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Jemen

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2016

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Jemen sind traditionell gut und freundschaftlich. Bereits Anfang der 1950er Jahre nahmen die Bundesrepublik Deutschland und das damalige Mutawakkilitische Königreich Jemen (Nordjemen) diplomatische Beziehungen auf. Unmittelbar nach Beginn der Revolution 1962 hat die Bundesrepublik Deutschland die junge Arabische Republik Jemen (Nordjemen) anerkannt. Die Deutsche Demokratische Republik unterhielt enge Beziehungen zu dem seit 1967 von Großbritannien unabhängigen sozialistischen Südjemen. Eine Verbundenheit besteht außerdem aufgrund der gemeinsamen Erfahrungen der Vereinigung zweier Teilstaaten im Jahr 1990.

Seit 2011 hat sich Deutschland - gemeinsam mit anderen internationalen Partnern - für den Transitionsprozess und einen demokratischen Neuanfang in Jemen eingesetzt. Im Mittelpunkt stand das Engagement des Golfkooperationsrats für einen friedlichen und geordneten Machtübergang. Seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen in Jemen im März 2015 zwischen der legitimen Regierung Präsident Hadis einerseits und den Huthi-Rebellen andererseits setzt sich Deutschland gemeinsam mit den internationalen Partnern für ein Ende der Gewalt und eine Rückkehr zu einem politischen Prozess in Jemen ein, der alle politischen Gruppen umfasst. Das übergeordnete politische Ziel der Zusammenarbeit mit Jemen bleibt weiterhin, unter Umsetzung des Transitionsplans des Golfkooperationsrates, gute Regierungsführung und die Einhaltung der Menschenrechte zu fördern. Grundlage der weiteren politischen Entwicklung bleiben die Ergebnisse der im Januar 2014 zu Ende gegangenen Nationalen Dialogkonferenz.

Wirtschaftliche Beziehungen

Jemen verzeichnet gegenüber Deutschland eine stark negative Handelsbilanz. Die Warenexporte nach Deutschland sind marginal. Im Jahr 2013 betrug der Wert der deutschen Ausfuhren nach Jemen 227 Millionen Euro, die Einfuhren aus Jemen beliefen sich auf 4,2 Millionen Euro. Im März 2005 wurden ein revidiertes Investitionsschutzabkommen (in Kraft seit Januar 2008) sowie ein Doppelbesteuerungsabkommen für den Luftfahrtsektor (in Kraft seit Januar 2007) unterzeichnet.

Zu den wichtigsten Ausfuhrgütern nach Jemen gehören Maschinen, komplette Fabrikationsanlagen, Kraftfahrzeuge, chemische und elektrotechnische Erzeugnisse, Eisen und Eisenwaren, Druckerzeugnisse sowie Güter der Ernährungswirtschaft. Derzeit sind keine nennenswerten Investitionen deutscher Firmen in Jemen bekannt. Die kriegerischen Auseinandersetzungen haben seit März 2015 den kommerziellen Warenaustausch weitgehend zum Erliegen gebracht.

Entwicklungspolitische Beziehungen

Jemen gehört zu den Least Developed Countries (LDC) und rangiert auf Platz 160 von den 188 im Human Development Index berücksichtigten Staaten. Zu den größten Herausforderungen für die Entwicklung zählen die Wasserkrise, das schwache Bildungssystem, die systematische Benachteiligung von Frauen, das hohe Bevölkerungswachstum, die Verbesserung der Regierungsführung und Stärkung staatlicher Kapazitäten.

Deutschland ist im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) seit über 40 Jahren in Jemen engagiert. Seit Beginn der Zusammenarbeit wurden mehr als eine Mrd. Euro für die Entwicklung des Jemen zugesagt. Deutschland ist damit einer der größten Geber für Jemen.

Seit Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen in Jemen Ende März 2015 hat sich die humanitäre Lage im Land nochmals dramatisch verschlechtert. Am 1. Juli 2015 haben die Vereinten Nationen die Situation in Jemen als Level-3 Emergency (höchste Stufe) eingestuft. 82 Prozent der Bevölkerung (21,2 Millionen) sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, 10 Prozent sind mangelernährt. Der humanitäre Zugang ist derzeit nur eingeschränkt möglich. Die Vereinten Nationen gehen außerdem von über 2,7 Millionen Binnenflüchtlingen aus. Das Auswärtige Amt hat für humanitäre Hilfe im Jahr 2015 ca. 6,4 Millionen EUR  und im laufenden Jahr bisher ca. eine Mio. EUR bereitgestellt. Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung stellte 2015 insgesamt 69,7 Millionen EUR für Hilfsmaßnahmen in Jemen zu Verfügung.

Kulturelle Beziehungen

Schwerpunkt des deutschen kulturpolitischen Engagements waren bisher die Tätigkeit des Deutschen Archäologischen Instituts und die Förderung des Spracherwerbs. Maßnahmen der kulturellen Zusammenarbeit können aufgrund der Sicherheitslage derzeit nicht umgesetzt werden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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