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Jemen

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Januar 2014

Politische Beziehungen

Deutschland wird in Jemen aus historischen Gründen sehr geschätzt. So hat die Bundesrepublik Deutschland 1962 unmittelbar zu Beginn der damaligen Revolution die junge Arabische Republik Jemen (Nordjemen) anerkannt. Die Arabische Republik Jemen wiederum durchbrach als erste den Boykott der arabischen Staaten gegenüber der Bundesrepublik durch die Wiederaufnahme der Beziehungen im Jahre 1969.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle stattete Jemen im März 2012 einen Besuch ab, Präsident Hadi besuchte Deutschland im Oktober 2012 und traf sich mit Bundeskanzlerin Merkel. Des Weiteren fanden am 7. März 2013 in London und am 25. September 2013  Konferenzen der "Friends of Yemen" statt, an denen auch der deutsche Außenminister teilnahm.

Wirtschaftliche Beziehungen

Jemen verzeichnet gegenüber Deutschland eine stark negative Handelsbilanz. Zu den wichtigsten Ausfuhrgütern nach Jemen gehören Maschinen, komplette Fabrikationsanlagen, Kraftfahrzeuge, chemische und elektrotechnische Erzeugnisse, Eisen und Eisenwaren, Druckerzeugnisse sowie Güter der Ernährungswirtschaft. Die Warenimporte nach Deutschland sind marginal. Die Folgen der Krise in Jemen auf die bilateralen Handelsbeziehungen sind demzufolge begrenzt und mangels aktueller Zahlen noch nicht absehbar.. Die Warenimporte nach Deutschland sind marginal. Derzeit sind keine nennenswerten Investitionen deutscher Firmen in Jemen bekannt. Im März 2005 wurden ein revidiertes Investitionsschutzabkommen (in Kraft seit Januar 2008) sowie ein Doppelbesteuerungsabkommen für den Luftfahrtsektor (in Kraft seit Januar 2007) unterzeichnet.

Entwicklungspolitische Beziehungen

Jemen gehört zu den Least Developed Countries (LDC) und rangiert auf Platz 160 von den 186 im Human Development Index berücksichtigten Staaten. Mehr als die Hälfte der Menschen lebt in Armut (2009: 42%). Zu den größten Herausforderungen für die Entwicklung zählen die Wasserkrise, das schwache Bildungssystem, die systematische Benachteiligung von Frauen, das hohe Bevölkerungswachstum, die Verbesserung der Regierungsführung und Stärkung staatlicher Kapazitäten.

Deutschland ist im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in Jemen seit über 40 Jahren engagiert. Seit Beginn der Zusammenarbeit wurden mehr als eine Mrd. EUR für die Entwicklung des Jemen zugesagt. Deutschland ist damit einer der größten Geber für Jemen. Im Rahmen seiner Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Deutschland die Übergangsregierung bei der politischen Transformation und bei der Verbesserung der humanitären Lage. Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Jemen sind die Sektoren Wasser und Bildung. Reproduktive Gesundheit, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ernährungssicherung und Biodiversität sind weitere zentrale Bereiche der bilateralen Kooperation. Übergeordnetes Ziel der Entwicklungszusammenarbeit mit Jemen ist es zudem, langfristig gute Regierungsführung und die Einhaltung der Menschenrechte mit gezielten Maßnahmen zu fördern.

Die EZ ist im März 2012 in vollem Umfang wieder aufgenommen worden. Seit März 2012 ist ein Kernteam von Mitarbeitern der GIZ und KfW wieder in Sanaa tätig. 2013/14 werden ca. 103 Mio. € zur Verfügung gestellt.

Kulturelle Beziehungen

Schwerpunkt der Tätigkeit ist die Unterstützung und Betreuung  der vor Ort tätigen Akteure der deutschen Kulturarbeit.Maßnahmen der kulturellen Zusammenarbeit können aufgrund der Sicherheitslage derzeit nur sehr eingeschränkt umgesetzt werden und beschränken sich daher vielfach auf Ad-hoc Aktivitäten.

Das Deutsche Haus Sanaa und Aden bietet Deutschkurse an und führt auch Kulturveranstaltungen durch. Die bilaterale Hochschulzusammenarbeit wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) betreut.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.