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Algerien

Kultur- und Bildungspolitik, Medien

Stand: Juni 2017

Bildungssystem

Die Reform des algerischen Schulwesens mit dem Ziel einer grundlegenden Modernisierung des Schulunterrichts wird seit 2014 von der Regierung vorangetrieben. Den europäischen Fremdsprachen wird − nach den Jahren der Arabisierung des Schulsystems − eine wichtige Rolle zugeschrieben. Französisch ist erste, Englisch zweite, Deutsch, Spanisch oder Italienisch dritte Fremdsprache. In der Praxis leidet die Reform an Fachkräftemangel (zunehmende Abwanderung von Lehrkräften bei stagnierenden Studentenzahlen (2014/15 etwa 1,3 Millionen) und fehlender moderner Didaktik und wird durch häufige Streiks der Lehrer blockiert. Nur ein Bruchteil algerischer Lehrer besitzt eine Hochschulqualifikation. Private Universitäten (seit 2008 im Prinzip zugelassen) gibt es weiterhin nicht.

Die Zahl der Deutschlehrer an Gymnasien beläuft sich auf ca. 380, die der Deutschlehrer an Universitäten auf ca. 25. Das Goethe-Institut Algier wurde 1963 gegründet. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt auf der weiter wachsenden Spracharbeit. Beratungsleistungen des Goethe-Instituts im Bereich der Förderung des Deutschunterrichts werden gut angenommen. Das Interesse an der deutschen Sprache nimmt stetig zu. Gegenwärtig werden in Algerien etwa 18.000 Schüler an rund 3.000 algerischen Schulen in Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Von diesen Schulen sind vier Schulen Teil der Partnerschulinitiative PASCH.

Seit dem Wintersemester 2008/2009 besteht an der Universität Oran ein Lektorat des DAAD, ein weiteres an der Universität in Algier. Ein Memorandum of Understanding für die wissenschaftliche Zusammenarbeit des DAAD mit dem algerischen Hochschulministerium wurde im März 2016 unterzeichnet.

Das Institut für Wasser- und Energiestudien als eine von vier Einrichtungen der Pan-Afrikanischen Universität (PAU) hat 2014 seine Arbeit an der Universität Tlemcen aufgenommen. Das PAUWES-Institut in Tlemcen wird vom Bundesministerium für internationale Zusammenarbeit (BMZ) als regionales Vorhaben unterstützt: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) sind eingebunden. Ein trilaterales Abkommen (Afrikanische Union, BMZ, Algerien) zur Projektrealisierung wurde am 27. Juni 2013 in Berlin unterzeichnet.

Wissenschaft

Die archäologische Zusammenarbeit wurde mit der Unterzeichnung einer bis September 2014 befristeten Kooperationsvereinbarung zwischen dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) und dem algerischen Kulturministerium festgeschrieben. Das laufende Projekt der Zusammenarbeit mit dem algerischen Nationalmuseum Cherchell wird 2017 abgeschlossen.

Kultur

Die Kulturpolitik Algeriens ist weitgehend staatlich gelenkt und wird vom Kulturministerium stark reglementiert. Seit über 15 Jahren gibt es ein eigenes EU-Kulturfestival.

Derzeit verhandeln Deutschland und Algerien über den Abschluss eines bilateralen Kulturabkommens, das die Basis für die Vertiefung der kulturellen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder bilden soll.

Medien

Es gibt eine private Schriftpresse mit zahlreichen Titeln, die in der Berichterstattung und Kommentierung relativ frei ist. Viele algerische Zeitungen sind allerdings von finanzieller Unterstützung des Staates – in Form von Anzeigen von staatlichen Unternehmen und Behörden – abhängig. Zeitungen üben daher häufig Selbstzensur aus, um ihre Einnahmen nicht zu gefährden. Gelegentlich werden zudem Fälle berichtet, in denen Journalisten oder Blogger wegen ihrer regierungskritischen Berichterstattung juristisch verfolgt werden. Seit Oktober 2014 wird von Journalisten ein verstärkter staatlicher Druck gegenüber kritischen Pressestimmen angeprangert. Laut der Rangliste von Reporter Ohne Grenzen zur Pressefreiheit 2016 ist Algerien im Vergleich zum Vorjahr um zehn Plätze abgerutscht und liegt damit auf Platz 129 von 180 Staaten.

Im Gegensatz zur überwiegend privaten Schriftpresse sind die audiovisuellen Medien weitgehend in staatlicher Hand. Das Gesetz über audiovisuelle Medien von März 2014 hat diesen Sektor grundsätzlich auch für private Sender geöffnet, enthält jedoch verschiedene Einschränkungen sowie staatliche Eingriffsmöglichkeiten und bleibt damit hinter den Erwartungen an eine echte Öffnung des audiovisuellen Mediensektors zurück. Neben staatlichen und privaten algerischen Fernsehsendern werden auch arabische, französische und andere ausländische Fernsehprogramme von vielen Haushalten über Satellit empfangen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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