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Jemen

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Januar 2015

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Jemen sind traditionell gut und freundschaftlich. Bereits Anfang der 1950er Jahre nahmen die Bundesrepublik Deutschland und das damalige Mutawakkilitische Königreich Jemen (Nordjemen) diplomatische Beziehungen auf. Unmittelbar nach Beginn der Revolution 1962 hat die Bundesrepublik Deutschland die junge Arabische Republik Jemen (Nordjemen) anerkannt. Die Deutsche Demokratische Republik unterhielt enge Beziehungen zu dem seit 1967 von Großbritannien unabhängigen sozialistischen Südjemen. Eine Verbundenheit besteht außerdem aufgrund der gemeinsamen Erfahrungen der Vereinigung zweier Teilstaaten im Jahr 1990.

Seit 2011 setzt sich Deutschland - gemeinsam mit anderen internationalen Partnern - für den laufenden Transitionsprozess und einen demokratischen Neuanfang im Jemen ein. Im Mittelpunkt steht das Engagement des Golfkooperationsrats für einen friedlichen und geordneten Machtübergang. Das übergeordnete Ziel der Zusammenarbeit mit dem Jemen ist es, unter Umsetzung des Transitionsplans des Golfkooperationsrates gute Regierungsführung und die Einhaltung der Menschenrechte zu fördern. Deutschland unterstützt mit einer Reihe von Projekten die Beratung und den Aufbau von Fähigkeiten im Bereich Regierungsführung, Verfassungsfragen und öffentliche Verwaltung.

Bundesaußenminister Westerwelle stattete Jemen im März 2012 einen Besuch ab, Präsident Hadi besuchte Deutschland im Oktober 2012 und traf sich mit Bundeskanzlerin Merkel. Des Weiteren fanden am 7. März 2013 in London und am 25. September 2013  Konferenzen der "Friends of Yemen" statt, an denen jeweils auch der deutsche Außenminister teilnahm.

Wirtschaftliche Beziehungen

Jemen verzeichnet gegenüber Deutschland eine stark negative Handelsbilanz. Die Warenexporte nach Deutschland sind marginal. Im Jahr 2013 betrug der Wert der deutschen Ausfuhren nach Jemen 228 Mio. Euro, die Einfuhren aus Jemen beliefen sich auf 4,2 Mio. Euro. Zu den wichtigsten Ausfuhrgütern nach Jemen gehören Maschinen, komplette Fabrikationsanlagen, Kraftfahrzeuge, chemische und elektrotechnische Erzeugnisse, Eisen und Eisenwaren, Druckerzeugnisse sowie Güter der Ernährungswirtschaft. Derzeit sind keine nennenswerten Investitionen deutscher Firmen in Jemen bekannt. Im März 2005 wurden ein revidiertes Investitionsschutzabkommen (in Kraft seit Januar 2008) sowie ein Doppelbesteuerungsabkommen für den Luftfahrtsektor (in Kraft seit Januar 2007) unterzeichnet.

Entwicklungspolitische Beziehungen

Jemen gehört zu den Least Developed Countries (LDC) und rangiert auf Platz 154 von den 185 im Human Development Index berücksichtigten Staaten. Mehr als die Hälfte der Menschen (14,7 Mio.) ist auf humanitäre Hilfe angewiesen. 10,7 Mio. Menschen leiden unter Mangelernährung (davon eine Million Kinder). Zu den größten Herausforderungen für die Entwicklung zählen die Wasserkrise, das schwache Bildungssystem, die systematische Benachteiligung von Frauen, das hohe Bevölkerungswachstum, die Verbesserung der Regierungsführung und Stärkung staatlicher Kapazitäten.

Deutschland ist im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in Jemen seit über 40 Jahren engagiert. Seit Beginn der Zusammenarbeit wurden mehr als eine Mrd. Euro für die Entwicklung des Jemen zugesagt. Deutschland ist damit einer der größten Geber für Jemen. Die EZ ist im März 2012 wieder aufgenommen worden. Für 2014/15 werden rund 103 Mio. € zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen seiner Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Deutschland die Übergangsregierung bei der politischen Transformation und bei der Verbesserung der humanitären Lage. Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Jemen sind die Sektoren Wasser und Bildung. Reproduktive Gesundheit, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Ernährungssicherung sind weitere Bereiche der Zusammenarbeit.

Kulturelle Beziehungen

Schwerpunkt der Tätigkeit ist die Unterstützung und Betreuung  der vor Ort tätigen Akteure der deutschen Kulturarbeit. Maßnahmen der kulturellen Zusammenarbeit können aufgrund der Sicherheitslage derzeit nur sehr eingeschränkt umgesetzt werden.

Das Deutsche Haus Sanaa und Aden ist ein privater Kulturverein. Es bietet Deutschkurse an und führt in begrenztem Umfang Kulturveranstaltungen durch. Das Goethe-Insitut in Kairo unterstützt das Deutsche Haus. Die bilaterale Hochschulzusammenarbeit wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) betreut. 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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