Hauptinhalt

Cybersicherheit und Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen 2012

Das Auswärtige Amt fördert ein Projekt über internationale Cybersicherheit und Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen des United Nations Institute for Disarmament Research (UNIDIR, Genf) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH, Hamburg) mit 130.000 €. 

Damit knüpft es an die erfolgreiche Zusammenarbeit mit diesen Institutionen in 2011 und die internationale Initiativ-Diskussion während der Berliner Cyber-Sicherheitskonferenz im Auswärtigen Amt vom 13.-14. Dezember 2011 an.

Das Internet hat sich zu der wesentlichen globalen Infrastruktur für Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt.  Gleichzeitig bildet der Cyberraum eine neue Plattform im politischen und militärischen Bereich. Daher wächst international die Besorgnis, dass es nicht nur für Spionageaktivitäten, sondern auch in Spannungs- oder Konfliktfällen für Cyber-Angriffe missbraucht werden kann. 

Weltweit sind militärische Einrichtungen damit befasst, defensive und auch offensive Fähigkeiten im Cyber-Bereich zu entwickeln – mit entsprechenden potentiell negativen Konsequenzen für die globale Sicherheit. Angesichts der Schwierigkeit, die Urheber von Angriffen im Cyberraum umgehend und eindeutig auszumachen, nimmt die Unsicherheit in diesem Bereich zu. 

Die internationale Sicherheitsgemeinschaft ist bemüht, sich ein klareres Bild von diesen potenziellen Gefährdungen zu machen. Größere Transparenz ist die Grundlage für Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen im Cyberrraum. Trotz aller Geheimhaltung gibt es hier eine ganze Reihe von öffentlich zugänglichen Informationen. Eine übersichtliche Zusammenfassung und Darstellung dieser Fakten würde erheblich zum Abbau von Misstrauen und Spannungen und somit zur globalen Vertrauensbildung beitragen. UNIDIR will daher einen „Cyber-Index“ 2012 erstellen und ihn den internationalen Gremien, die mit Abrüstung und Sicherheit befasst sind, zur Verfügung zu stellen. Der mögliche Einsatz von Cyber-Kriegsführung im Rahmen von Konflikten und Kriegen und die damit verbundenen Auswirkungen auf die zivile Infrastruktur, Wirtschaft und Sicherheit sind bisher kaum Gegenstand vertiefter Analysen, weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene. Das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) beteiligt sich an der Analyse möglicher vertrauens- und sicherheitsbildender Maßnahmen für Cybersicherheit

Im Rahmen des Projekts sollen die Entwicklung von militärischen Organisationen, Strukturen und Doktrinen sowie von Cyber-Angriffskomponenten für den Einsatz in Konfliktfällen sowie Aktivitäten von Staaten im Bereich der Cyber-Sicherheit dokumentiert werden. Dies erlaubt der internationalen Gemeinschaft, potentielle Bedrohungen realistischer einzuschätzen und angemessene Maßnahmen zu entwickeln, wodurch Eskalationsrisiken und Mißverständnisse vermieden werden können. Das Projekt sichtet und bewertet zum ersten Mal in dieser umfassenden Weise Probleme, die sich aus staatlichem Handeln im Cyber-Bereich ergeben können, und sucht nach Möglichkeiten, sich daraus ergebenden Bedrohungen durch Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen zu begegnen. Angesichts seiner internationalen politischen, wirtschaftlichen und technologischen Verflechtungen hat Deutschland ein erhebliches Interesse an einem Cyber-Raum, der vor Bedrohungen terroristischer und krimineller, aber auch gelenkter staatlicher Seite geschützt ist.

Das United Nations Institute for Disarmament Research (UNIDIR) ist eine selbstständige Einrichtung innerhalb der Vereinten Nationen und unterstützt durch seine Arbeit zu Abrüstung und Sicherheit die Abrüstungsbemühungen der Vereinten Nationen.
Das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) ist eine eigenständige Forschungseinrichtung an der Universität Hamburg.


Stand 07.03.2012

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere