verschiedene Einschränkungen sowie staatliche Eingriffsmöglichkeiten und bleibt damit hinter den Erwartungen an eine echte Öffnung des audiovisuellen Mediensektors zurück. Neben dem staatlichen Fernsehsender gibt es inzwischen auch einige private Fernsehsender. Außerdem werden arabische, französische und andere ausländische Fernsehprogramme von vielen Haushalten über Satellit empfangen.

Es gibt eine private Schriftpresse mit zahlreichen Titeln, die in der Berichterstattung und Kommentierung relativ frei ist. Viele algerische Zeitungen sind allerdings von finanzieller Unterstützung des Staates – in Form von Anzeigen von staatlichen Unternehmen und Behörden – abhängig. Zeitungen üben daher häufig Selbstzensur aus, um ihre Einnahmen nicht zu gefährden. Gelegentlich werden zudem Fälle berichtet, in denen Journalisten oder Blogger wegen ihrer regierungskritischen Berichterstattung juristisch verfolgt werden. Seit Oktober 2014 wird von Journalisten ein verstärkter staatlicher Druck gegenüber kritischen Pressestimmen angeprangert. Laut der Rangliste von Reporter Ohne Grenzen zur Pressefreiheit 2015 rangiert Algerien weltweit auf Platz 119 von 180 Staaten; damit liegt Algerien vor Tunesien (126), Marokko (130), Libyen (154) und Ägypten (158).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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